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Kritik an Werbeblocker AdBlock Plus

Der Blogger Sascha Pallenberg erhebt schwere Vorwürfe gegen die Betreiber des Werbeblockers AdBlock Plus, die Kölner Eyeo GmbH. Das Browser-Add-on führt seit Version 2.0 eine Whitelist für „nicht störende“ Werbung. AdBlock Plus unterdrückt die auf der Whitelist aufgeführte Werbung nicht. Pallenberg stellt das Verfahren in Frage, wie die Liste dieser „Acceptable Ads“ zustande kommt, und wirft Eyeo vor, Verbindungen zu Werbe- und Affiliate-Netzwerken zu haben, deren Werbung in der Whitelist lande.

Besonders in der Kritik steht die Aufnahme des Meta-Affiliate-Netzwerkes YieldKit in die Whitelist von AdBlock Plus, in das der Eyeo-Gesellschafter Tim Schumacher investiert hatte. Dabei zeigt Pallenberg ein substanzielles Problem bei AdBlock Plus auf. So verweist das Unternehmen immer wieder auf seine Community, die die Aufnahme in die Whitelist gewissenhaft überprüfe. Doch in der Regel finden die Einträge dazu im Forum der Firma kaum Aufmerksamkeit. Als YieldKit zur Aufnahme vorgeschlagen wurde, überarbeitete Eyeo-Geschäftsführer Till Faida die Richtlinien für die „nicht nervende“-Werbung so, dass die von YieldKit eingesetzten Textlinks abgedeckt waren.

YieldKit-Gründer Oliver Krohne dementiert gegenüber c’t jede Beteiligung an der Diskussion, auch bezahle sein Unternehmen Eyeo nicht für den Eintrag in der Whitelist. Auch Faida dementiert jede Bevorzugung des eigenen Gesellschafters: Konkurrenten von YieldKit könnten sich ebenfalls für die Aufnahme in die Positivliste bewerben. Unklar ist jedoch, ob sie dafür bezahlen müssten. So gibt Faida an, dass Nachrichtenseiten, Blogs und kleine Webseiten kostenlos auf die Whitelist aufgenommen werden, große Unternehmen müssten jedoch einen Kostenbeitrag zahlen. Laut einem Bericht des Branchendienstes Horizont gehört Google inzwischen zu den Geldgebern von AdBlock Plus. Welche oder wie viele Unternehmen bereits eine solche Vereinbarung geschlossen haben, will Faida mit Verweis auf Verschwiegenheitserklärungen jedoch nicht offenbaren.

Anmerkung der Redaktion: Auch heise online, das Online-Portal des Heise Zeitschriften Verlags, zu dem auch c’t gehört, steht auf der Whitelist von AdBlock. Aber weder sind wir mit der Eyeo GmbH geschäftlich verbunden noch zahlen wir für die Aufnahme in die Whitelist, damit Heise-Werbung die vereinbarungsgemäß extra unaufdringlich ist, ausgeliefert wird. (Torsten Kleinz/jo)

Chrome zieht davon

Chrome zieht der Konkurrenz davon: Googles Web-Browser kommt in der aktuellen Statistik der Marktforscher von Statcounter weltweit auf knapp 43 Prozent Marktanteil. Damit steigerte Google seinen Anteil gegenüber dem Jahresanfang 2013 um gut 6 Prozentpunkte. Auf dem zweiten Platz liegt zwar immer noch Microsofts Internet Explorer, doch dessen Anteil schrumpfte in den vergangenen sechs Monaten von 30,7 auf 25 Prozent. Der drittplatzierte Firefox nimmt aktuell gut 20 Prozent des Marktes ein, gegenüber 21,2 Prozent vor einem halben Jahr. Apples Safari ließ bei knapp 8,4 Prozent nur um Prozentbruchteile nach.

In Deutschland liegt weiterhin Firefox vorn. Er kam nach der Zählung von Statcounter auf 45 Prozent Marktanteil, gegenüber knapp 47 Prozent vor sechs Monaten. Chrome überholte hierzulande den Internet Explorer im April. Googles Web-Browser verzeichnet nun 23,5 Prozent (21 Prozent im Januar 2013), Internet Explorer 19 Prozent (21). Safari kommt in Deutschland auf 7,5 Prozent (6,8), Opera stagniert bei etwas über 2 Prozent. (jo)

Firefox teilt mit jedem

Mozilla öffnet mit der neuen Beta von Firefox 23 das „Social-API“ für alle Entwickler. Es wurde im November 2012 eingeführt und integrierte zunächst Facebook in den Browser. Freundschaftsanfragen und Nachrichten können so direkt über die Navigationsleiste bearbeitet werden, ohne auf die jeweilige Webseite wechseln zu müssen.

Ganz neu ist das „Share-API“. Es ermöglicht die Einbindung von „Teilen“-Knöpfen verschiedener Netzwerke in den Browser. Nutzer sollen so schneller und leichter Bilder, Artikel und Links teilen können. Die Betaversion enthält außerdem den „Mixed-Content-Blocker“: Dieser hindert per HTTPS geladene Dokumente am Nachladen von unverschlüsselten Inhalten. (dbe)

Neue Bestandsdatenauskunft in Kraft getreten

Am 1. Juli ist eine Änderung am Telekommunikationsgesetz zur Bestandsdatenauskunft von Ermittlern in Kraft getreten. Geregelt ist darin, unter welchen Bedingungen Telefon- und Internet-Provider in Deutschland Daten an Polizei, Ermittlungsbehörden und deutsche Nachrichtendienste weitergeben müssen. Neben festen Daten zu einem Telefon- oder Internetanschluss sowie persönlichen Kennzahlen (PINs) und Passwörtern fallen nun auch dynamische IP-Adressen unter die Auskunftsregelung. Provider dürfen demnach die Netzkennungen den Inhabern von Internetzugängen automatisiert zuordnen, obwohl dies einen Eingriff ins Fernmeldegeheimnis darstellt. Die entsprechenden Informationen müssen sie im sogenannten manuellen Auskunftsverfahren an Ermittlungsbehörden herausgeben. Betroffene sollen von entsprechenden Maßnahmen im Nachhinein prinzipiell in Kenntnis gesetzt werden.

Kritik an der Gesetzesänderung übten insbesondere Datenschützer. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar monierte, dass Polizei und Behörden die Daten etwa auch bei einfachen Ordnungswidrigkeiten abfragen können: „Die vom Gesetzgeber getroffenen Regelungen halte ich daher weiterhin für verfassungsrechtlich bedenklich.“ Der Piraten-Abgeordnete Patrick Breyer, der bereits gegen die ursprüngliche Fassung geklagt hatte, kündigte an, dass er erneut vor Gericht ziehen wolle. Er befürchtet, dass die Möglichkeit zur Datenauskunft für massenhafte Abfragen missbraucht werden könnte. Die Neuregelung war nötig geworden, nachdem das Bundesverfassungsgericht im Januar 2012 Nachbesserungen gefordert hatte. Die damalige Regelung war nach Ansicht der Richter nicht konkret genug. (hob)

Opera 15 mit neuer Engine

Der neue Opera-Browser hat das Beta-Stadium verlassen und steht als stabile Version 15 für Windows und Mac OS bereit. Es ist die erste Version, die Webseiten mit der Blink-Engine des Chromium-Projekts rendert. Sie löst die bisherige Presto-Engine ab, die Opera Software selbst entwickelt hatte. JavaScript verarbeitet Opera 15 mit Googles V8. Opera 15 lässt sich parallel zum Vorgänger installieren.

Die umgestaltete Oberfläche ähnelt nun der von Chrome. Wie bei Googles Browser sind Such- und Adressfeld zusammengefasst. Neu ist „Stash“, eine visuelle Bookmark-Funktion. Mit einem Klick speichert Opera Webseiten als Screenshots, was die Recherche und das Wiederfinden von Informationen erleichtert. „Discover“ sammelt Nachrichten, sortiert sie in Themenkanäle und bereitet sie als übersichtliche Kacheln auf. Nicht mehr in den Browser integriert ist die Mail-Verwaltung: Sie wurde als Opera Mail ausgelagert. (dbe)

Facebooks „Graph Search“ verfügbar

Facebook schaltet seine erweiterte Suchfunktion auch für Nutzer in Deutschland frei. Die „Graph Search“ genannte Suche soll es Nutzern einfacher machen, gemeinsame Interessen zu entdecken. So lassen sich etwa Anfragen wie „Filme, die meinen Freunden gefallen“ und „Fotos meiner Freunde aus 2008“ beantworten. Die Suche funktioniert bisher nur auf Englisch und ist auch in Deutschland nur für Nutzer verfügbar, die US-amerikanisches Englisch als Sprache eingestellt haben. Für Suchanfragen außerhalb der Facebook-Welt nutzt Facebook Microsofts Suchmaschine Bing. Verbraucherschützer kritisierten nach der Vorstellung der Pläne, dass möglicherweise in Vergessenheit geratene Informationen zu breiteren Nutzer-Profilen zusammengefügt werden könnten. (jo)

Kommen und Gehen bei Yahoo

Yahoo baut weiterhin kräftig um: Das Unternehmen übernimmt den Dienst Xobni, um dessen Technik für eigene Produkte zu nutzen. Xobni bündelt Kontakte aus verschiedenen Kommunikationskanälen in einem Adressbuch. Die Xobni-Apps für Android und BlackBerry wurden bereits vom Markt genommen. Neue Premium-Accounts stellt Xobni nicht mehr aus. Für bestehende Xobni-Kunden soll sich vorerst nichts ändern.

Auch den Videospezialisten Qwiki hat Yahoo geschluckt. Die junge Firma hat eine App für das iPhone entwickelt, die aus Bildern und Videoschnipseln kleine Filme macht. Mit der Übernahme will Yahoo seine Position im Mobilbereich stärken. Anders als Xobni wird Qwiki eigenständig weitergeführt.

Endgültig Schluss machte Yahoo mit Altavista: Am 8. Juli ging der Suchdienst offline. Vor Googles Dominanz zählte Altavista zu den bekanntesten Suchmaschinen. Als eine der Ersten erlaubte sie die Volltextrecherche im Netz. Auch beim Android-Aufgabenplaner Astrid zieht Yahoo den Stecker. Offensichtlich hat das Management des Internet-Konzerns andere Pläne mit der Mannschaft beziehungsweise der Technik. Bis zum 5. August haben die Nutzer noch Zeit, ein Backup ihrer Daten anzufordern. (dbe)

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