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Knoppix 7.2 zum freien Download

Klaus Knopper hat mit Knoppix 7.2 wieder eine frei herunterladbare Version seines Live-Linux-Systems veröffentlicht. Knoppix 7.1 gab es lediglich auf der Heft-DVD des Linux-Magazin 4/2013, die Entwicklungszeit der eigentlich geplanten freien Variante investierte Knopper in die Fertigstellung der Version 7.2. Wie üblich bezeichnet Knopper auch die neue Variante als Beta-Version.

Die Veränderungen betreffen vor allem den Linux-Kernel, so kommt bei Knoppix 7.2 die Version 3.9.6 zum Einsatz. Wie schon bei Knoppix 7.1 enthält die DVD-Variante der Version 7.2 einen 32- und einen 64-Bit-Kernel, womit sich zum Beispiel bereits installierte 64-Bit-Linux-Systeme in einer chroot-Umgebung reparieren lassen. Neu ist die Unterstützung von Rechnern mit UEFI-Firmware. Zudem hat Klaus Knopper Libre Office auf die Version 4 aktualisiert, VirtualBox liegt nun in der Version 4.2 und Qemu in der Version 1.5 bei.

Verbesserungen gab es außerdem beim Adriane-Desktop für blinde Anwender, so wurde zum Beispiel der Textbrowser Elinks aktualisiert. Adriane lässt sich wie üblich vom Bootprompt der Knoppix-DVD oder -CD direkt starten, zudem gibt es in den Release Notes eine Anleitung, wie man Adriane zum Standard-Desktop macht, wenn Knoppix auf einen USB-Stick übertragen wurde. Die ISO-Images stehen wie üblich auf verschiedenen Mirrors zum Download bereit, deren Adressen die Knoppix-Homepage auflistet (siehe c’t-Link). (mid)

Ubuntu mit Mir, Kubuntu mit Wayland

Ubuntu und Kubuntu entwickeln sich beim Display-Server auseinander. Während die Ubuntu-Entwickler bereits bei der für Oktober geplanten Version 13.10 Mir als Display-Server einsetzen wollen, haben sich die Entwickler der Ubuntu-Variante mit KDE-Desktop für Wayland anstelle des X-Servers entschieden – wollen allerdings erst nach Veröffentlichung der Version 14.04 LTS im April nächsten Jahres wechseln.

Bei Ubuntu 13.10 soll es zusätzlich einen auf Mir aufsetzenden X-Server namens XMir geben, der für Abwärtskompatibilität für X-Anwendungen sorgt und den zunächst auch der Unity-Desktop von Ubuntu 13.10 für die Grafikausgabe nutzen soll. Sollte es für die Grafikhardware noch keine Mir-Treiber geben, soll statt Mir ein X-Server gestartet werden, sodass Ubuntu 13.10 auch noch auf Systemen läuft, die die proprietären Linux-Grafiktreiber von AMD und Nvidia benötigen. Die Ubuntu-Entwickler rechnen damit, dass bis zum Erscheinen von Ubuntu 14.04 LTS alle wesentlichen Grafiktreiber kompatibel zu Mir sein werden, sodass der separate X-Server entfallen kann. (mid)

Anbieter von GPL-Binärprogrammen müssen passende Quellen bereistellen

Wer unter der GPLv2 lizenzierte Software in Binärform anbietet, muss auch den genau zum Binärprogramm passenden Quellcode bereitstellen. Stimmen die Versionen nicht überein, so handelt der Anbieter fahrlässig, urteilte das Landgericht Hamburg im Streit zwischen Harald Welte als Vertreter des netfilter/iptables-Projekts und dem Mediaplayer-Hersteller Fantec (Az: 308 O 10/13). Nach Ansicht von Richter Rachow sind die Lizenzbedingungen der GNU General Public License Version 2 (GPLv2) nur dann erfüllt, wenn ein Anbieter von Binärprogrammen auch den „vollständigen Quellcode“ bereitstellt.

Das Open-Source-Projekt hatte festgestellt, dass die von Fantec bereitgestellten Quellen von iptables rund vier Wochen älter sind als das Binärprogramm, das Fantec als Bestandteil der Firmware für den Mediaplayer 3DFHDL auf seiner Homepage zum Download anbietet. Damit hat Fantec, so das Landgericht, nicht den vollständigen Quellcode von iptables veröffentlicht und so gegen die Lizenzbestimmungen der GPLv2 verstoßen – was zum Verlust sämtlicher Nutzungsrechte führt.

Fantec könne sich nach Ansicht des Richters auch nicht darauf berufen, dass ein chinesischer Zulieferer die Firmware entwickelt und dieser zugesichert habe, der Quellcode sei vollständig. Fantec als Anbieter der Software hätte „durch eigene Begutachtung oder unter Zuhilfenahme von sachkundigen Dritten eine Überprüfung der von ihr angebotenen und bereitgehaltenen Software in geeigneter Weise durchführen oder veranlassen müssen, auch wenn das mit zusätzlichen Kosten verbunden ist.“

Dabei stellt der Richter in seiner Urteilsbegründung ausdrücklich auf den Umstand ab, dass Fantec „mit dem Angebot zum Download (…) die Software öffentlich zugänglich gemacht“ habe. Dies hätte Fantec aber „nur unter Einhaltung der Lizenzbedingungen der GPLv2“ tun dürfen. In der gleichen Situation befinden sich prinzipiell alle Anbieter von GPL-Software in binärer Form, etwa die Betreiber von Mirrors. (mid)

Kernel-Log: Linux 3.10 freigegeben

Das SSD-Caching-Framework Bcache sowie Unterstützung für den Video-Decoder moderner Radeon-Grafikkerne sind zwei der wichtigsten Neuerungen von Linux 3.10. Zur Nutzung des Unified Video Decoder (UVD) ist allerdings zusätzlich ein Userland-Treiber nötig, den das im August erwartete Mesa 3D 9.2 mitbringen soll.

Der Anfang Juli nach nur neun Wochen Entwicklungszeit freigegebene Linux-Kernel 3.10 kann das Feuern des Zeitgebers (Timer Interrupt) abhängig von Umgebungsbedingungen auf eine Auslösung pro Sekunde reduzieren; das soll die Leistung beim High Performance Computing (HPC) verbessern und Schwankungen bei der Reaktionszeit von Realtime-Systemen vermeiden. Das weiterhin experimentelle Dateisystem Btrfs kann Metadaten kompakter ablegen, was die Performance verbessern soll. Das XFS-Dateisystem ist nun in der Lage, seine Metadaten mit Prüfsummen zu versehen, um Datenfehler in den Dateisystemstrukturen zu erkennen, die zu Problemen führen könnten. Die Kernel-Entwickler haben zudem zahlreiche Treiber verbessert und einige neue aufgenommen; darunter der Treiber alx für die Ethernet-Chipfamilie QCA988x von Qualcom Atheros.

Die Kernel-Entwickler haben auch den Code umgebaut, der Samsung-Notebooks vor Defekten bewahren soll, die durch ein UEFI-Problem der Firmware entstehen. Dadurch soll der Schutzmechanismus nicht mehr übereifrig zur Sache gehen und das Anlegen oder Modifizieren von UEFI-Boot-Einträgen verhindern (siehe c’t 11/2013, S.184). (thl)

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