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Neues Web-Frontend für Debian-Quellen

Mit Debsources gibt es ein neues Web-Frontend zum Durchstöbern der Debian-Quellen. Der Mirror umfasst nach Angaben der Verantwortlichen fast 400 GByte Quellcode aller in den offiziellen Repositories verfügbaren Pakete der Releases Stable, Testing und Unstable und wird viermal täglich aktualisiert. Das Frontend unterstützt Syntax Highlighting, zudem lassen sich über Get-Variablen in der URL einer Quellcode-Datei einzelne Abschnitte hervorheben.

Debsources integriert auch eine Code-Suche, allerdings werden lediglich die Quellen des Unstable-Zweigs durchsucht, der zirka ein Drittel des Quellcodes von Debsources ausmacht. (mid)

Dritte Überarbeitung von Suse Linux Enterprise 11

Zahlreiche Optimierungen zur Virtualisierung, bessere Unterstützung für neue Hardware und Verbesserungen für die Storage- und Netzwerktechniken von Servern zählen zu den wichtigsten Neuerungen des Service Pack 3 (SP3) von Suse Linux Enterprise 11 (SLE11). Eine der bemerkenswerten Eigenschaften der auf Unternehmenskunden ausgerichteten Linux-Distribution ist aber eine, die sich nicht verändert hat: Wie schon beim SP2 basiert auch der Kernel von SP3 auf dem Linux-Kernel 3.0.

Bei früheren Service-Packs hatte Suse die Basis des SLE-Kernels stets aktualisiert und sich so von 2.6.27 (SLE11) über 2.6.32 (SP1) auf Version 3.0 (SP2) hochgearbeitet. Diese Sprünge waren bei der Freigabe des SP2 noch als großer Vorteil hervorgehoben worden: Kunden würden so schneller als bei Mitbewerbern Zugriff auf Funktionen und Treiber des neueren Basis-Kernels erhalten. Durch den Versionssprung funktionierten allerdings Treiber, die für die Kernel von SLE11 mit oder ohne SP1 übersetzt wurden, gar nicht oder erst nach Anpassungen mit dem SP2; zudem berichteten Leser, die Versionssprünge hätten gelegentlich zu Kompatibilitätsproblemen mit Software geführt. Solche Schwierigkeiten dürften jetzt seltener auftreten, sind aber nicht vollkommen auszuschließen, denn Suse hat durchaus Neuerungen aus jüngeren Kernel-Versionen in den SP3-Kernel integriert – darunter etwa bessere Unterstützung für Linux-Container oder das iSCSI-Target-Framework LIO.

Neu ist auch die Unterstützung für Secure Boot, daher booten die für x86-64-Systeme ausgelegten Installationsmedien von SLE11 SP3 nun auch auf typischen Windows-8-Systemen. Wie schon Fedora, OpenSuse und Ubuntu nutzt Suse dazu eine Variante des Bootloaders Shim, den Microsoft signiert hat. Anders als bei Ubuntu und genau wie bei Fedora führt Secure Boot bei SLE11 zu Einschränkungen im Betrieb, durch die unter anderem Kexec, Kdump und der Ruhezustand (Software-Suspend/Hibernation) nicht funktionieren. Ferner müssen der von Shim aufgerufene Bootloader, der darüber gestartete Kernel und die von ihm geladenen Module signiert sein. Im Auslieferungszustand ist das eine Suse-Signatur; Anwender können allerdings weitere Schlüssel hinterlegen, um eigenhändig kompilierte und anschließend signierte Kernel und Kernel-Module zu laden. Letztlich verkompliziert das aber den Einsatz externer Treiber.

MySQL macht beim SP3 einen Versionssprung von 5.0 auf 5.5; das Datenbankformat hat sich zwischenzeitlich geändert, daher muss der Administrator ein Konvertierungsskript aufrufen, damit bestehende Datenbanken nach Einspielen des SP3 weiter funktionieren. Details erläutern die Release Notes (siehe c’t-Link). Dort finden sich auch einige für Postfix-Anwender wichtige Hinweise, das mit dem SP3 einen Versionssprung von 2.5.13 auf 2.9.4 macht.

Suse hat zahlreiche Treiber aktualisiert, durch die SLE11 nun die Xeon-Prozessoren der E5-Familie ebenso unterstützt wie die vierte, vor einem Monat freigegebene Version von Intels Core-Prozessoren. Wie schon beim SP2 dient Ext3 als Standarddateisystem und der Suse-Support deckt den Einsatz von Reiserfs 3.6, XFS und Btrfs ab. Letzteres gilt im offiziellen Linux-Kernel weiterhin als experimentell und wurde beim SP3 aktualisiert, wodurch Btrfs nun auch Quotas bei Subvolumes unterstützt. Das bislang auf Btrfs angewiesene Snapshot-Tool Snapper kann jetzt auch mit den LVM-Funktionen zum Thin Provisioning zusammenarbeiten, die das SP3 einführt.

Bei der Suse Linux Enterprise Desktop genannten Desktop-Variante von SLE11 hat KVM weiterhin den Stand einer Technology Preview. Beim Suse Linux Enterprise Server (SLES) 11 wird KVM voll unterstützt und soll Gästen nun bis zu 2 TByte RAM und 160 CPU-Kerne bereitstellen können. Die Xen-Unterstützung basiert beim SP3 auf Xen 4.2. Das Suse-Paket mit den Gasttreibern enthält nun auch VM-Treiber für Windows 8 und den Windows Server 2012. Es gab zudem eine ganze Reihe von Verbesserungen zum Betrieb von SLES als Gast unter Microsofts Hypervisor Hyper-V. Darunter sind ein Framebuffer-Grafiktreiber, der höhere Bildschirmauflösungen unterstützt, oder Unterstützung für Memory Ballooning.

Ein Update auf das SP3 gelingt unter anderem über Zypper. SLE-Kunden haben knapp ein halbes Jahr Zeit zum Wechsel auf das SP3, denn zum Jahresende stellt Suse den regulären Support für SLE11 mit SP2 ein; nur Kunden mit Long Term Service Pack Support (LTSS) erhalten dann noch Unterstützung. (thl)

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