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Chrome 29 Beta: Mobile Videochats

Google hat eine neue Beta-Version seines Browsers Chrome veröffentlicht. Version 29 bringt vor allem in der Android-Variante Veränderungen mit sich, darunter die Unterstützung des WebRTC-Frameworks. Es ermöglicht Videochats ohne zusätzliche Plug-ins direkt im Browser. Auch das Web-Audio-API wurde implementiert: Mit ihm können Entwickler „professionellen Sound“ beispielsweise bei Spielen umsetzen. Derzeit funktioniert das API auf Mobilgeräten nur, wenn diese einen ARM-Prozessor mit NEON-Erweiterung an Bord haben. In der Desktop-Variante von Chrome 29 fällt die Autovervollständigung bei Suchanfragen persönlicher aus: Die Vorschläge basieren auf „kürzlich besuchten Webseiten“, wodurch relevantere Ergebnisse geliefert werden sollen. Mit der neuen Beta unterstützt Googles Browser den Video-Codec VP9, der im Dateiformat WebM eingesetzt wird. Im Vergleich zum Vorgänger VP8 soll der neue Codec gleiche Qualität bei halber Bitrate liefern. (dbe)

Britische Regierung erzwingt Porno-Filter

Großbritannien erhält nach dem Willen seiner Regierung landesweit Filter für Online-Pornografie. Sie sollen für alle Privatkunden von Zugangsanbietern per Voreinstellung eingeschaltet sein, bis ein Erwachsener den Wunsch nach Abschaltung bekundet. Nach dem Beschluss der britischen Regierung sollen die Provider bis Ende 2014 jeden Haushalt mit Internetanschluss befragen, ob der Zugang zu pornografischen Inhalten explizit gewünscht ist. De facto müssen sich die Kunden damit gegenüber ihrem Provider zum Pornokonsum bekennen. Bei der Einrichtung von neuen Zugängen wird die Abfrage dem Beschluss zufolge bereits ab Ende 2013 erfolgen.

Bei Mobilfunkverträgen soll ab 2014 für den Pornozugriff ein Volljährigkeitsnachweis nötig sein. Und bei öffentlichen WLANs sollen die Filter ab sofort an allen Orten aktiv sein, bei denen die Anwesenheit von Kindern wahrscheinlich ist. Hotels und Geschäfte könnten dann künftig mit einem speziell dafür entworfenen Logo für „familienfreundliches WLAN“ werben, erklärte Premierminister David Cameron. Die Regulierungsbehörde Ofcom solle überwachen, wie gut die Provider die Maßnahme umsetzen. Das Gesetz zu diesem Beschluss soll später im laufenden Jahr in Kraft treten.

Cameron begründete die Maßnahmen mit dem Kinderschutz. In einer Rede am 22. Juli argumentierte er, dass Online-Pornografie die „Kindheit zersetzt“ und dem Nachwuchs eine falsche Vorstellung von Liebe und Intimität gebe. Abgesehen davon gebe es in den „dunklen Ecken des Internet“ Inhalte, die ausgemerzt werden müssen, sagte Cameron in Bezug auf illegale Formen wie Kinderpornografie.

Welche Methode der Filterung bei den britischen Providern zum Einsatz kommt, ist bislang unklar. Wahrscheinlich handelt es sich um das von BT entwickelte Hybrid-Filtersystem Cleenfeed. Dieses nutzt die Blacklist der Internet Watch Foundation (IWF) und ist längst nicht so leicht zu umgehen wie ein einfacher DNS-Filter. Bürgerrechtler in Großbritannien schlugen Alarm. Sie befürchten eine Art Zensur, weil die Filter viel zu unscharf seien und neben Pornografie Glücksspielseiten, heftigere Web-Foren und Sites mit extremen politischen Äußerungen ausblendeten. (hob)

NSA-Skandal: Deutsche Geheimdienste unter Druck

Deutsche Geheimdienste nutzen die Ausspähdatenbanken des US-Militärnachrichtendienstes NSA stärker als bisher bekannt. Das berichtete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ unter Berufung auf geheime Unterlagen der NSA. Demnach setzen der Auslandsgeheimdienst BND und das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) eine NSA-Spähsoftware mit dem Namen „XKeyscore“ ein. Die Dienste räumten mittlerweile ein, dass sie „eine von der NSA zur Verfügung gestellte Software“ nutzen. Derzeit teste man die Software aber nur.

Dem Spiegel zufolge erfasst die NSA in dem Programm einen Teil der monatlich bis zu 500 Millionen Datensätze aus Deutschland, auf die sie Zugriff hat. XKeyscore ist einer als „top secret“ klassifizierten NSA-Präsentation zufolge eine Datenbank mit verschiedenen Spionage-Daten: Unter anderem werden darin Metadaten wie Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Zeitstempel von Nutzeraktivitäten gespeichert. Laut Spiegel lässt sich damit rückwirkend auch sichtbar machen, welche Stichwörter eine Person in eine Suchmaschine eingegeben hat. Darüber hinaus könne man über XKeyscore das zukünftige Mitschneiden von Kommunikationsinhalten für einen bestimmten Zeitraum veranlassen.

Den internen Dokumenten zufolge lobten die USA immer wieder die Zusammenarbeit mit dem BND, dessen Mitarbeiter die Amerikaner als „Schlüsselpartner“ bezeichneten. Der Partner habe insbesondere im Jahr 2012 einen großen „Eifer“ an den Tag gelegt und für die Zusammenarbeit sogar Risiken in Kauf genommen, heißt es in den Papieren. Weiter verbuche die NSA darin als Erfolgsgeschichte, dass die Bundesregierung ihre Auslegung des G-10-Gesetzes geändert habe, um die Weitergabe geschützter Daten an ausländische Geheimdienste zu ermöglichen. Das G10-Gesetz regelt die Befugnisse der Geheimdienste zum Abhören der Bundesbürger.

Angesichts der neuen Erkenntnisse wurden Forderungen nach Konsequenzen laut. Linken-Politiker legten den Präsidenten von BND und Verfassungsschutz den Rücktritt nahe, falls sie die neuesten Berichte über eine Kooperation nicht aufklären könnten. SPD-Chef Sigmar Gabriel brachte eine Ablösung von BND-Präsident Gerhard Schindler ins Gespräch. Unions-Innenpolitiker Hans-Peter Uhl nahm ihn dagegen in Schutz.

Der Linke-Bundestagsabgeordnete Steffen Bockhahn beklagte, dass das Parlamentarische Kontrollgremium über eine Kooperation der deutschen Geheimdienste mit der NSA nicht informiert worden sei. „Das geht so nicht“, sagte das Gremiumsmitglied der Mitteldeutschen Zeitung. Die Grünen forderten weitere Aufklärung. Grünen-Chef Cem Özdemir sagte der Süddeutschen Zeitung, er frage sich, „wie lange die Kanzlerin noch bei ihrem Motto bleibt: Mein Name ist Merkel, ich weiß von nichts.“

Der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums, Thomas Oppermann (SPD), warf der Kanzlerin vor, den BND nicht im Griff zu haben. „Der Vorgang offenbart, dass Frau Merkel die Kontrolle über den ihr unterstellten BND völlig entglitten ist. Hier wedelt der Schwanz mit dem Hund“, sagte er der Welt. Von der Piratenpartei hieß es, es sei allerhöchste Zeit, „dass die Bundesregierung mit dem plumpen Versuch aufhört, das ganze Volk zu täuschen“. Bernd Schreiner, Bundestagskandidat der Piraten aus Thüringen, fordert ein Misstrauensvotum gegen die amtierende Bundesregierung. (hob)

Internet-Werbung für Kinder verboten

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass in Internetspielen Kinder nicht zum Kauf von Spielzubehör animiert werden dürfen. Eine gewisse Zurückhaltung sei auch im Internet zum Schutz von Kindern nötig, entschied das Gericht in einem noch nicht rechtskräftigen Urteil. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) hatte gegen die Gameforge AG wegen ihrer Werbung zum Fantasy-Rollenspiel „Runes of Magic“ geklagt (Aktenzeichen: I ZR 34/12).

Das Spiel selbst ist gratis („Free-to-play“). Erst die zusätzliche Ausstattung der Spielfigur kostet Geld. Diese kostenpflichtigen Extras bewarb Gameforge mit dem Slogan „Schnapp’ Dir die günstige Gelegenheit und verpasse Deiner Rüstung & Waffen das gewisse ‚Etwas’“. Durch die Wortwahl sei der Text an Kinder gerichtet, entschied der BGH. (dbe)

Sonderheft c’t Security

Den Schutz gegen den Abhörwahn überlassen Politiker derzeit den Bürgern, und auch gegen andere Angreifer muss man sich selbst das passende Kraut suchen. Als Hilfe zur Selbsthilfe hat die c’t-Redaktion Tipps und Anleitungen zur digitalen Sicherheit im ab sofort bestellbaren Sonderheft c’t Security zusammengestellt. Einen einfachen und für alle Zeiten sicheren Schutz können wir nicht versprechen, doch geben wir Ihnen mit diesem Sonderheft Rezepte und Tools an die Hand, um es Geheimdiensten und Online-Kriminellen so schwer wie möglich zu machen.

Für den Rundumschutz gegen Angriffe aller Art haben wir die in der Redaktion stetig weiterentwickelten Sicherheitspakete Desinfec’t, c’t Bankix und c’t Surfix zum ersten Mal zusammen auf einer Heft-DVD versammelt. c’t-Security-Leser können außerdem mit JonDonym kostenlos anonym surfen (Premiumdienst mit 1,5-GByte-Kontingent, nutzbar bis 31. Januar 2014). Das Security-Sonderheft ist 170 Seiten dick und kostet 9,90 Euro (als E-Paper 8,99 Euro). (hob)

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