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RTL: Rein ins Netz

Der aus Schweden stammende TV-Streaming-Dienst Magine erhält Zugriff auf die TV-Kanäle der deutschen RTL-Sendergruppe. Der Dienst, der je nach Programmpaket bis zu 10 Euro im Monat kostet, verbreitet die Sender RTL, Vox, n-tv, RTL Nitro, SuperRTL und RTL 2. Die Vereinbarung folgt etwas mehr als einen Monat nach der generellen Ankündigung des Magine-Projekts in Deutschland. Der Dienst soll in diesem Monat als Beta online gehen. Magine ist aktuell für Apples iPhone, iPod touch und iPad sowie für Samsung-Smart-TVs verfügbar. Android-Apps sollen ebenso hinzukommen wie die Möglichkeit, im Browser zuzuschauen.

In Schweden arbeitet der Dienst mit den nationalen Fernsehsendern SVT und TV4 sowie internationalen Kanälen wie Discovery, CNN International, BBC, Eurosport und Cartoon Network zusammen. Auch hierzulande soll es sowohl Kooperationen mit öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern wie auch mit Pay-TV-Anbietern oder einzelnen Studios geben. (sha)

RTL: Raus aus DVB-T

Die RTL-Gruppe, Betreiber des größten deutschen Privatsenders RTL, zieht sich aus der Verbreitung per DVB-T zurück. Bis zum 31. Dezember 2014 wird die terrestrische Verbreitung bundesweit eingestellt. Der RTL-Ausstieg setzt auch die öffentlich-rechtlichen Sender unter Druck. „Wir sind in großer Sorge“, so die WDR-Rundfunkratsvorsitzende Ruth Hieronymi gegenüber dpa. „Und zwar deshalb, weil die Kosten für die terrestrische Verbreitung nach dem RTL-Ausstieg an denen hängenbleiben, die noch an DVB-T festhalten.“

RTL begründet den Rückzug damit, dass DVB-T der mit Abstand teuerste Verbreitungsweg sei. Die Kosten pro Haushalt lägen um ein Vielfaches über denen von Kabel oder Satellit – bei gleichzeitig weit geringerem Angebot an Sendern. „Daher war unser Ziel, zu einem effektiveren Standard wie zum Beispiel DVB-T2 zu wechseln, um dem Zuschauer weitere Programme gegebenenfalls auch in HD-Qualität bieten zu können“, erläutert RTL-Sprecherin Bettina Klauser. „Hierfür müsste die Mediengruppe RTL Deutschland Investitionen im mittleren zweistelligen Millionenbereich tätigen. Die dafür erforderliche Planungssicherheit war aber leider nicht gegeben.“ Es sei keineswegs sicher, dass die terrestrischen Frequenzen auch über das Jahr 2020 hinaus beim Rundfunk bleiben würden. Die Bundesnetzagentur will die Frequenzen möglichst für Breitband-Internet im ländlichen Raum zur Verfügung stellen. „Tatsächlich haben wir angeregt, die Frequenzen zu versteigern“, sagte Bundesnetzagentur-Sprecher René Henn.

Insgesamt 1,17 Millionen Haushalte, die das RTL-Programm derzeit noch terrestrisch empfangen, werden bis Ende nächsten Jahres darauf verzichten oder sich umstellen müssen. Im Raum München ist die Programmfamilie schon seit Anfang dieses Monats nicht mehr eingespeist. Die frei werdenden Frequenzen übernehmen die Sender Sat.1 Gold, Tele 5 und ab Sendestart auch ProSieben Maxx. Letzterer gehört zur ProSiebenSat.1-Gruppe, soll am 3. September 2013 starten und richtet sich an einkommensstarke, männliche Zuschauer im Alter zwischen 30 und 59 Jahren.

RTL rechnet damit, dass die terrestrischen Zuschauer auf Satelliten- oder Kabelempfang umsteigen. „Wir gehen nicht davon aus, dass der Ausstieg aus DVB-T einen merklichen Einfluss auf Marktanteile haben wird“, so Klauser. (sha)

Bundesliga-Videos: Sky konkurriert mit „Bild“

Anfang August – und damit pünktlich zum Bundesliga-Auftakt – hat der Münchener Pay-TV-Sender Sky die „Sky Sport News HD App“ veröffentlicht, die offizielle Anwendung für iPad, iPhone und iPod touch zum hauseigenen Sportnachrichtenkanal. Nutzbar ist die App in Deutschland und Österreich, auch ohne klassisches Sky Abonnement.

Besonders interessant sind aber nicht die über die App gebotenen „aktuellsten Nachrichten aus der Welt des Sports, Hintergrund-Stories, der ‚Clip des Tages’ und das komplette Sky Sport News HD Datencenter“, sondern ein mögliches In-App-Upgrade für monatlich 4,49 Euro (monatlich kündbar), mit dem man Zugriff auf den Live-Stream von Sky Sport News erhält – inklusive aller Tore der Bundesliga, des DFB Pokals, der UEFA Champions League und aller weiteren wichtigen Sportwettkämpfe unmittelbar nach Abpfiff.

Denn genau damit macht Sky dem Axel-Springer-Verlag Konkurrenz, der die Fußball-Bundesliga als einen Hebel seines Bezahlmodells nutzen will. Für die kommenden vier Jahre hat sich Bild die Rechte an den Höhepunkten der Bundesliga-Saison gesichert. Die Video-Schnipsel zwischen 90 Sekunden und sechs Minuten dürfen aber erst eine Stunde nach Abpfiff ins Netz gestellt werden. Über die neue Sky-App sollen sie hingegen bereits 5 Minuten nach Abpfiff verfügbar sein. Auch preislich ist das Bild-Angebot nicht attraktiver: Zwar kosten die Clips nur 2,99 Euro, die Bundesliga-Videos können aber nur Nutzer mit einem der drei Abo-Pakete dazubuchen. Das Abo für Web, Smartphone und Table-Apps kostet mindestens 4,99 Euro im Monat. Offenbar beschwerte sich Springer bei der Deutschen Fußball Liga (DFL), die die Rechte in verschiedenen Paketen verkauft hatte. Die erklärte kurz vor Redaktionsschluss, dass alle Medienpartner klar definiete Rechte erworben hätten und alle Pakete neben bestimmten Berechtigungen auch Grenzen enthielten, die die jeweiligen Exklusivitäten sicherstellen sollen. Diese Grenzen seien „von allen Rechte-Inhabern einzuhalten“. Die DFL versprach, in der Angelegenheit „kurzfristig im Dialog mit den Beteiligten“ eine Klärung herbeizuführen. (nij)

Geplante GEMA-Alternative C3S erreicht Etappenziel

Die Cultural Commons Collecting Society (C3S), die sich als Alternative zur Musikverwertungsgesellschaft GEMA etablieren will, hat das erste Finanzierungsziel ihrer Gründungsphase erreicht. Binnen 19 Tagen unterstützten etwa 750 Kleininvestoren über die Crowdfunding-Plattform Startnext die C3S mit einer Summe von mehr als 50 000 Euro. Eine erste Finanzierung ist damit laut Initiatoren zwar gewährleistet, doch sei das Ziel zum Aufbau der Verwertungsgesellschaft weiterhin 200 000 Euro, die bis zum 30. September auf diesem Wege zusammengetragen werden sollen. Erst dann sei es möglich, Entwickler einzustellen, die das seit 2010 entwickelte Konzept technisch umsetzen. Die C3S-Initiatoren sind sich aber sicher, dass bis zum Ende der Crowdfunding-Initiative noch ausreichend Zeit bleibt, um weitere Mitglieder zu gewinnen.

Die C3S ist als Europäische Genossenschaft konzipiert (nicht als wirtschaftlicher Verein), in der alle nutzenden Mitglieder über gleiches Stimmrecht verfügen (nicht nur der gut verdienende Teil). Es ist das erklärte Ziel der C3S, „durch Verwendung moderner Kommunikationstechnologie eine unkomplizierte Abwicklung bei optimaler Verteilungsgerechtigkeit zu ermöglichen“. Anders als bei der GEMA, die nur exklusiv einen gesamten Werkkatalog (oder gar nicht) vertritt, soll die C3S die Vertretung auch einzelner Werke erlauben. Neben klassischem Urheberrecht will man zudem für alle Creative-Commons-Lizenzverträge unterstützen und so „erstmals Marktgleichheit auch für alternative Lizenzierungskonzepte“ schaffen.

Die Gründung der Europäischen Genossenschaft ist angesetzt für den 25. September im Rahmen des „Reeperbahn Festivals“. Das notwendige Startkapital wurde von Unterstützern der C3S zusammengetragen. Parallel zum Crowdfunding konnte das C3S-Team nach eigenen Angabe dafür noch einmal 30 000 Euro sichern; insgesamt stünden somit bislang 80 000 Euro zur Verfügung. Nach erfolgreichem Start in Deutschland soll der Zulassungsbereich schrittweise europaweit ausgebaut werden. (nij)

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