Trends & News | News

Startschuss für USB 3.1

USB 3.1 klingt nach einem kleinen, unbedeutenden Update für die weitverbreitete serielle Schnittstelle. Tatsächlich verbirgt sich hinter der veränderten Nachkommastelle eine Tempoverdoppelung. So soll – laut der nun fertig gewordenen Spezifikation – die Brutto-Bitrate von 5 auf 10 GBit/s klettern. Auch beim Namen der neuen Geschwindigkeitsstufe stapelt das USB Implementers Forum tief: Superspeed+, mitunter ist auch von Enhanced Superspeed die Rede. Zum Vergleich: Superspeed schafft theoretisch 5 GBit/s, wovon in der Praxis bis zu 418 MByte/s übrig bleiben.

Nun sind die Hardware-Entwickler am Zug, die sowohl Protokollerweiterungen als auch die veränderten Transceiver implementieren müssen. Neue Steckverbinder sollen für USB 3.1 nicht erforderlich sein. Über technische Details will das USB Implementers Forum auf einer Reihe von Konferenzen informieren. Eine davon ist die USB 3.1 Developers Days Europe, die am 1. Oktober 2013 in Dublin beginnt.

Wann USB-3.1-Geräte auf den Markt kommen, steht noch nicht fest. Weil keine neuen Steckverbinder und große Architekturveränderungen erforderlich sind, könnte es etwas schneller gehen als bei USB 3.0. Damals verstrich nach Fertigstellung der Spezifikation über ein Jahr, bis erste kompatible Chips erschienen. Problematisch könnten wieder einmal die Hubs werden, denn diese müssen zwischen 5 und 10 GBit/s umsetzen. (bbe)

Zweiter Anlauf der Achtkernprozessoren

Mehr Kerne, weniger Strom – diesen Dreisprung wollte Samsung Anfang des Jahres mit einem Achtkernprozessor für Smartphones und Tablets schaffen. Doch der Exynos 5 Octa legte einen Fehlstart hin. Selbst Samsung Mobile brachte die damit versprochene Version des Galaxy S4 nie nach Deutschland, sondern verbaute lieber Prozessoren anderer Hersteller.

Ein halbes Jahr später stehen gleich zwei neue Achtkerner in den Startlöchern. Der eine kommt von Mediatek, der andere von Samsung Semiconductor. Der Exynos 5420 soll seinen glücklosen Vorgänger 5410 beerben. Warum den keiner haben wollte, verrät Samsung nicht. Es kursieren allerdings Gerüchte über einen schwerwiegenden Bug in der Logik des System-on-Chip (SoC), die beide CPU-Inseln miteinander verbindet. Demnach gibt es ein Problem mit der Cache-Kohärenz. Als Notlösung müssen alle Daten zwischen den Kernen mühsam über den Arbeitsspeicher synchronisiert werden. Das kostet Zeit und Strom – Klassenziel verfehlt.

CPU-seitig hat sich beim Exynos 5420 wenig getan: Es gibt wieder je vier Cortex-A15- und -A7-Kerne, die als Big-Little-Gespann kooperieren. Die maximale Taktfrequenz soll bei 1,8 respektive 1,3 GHz liegen. Das Speicher-Interface mit 64 Datenleitungen unterstützt nun LPDDR3-1866. Interessant ist, dass Samsung beim Grafikkern seinen kurzen Ausflug zu Imagination Technologies beendet und zu ARM zurückkehrt: So kommt im Exynos 5420 die Grafikeinheit Mali-T628 MP6 aus ARMs zweiter Auflage der Midgard-Familie zum Zuge. Im Vergleich zum Vorgänger mit PowerVR-SGX544MP3-Grafik soll sich die 3D-Leistung verdoppelt haben.

Samsung stellt den Exynos 5420 weiterhin selbst in einem 28-nm-Prozess her. Erste Musterchips sollen bereits fertig und auf der SIGGRAPH 2013 gezeigt worden sein. Die Serienproduktion soll noch im August anlaufen.

Mediatek hält mit dem nach eigenen Angaben „ersten echten, authentischen Achtkerner“ dagegen. In dem noch namenlosen Prozessor sollen acht identische Kerne – vermutlich vom Typ Cortex-A7 – arbeiten. Dabei dürfen laut einem Whitepaper von Mediatek alle acht Kerne gleichzeitig aktiv sein und mit 1,2 bis 2,0 GHz laufen. Ansonsten verrät Mediatek zu dem neuen Prozessor kaum etwas, selbst der Name ist noch nicht offiziell. Auch fehlen Angaben zum Grafikkern, dem Cache oder andere technische Details.

Ursprünglich war der Cortex-A7 in Big-Little-Gespannen als Juniorpartner für den schnellen aber stromhungrigen Cortex-A15 gedacht. Weil er zwar langsamer, aber dafür nicht nur sparsamer, sondern auch effizienter ist als der Cortex-A15, könnte er auch in Benchmarks an bisherigen SoCs vorbeiziehen. Zwar sieht das Big-Little-Konzept auch eine Betriebsart vor, bei der große und kleine Kerne gleichzeitig aktiv sind (siehe c’t 8/13, S. 174). Die Unterstützung für den offiziellen Linux-Kernel respektive Android (big-little MP) ist jedoch noch in der Entwicklung. So sind in Big-Little-CPUs im Moment immer maximal vier Kerne aktiv. Ein Cortex-A15-Kern liefert 3,5 DMIPS/MHz, der Cortex-A7 1,9. In der Praxis dürfte das Problem allerdings bei der Software liegen, denn viele Apps reizen noch nicht einmal Dual- oder Quad-Cores aus.

Ein anderer Chip beweist allerdings, dass Mediatek weder etwas gegen den Cortex-A15 noch das Big-Little-Konzept hat: So soll das vor wenigen Tagen vorgestellte System-on-Chip MT8135 künftig High-End-Tablets antreiben. Darin teilen sich je zwei Cortex-A15 und -A7-Kerne die Arbeit. Als Betriebsmodus favorisiert Mediatek big-little MP. Um 3D-Grafik kümmert sich hier ein PowerVR-Kern der Serie 6. (bbe)

Artikel kostenlos herunterladen

Anzeige