4K im Anflug

Inhalte, Schnittstellen und Displays für ultrahohe Auflösungen

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Displays mit vierfacher Auflösung verlangen nach Bildern mit ausreichend Pixeln. Doch während ultrahochauflösende Monitore und TVs langsam, aber sicher in den Verkaufsregalen landen, wirft 4K-Quellmaterial weiterhin Probleme auf. Ein Blick auf die Situation um Film, Spiel und TV-Programm – und wie man eigene 4K-Filme produziert.

Wer zum ersten Mal einem Display mit Ultra-HD-Auflösung (UHD) gegenübersteht, wird zweimal hinschauen: Einmal auf das große Panel, das mit 3840 × 2160 Bildpunkten gleich das Vierfache der heutigen Full-HD-Auflösung von 1920 × 1080 Pixeln bietet – und dann auf das Preisschild. Das sorgt dann bei vielen Interessenten für Ernüchterung – Schnäppchen sind die derzeit verfügbaren Modelle nicht gerade.

Dabei werden ultrahochauflösende Displays zumindest bei den großen Modellen mit Diagonalen über 30 Zoll wie Full-HD-Schirme gefertigt: Es braucht weder neue TFT-Techniken noch neue Fertigungsstraßen, die alten Linien lassen sich auf 4K umrüsten. Aktuell fehlt den Herstellern bei der 4K-Produktion lediglich die Erfahrung, weshalb die Ausbeute an „guten“ Panels noch nicht auf dem Stand gleich großer Full-HD-Displays liegt. Über die kommenden Monate darf man aber auf einen ordentlichen Preisverfall hoffen, nicht zuletzt aufgrund der Konkurrenz aus China (siehe Seite 26).

Unabhängig von der Diagonalen klingt 4K nach beeindruckend viel Auflösung. Betrachtet man allerdings die Anzahl der Pixel pro Zoll (ppi beziehungsweise dpi), relativiert sich die Auflösung der Riesenschirme: Ein 85-zölliges UHD-TV mit 2,16 Metern Diagonale hat beispielsweise 52 ppi – keine besonders feine Darstellung im Vergleich zu hochauflösenden Mobildisplays. Desktop-Monitore haben heute üblicherweise 90 bis 109 ppi, 32-zöllige 4K-Monitore erreichen immerhin 138 ppi. Aktuelle Smartphones zeigen allerdings über 300 ppi, Hersteller wie Sharp haben schon Mobildisplays mit 600 ppi gezeigt.

Dass die ultrahochauflösenden Fernseher überdurchschnittlich groß sein müssen, erklärt sich durch das menschliche Sehvermögen: Aus zwei bis drei Metern Entfernung – dem im Wohnzimmer üblichen Sehabstand – erkennt man den Unterschied zwischen Full HD und UHD auf einem 32-Zoll-TV mit 81 cm Diagonale nicht mehr. Hierfür müsste der Zuschauer auf 1,20 Meter ans TV heranrücken. Bei einem 55-Zoll-TV mit 1,40 Meter Diagonale erkennt man den Unterschied ab etwas mehr als zwei Metern; das kommt der Realität im Wohnzimmer deutlich näher.

Ganz so schnell wie der Preisverfall bei ultrahochauflösenden Displays einsetzen wird, dürfte das Angebot an kommerziellen 4K-Videos wohl nicht wachsen. Die Entscheidung, ob man beim nächsten Gerät noch zum extragroßen Full-HD-TV greift oder besser auf ein Ultra-HD-Modell spart, entscheidet sich deshalb an der Frage, ob die 4K-TVs auch bei hochgerechnetem HD-Material ein sichtbar besseres Bild liefern und ob ihre Ausstattung den Full-HD-Kollegen mindestens ebenbürtig ist. Eine Antwort auf diese Fragen liefert der Artikel ab Seite 95.

Neustart

Während es an ultrahochauflösenden (Kino-)Filmen noch mangelt, findet man im Internet bereits eine Menge Ultra-HD-Material – etwa durch Eingabe des Suchbegriffs „4K“ auf YouTube. Hochladen kann man dort Clips mit Auflösungen bis 4096 × 3072 Bildpunkte. Entgegen anderslautender Gerüchte scheint der YouTube-eigene, Web-basierte Video-Player in der höchsten Einstellung „Original“ übrigens auch volles UHD anzuzeigen und nicht nur 2048 × 1536 Pixel. Das haben zumindest unsere Sichttests an den Ultra-HD-TVs mit einem passend ausgestatteten Rechner ergeben. Um auf Nummer sicher zu gehen, kann man 4K-Videos mit Tools wie dem Firefox-Plug-in Video DownloadHelper oder der Mac-Anwendung ClipGrab herunterladen und danach mit Software-Playern wie dem VLC Media Player abspielen. Dafür reichen im PC bereits preiswerte Grafikkarten wie AMDs Radeon-Serie HD 7000 und Nvidias GeForce 600/700 für unter 100 Euro. Auch die integrierte Grafik aktueller Prozessoren kann bereits 4K-Video über HDMI an einen UHD-Fernseher schicken.

Die 4K-Übertragung wurde in der Version 1.4 des High Definition Multimedia Interface (HDMI) für Auflösungen von 3840 × 2160 Pixel mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde und von 4096 × 2160 Pixeln mit 24 Bildern pro Sekunde spezifiziert. Letzteres entspricht der 4K-Kinonorm der „Digital Cinema Initiatives“ (DCI) der großen Hollywood-Studios. Weil die DCI-Norm alle im Kino vorkommenden Bildformate unter einen Hut bringen will, muss die 4K-Auflösung nur horizontal oder vertikal voll genutzt werden: Ein Kinobild mit dem Seitenverhältnis 1,85:1 (amerikanisches Breitwandformat) liegt mit 3996 x 2160 Bildpunkten ebenso innerhalb der Spezifikation wie ein Streifen im Format 2,35:1 (Cinemascope) mit 4096 × 1714 Bildpunkten.

Kinofilme

Im Internet findet man diverse Trailer aktueller Kinofilme in 4K-Auflösung. Wer sich diese anschaut, bemerkt schnell extreme Schärfeunterschiede – nicht nur von Clip zu Clip, sondern häufig sogar zwischen einzelnen Szenen. Das kann verschiedene Ursachen haben, etwa das Rauschverhalten der 4K-Kamera bei schlechten Lichtverhältnissen. Neuere Streifen sind zudem nicht durchgehend in 4K gedreht: Für besonders spektakuläre Actionszenen werden Kameras wie die Phantom Flex mit Superzeitlupe genutzt, die 1455 Bilder pro Sekunde in einer Auflösung von 2560 × 1600 Pixel aufnimmt. Bei Verfolgungsjagden kommen dagegen kleine Handkameras mit geringer Auflösung zum Einsatz. Im Kontrast dazu stehen dann CGI-Aufnahmen in voller 4K-Auflösung und 4K-Aufnahmen mit Profikameras wie der Red Epic, Sonys F55/65 oder Canons C500.

Weil Trailer auf Dauer nicht reichen, bietet Sony in den USA für rund 700 US-Dollar den Videoplayer FMP-X1 an. Auf dessen 2 Terabyte großer Festplatte befinden sich ab Werk zehn Spiel- und einige Kurzfilme in Ultra-HD-Auflösung – darunter „The Amazing Spider-Man“, „Total Recall“ (2012), „Bad Teacher“ und „Taxi Driver“. Auch Sonys kommende Spielkonsole PlayStation 4 soll ultrahochaufgelöste Filme abspielen können. Auf 4K-Spiele mit der PS4 sollte man dagegen nicht hoffen – dafür müsste die Konsole viel mehr Rechenleistung mitbringen.

Kopierschutz-Maßnahmen

4K-Filme werden nicht mehr auf einem physischen Medium ausgeliefert – ein massentauglicher 4K-Nachfolger der Blu-ray Disc ist nicht in Sicht. Stattdessen sollen FMP-X1 und PS4 Sonys neuen 4K-Online-Dienst nutzen, der in den USA im Herbst startet. Der japanische Elektronikkonzern will die ultrahochaufgelösten Filme offenbar während Leerlaufzeiten über das Internet auf die Geräte übertragen und sie den Kunden dann zur Miete oder zum Kauf anbieten – natürlich DRM-gesichert.

Sonys Videoplayer FMP-X1 arbeitet nur mit hauseigenen 4K-Fernsehern zusammen – und das je nach Alter des TV-Geräts auch erst nach einem kostenlosen Eingriff durch den Sony-Service [2]. Es spricht einiges dafür, dass beim 4K-Player erstmals die im Februar 2013 spezifizierte HDCP-Version 2.2 (High-bandwidth Digital Content Protection) zum Einsatz kommt. Sie sorgt für die Verschlüsselung der digitalen Bild- und Tonsignale über HDMI. In der aktuellen HDMI-Version 1.4(a) ist nur HDCP 1.1 spezifiziert. Unsere diesbezügliche Anfrage bei Sony blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Spencer Stephens, CTO der Sony Pictures Studios, erklärte jedoch auf der Veranstaltung „Anti-Piracy and Content Protection Summit“ im Juni 2013 in Los Angeles, man wolle die Einführung von 4K als Chance für einen kompletten Neustart in Sachen Anti-Piraterie-Produktdesign nutzen. HDCP 1.1 wurde nämlich mittlerweile geknackt. Der 4K-Player könnte sich damit als Vorbote für das erweisen, was Anwender künftig bei Ultra-HD-Geräten erwartet.

Möglicherweise drängt Hollywood auch darauf, den überarbeiteten Kopierschutz offiziell in die HDMI-Spezifikation aufzunehmen. Das würde die wiederholte Verzögerung bei der Neuauflage des HDMI-Standards erklären. Denn allein wegen der Bildwiederholrate wäre bei Kinofilmen kein Update der Schnittstelle nötig: Laut aktueller DCI-Spezifikation sind bei 4K nur 24 Bilder pro Sekunde möglich, was HDMI schon heute unterstützt.

Fernsehen

Höhere Bildwiederholraten wären insbesondere für Fernsehübertragungen in Ultra-HD nötig, da hier neben Kinofilmen auch Shows und Sportübertragungen gesendet werden sollen. Für flüssige Bewegungsdarstellungen braucht man Bildwiederholraten von 50 beziehungsweise 60 Hz – und damit komplett andere Kameras als die von den Filmstudios eingesetzten Modelle. Zwar haben die europäischen Satellitenbetreiber SES Astra und Eutelsat bereits 4K-Demoausstrahlungen durchgeführt (siehe c’t-Link). Doch das Fernsehen wird bei der 4K-Einführung trotzdem keine Vorreiterrolle einnehmen. So will Sky den regulären Sendebetrieb in UHD nicht vor 2015 aufnehmen [3].

Die bei einer TV-Ausstrahlung in vierfacher Full-HD-Auflösung mit hoher Bildwiederholfrequenz anfallenden Daten würden die vorhandenen Übertragungswege fluten. Deshalb wird man nicht mehr den momentan bei der HD-Übertragung genutzten MPEG-4/AVC (Advanced Video Coding) alias H.264 verwenden können, sondern den effizienteren Nachfolger H.265/HEVC (High Efficiency Video Coding). Dieser Standard durchläuft derzeit die Gremien und wird noch kräftig weiterentwickelt. Wenn alles nach Plan läuft, würden per H.265-komprimierte TV-Bilder mit UHD-Auflösung laut SES Astra eine Datenrate von 20 MBit/s benötigen. In H.264 wäre etwa das Doppelte nötig. Aktuell braucht man für die Übertragung von HD-Bildern in 1080i mit 50 Hz eine Bandbreite von 5 bis 10 MBit/s.

Camcorder

Angesichts der noch fehlenden 4K-Inhalte von Film und Fernsehen liegt es nahe, 4K-Videos selbst zu drehen – beispielsweise mit der Action-Cam GoPro Hero 3. Deren Black Edition bietet Aufnahme-Modi jenseits von Full HD. Das sind zum einen die beiden mittleren Auflösungen „2,7K“ mit 2704 × 1524 Pixel (16:9) und 30 Frames pro Sekunde (fps) sowie „2,7k Cin“ mit 2704 × 1440 Bildpunkten (17:9) und 24 fps. Zusätzlich gibt es zwei ultrahochauflösende Varianten, nämlich „4K“ mit 3840 × 2160 (16:9) und „4K Cin“ mit 4096 × 2160 Pixel (17:9). Actiontauglich sind diese Formate aber nicht: Sie arbeiten mit maximal 15 beziehungsweise 12 Hz.

Im Inneren der Hero 3 sitzt ein 1/2,3-Zoll großer BSI-Sensor vom Typ Sony IMX117CQT, der laut Datenblatt die 4096 × 2160 Pixel sogar mit 60 Bildern pro Sekunde erfassen kann. Allerdings kann die Kamera-Hardware diese Datenflut nicht verarbeiten. Die nächste Generation der GoPro Hero wird voraussichtlich 4K-Aufnahmen mit immerhin 24, 25 und 30 Bildern pro Sekunde ermöglichen.

Schon die aktuellen 4K-Aufnahmemodi können die derzeit verfügbaren GoPros in die Knie zwingen: Die H.264-komprimierten Videos (im MP4-Container) lassen sich nur auf MicroSD Cards der Klasse 10 mit Schreibgeschwindigkeiten von 10 MByte pro Sekunde schnell genug wegschreiben. Das geht aber nicht mit jeder Class-10-Karte. GoPro selbst empfiehlt auf seiner Website nur fünf Modelle von Lexar, Delkin und Samsung. Aufgrund der Probleme mit anderen Karten veröffentlichte der Hersteller Ende Juli ein Firmware-Update für die GoPro Hero 3 Black Edition, das die Datenrate je nach Karte automatisch auf 35 MBit/s reduziert. Diese Maßnahme führt allerdings zu einer Verschlechterung der Bildqualität. Bei unserer Speicherkarte von Transcend war die Reduzierung glücklicherweise nicht nötig.

Digitalkameras

Für digitale Fotokameras ist 4K keine Herausforderung: Selbst Einstiegsmodelle aus dem Spiegelreflex- und Systemkamerabereich haben heute mehr als 16 Megapixel Auflösung, bei teureren Modellen sind 25 Megapixel üblich. Das gilt allerdings nur für Einzelbilder, aus denen sich beispielsweise Zeitraffer-Sequenzen zusammensetzen lassen. Auf YouTube findet man unter dem Stichwort „4K Timelapse“ diverse solcher aus 4K-Einzelbildern zusammengefügten Aufnahmen. Der Videomodus auch hochwertiger Digitalkameras reicht nur bis Full-HD-Auflösung mit 60 Hz. Erst Kameras im fünfstelligen Preisbereich wie die Canon EOS-1D C bieten eine 4K-Videofunktion. Eine Ausnahme stellt die Systemkamera Nikon 1 dar, die es in der älteren Variante V1 mittlerweile für unter 350 Euro gibt.

Die Nikon 1 nimmt ultrahochauflösende Videos über den sogenannten „Burst Mode“ auf, eine automatische Serienaufnahme von Einzelbildern. Diese haben eine Auflösung von jeweils 3872 × 2592 Pixel bei der V1 und 4608 × 3072 Pixel beim neueren Modell V2. Möglich sind Aufnahmen mit 60 Bildern pro Sekunde. Allerdings werden auch die Nikon-1-Modelle durch die Hardware begrenzt: Ihr Bildspeicher fasst maximal 40 Bilder auf einmal. Wer 60 fps einstellt, kann also gerade einmal 0,66 Sekunden Video aufnehmen. Praktikabler ist deshalb die Einstellung 30 fps, was immerhin für 1,25 Sekunden reicht. Verlangsamt man bei der Nachbearbeitung die Geschwindigkeit auf 24 oder 25 Bilder pro Sekunde, kommt man auf rund 1,5 Sekunden pro Aufnahme.

Hat man den Bildspeicher vollgeknipst, dauert es mehrere Sekunden, bis die Nikon alle 40 Bilder auf die Speicherkarte geschrieben hat. Längere Aufnahmen ohne ungewollte Sprünge sind nur möglich, wenn sich die aufgenommene Szene in der Zwangspause nicht verändert. Die meisten Videos, die man im Internet über „4K Burst Mode“ findet, zeichnen sich deshalb durch schnelle Schnitte aus (siehe c’t-Link).

Für einen Videoclip muss man die einzelnen 4K-Sequenzen der Nikon  1 zu einem Film zusammensetzen. Das klappt unter Windows und Mac OS X recht einfach mit dem QuickTime 7 Player, der Bildsequenzen zu einem Film mit bis zu 60 fps zusammenfasst. Das Programm bekommt man für 27 Euro bei Apple. Für Besitzer der „Pro-Apps“ Aperture, Final Cut Pro X oder Logic Pro ist es kostenlos. Für ein optimales Ergebnis empfiehlt es sich, alle Bilder zunächst im RAW-Format aufzunehmen. Vor dem Zusammensetzen kann man sie dann in einem RAW-Entwickler wie Aperture oder Lightroom auf das UHD-Format mit 3840 × 2160 Bildpunkten zurechtzuschneiden. Will man aus den Schnipseln einen längeren Film basteln, bieten sich Programme wie Final Cut Pro X oder Premiere Pro an.

Beim MPEG-4-Export der in QuickTime zusammengesetzten Bildsequenz sollte man darauf achten, dass dem Encoder eine ausreichend hohe Datenrate zur Verfügung steht. Andernfalls machen Kompressionsartefakte den Ultra-HD-Eindruck im 4K-Video zunichte. Ein von YouTube heruntergeladener 4K-Democlip, der auf einem 27-Zoll-Display mit 2560 × 1440 Pixel Auflösung hervorragend aussah, fiel beim Sichttest auf den UHD-Fernsehern wegen der Artefakte komplett durch. Für unsere eigenen Aufnahmen wählten wir Datenraten jenseits von 200 MBit/s.

DisplayPort statt HDMI

Eigene Fotos und Videos kann man wunderbar am großen 4K-Fernseher betrachten – bearbeiten wird man sie aber bevorzugt am ultrahochauflösenden Monitor. Hier gibt es deutlich weniger Einschränkungen bezüglich der Bildwiederholfrequenz als bei den UHD-Fernsehern. Der Grund: Die Monitore werden über DisplayPort statt über HDMI angesteuert. Die bei PCs übliche Schnittstelle hat ab Version 1.2 genug Bandbreite, um 3840 × 2160 Bildpunkte 60-mal pro Sekunde zum Display zu schicken.

Alle Nvidia-Grafikkarten der GeForce-Modellreihen GT 600 und GT 700 mit Kepler-GPU unterstützen DisplayPort 1.2; bei AMD sind die Radeon-Grafikkarten ab der 7000er-Serie kompatibel. Die DisplayPort-Version 1.1a schafft maximal 10,8 GBit/s und kann damit bei 60 Hz höchstens 2560 × 2048 Bildpunkte übertragen. Erst DisplayPort 1.2 erweitert die Videobandbreite auf 21,6 GBit/s.

Ab Windows 7 ist die höhere Auflösung am Monitor unproblematisch, denn Systemschriften und Icons lassen sich stufenlos anpassen. Dann muss man weder zur Lupe greifen noch erscheinen Schriften zerfranst oder verwaschen. Dank der höheren Pixelzahl passt auf den 4K-Desktop viel mehr Inhalt als auf Full-HD-Displays. DTP-Anwender können zwei A4-Seiten in Originalgröße mit gestochen scharfer Schrift genießen.

Während Videos am DisplayPort schon von preiswerten Grafikkarten ruckelfrei ausgegeben werden, scheitert es bei Spielen an der Grafikleistung: Selbst teure Karten wie die GeForce GTV Titan für knapp 1000 Euro taugen nicht zum Spielen mit 4K-Auflösung. Die Wiedergabe von feinen Texturen beeindruckt zwar, doch wenn man sich im Spiel bewegt, bricht die Bildrate teilweise auf unter 20 fps ein. Ergebnis: Es ruckelt und zuckelt kräftig; Games wie Max Payne, Tomb Raider oder Crysis werden unspielbar. Allenfalls Strategiespiele wie Anno 2070 oder Rennspiele wie Dirt Showdown gehen mit 3840 × 2160 Bildpunkten noch halbwegs in Ordnung. Für rasante Spiele in UHD-Auflösung wäre im Grafikchip etwa das Doppelte der aktuell verfügbaren Rechenleistung nötig.

4K-Monitore

In diesem Jahr kommen zwar etliche 4K-Fernseher auf den Markt, es gibt bislang aber nur eine sehr überschaubare Anzahl an 4K-Monitoren. Eizo stellte im vergangenen Jahr mit dem FDH3601 einen 36-zölligen Monitor mit 4096 × 2160 Pixeln vor. Das sehr teure Gerät – sein Preis liegt im fünfstelligen Bereich – ist für professionelle Anwendungen gedacht, etwa in der Flugsicherung. Der Eizo-Monitor wird über zwei DisplayPort- oder zwei DualLink-DVI-Kabel an den PC geschlossen und gibt sich gegenüber dem PC stets als zwei Monitore aus.

Bei den brandneuen UHD-Monitoren von Sharp und Asus (siehe auch Seite 58) genügt eine einzelne DisplayPort-Verbindung. Beide nutzen ein Sharp-Panel mit 3840 × 2160 Pixeln und messen 81 Zentimeter (32 Zoll) in der Diagonale. Dank ihrer 140 ppi feinen Auflösung sieht man aus normalem Betrachtungsabstand von rund 60 Zentimetern keinerlei Pixelraster; die Darstellung wirkt wie gemalt. Ganz billig sind auch diese 4K-Monitore nicht: Asus verlangt 3500 Euro für den PQ321. Sharps PN-K321H soll sogar 8000 Euro kosten, er ist allerdings für den 24-7-Dauerbetrieb ausgelegt.

Um 4K-Inhalte pixelgenau mit 60 Hz auf die Displays von Sharp und Asus zu holen, sind aktuell noch ein paar Handgriffe erforderlich. Beide arbeiten ab Werk im sogenannten SST-Modus (Single Stream Transport), in dem sie UHD-Bilder mit maximal 30 Hz entgegennehmen. Das reicht für Office-Anwendungen völlig aus. Für die Wiedergabe mit 60 Hz muss man den Monitor in den MST-Modus (Multi Stream Transport) schalten. Dadurch meldet er sich bei der Grafikkarte als zwei Bildschirme mit jeweils 1920 × 2160 Bildpunkten an. Im Grafikkartentreiber wählt man dann den linken der beiden virtuellen Schirme als primäres Display und erweitert den Desktop auf den zweiten Schirm.

Die Taskleiste reicht danach allerdings nur bis zur Mitte des 4K-Displays. Fenster werden per Mausklick stets nur auf eine der Schirmhälften maximiert und Spiele laufen nur auf dem primären virtuellen Display, also der linken Schirmhälfte. Abhilfe schafft hier die Funktion Eyefinity in AMD-Grafikarten beziehungsweise Vision Surround im Nvidia-Treiber: Sie fassen beide Schirmhälften zu einem Desktop mit 4K-Auflösung zusammen.

Die umständliche SSD-MST-Umschaltung sei notwendig, weil nicht alle Grafikkarten mit DisplayPort 1.2 die ultrahohe Auflösung mit 60 Hz unterstützen, erklärten uns die Monitorhersteller. Die Grafikkartenhersteller schweigen sich bislang über den Umweg mit zwei virtuellen Schirmen aus. In der Spezifikation heißt es, DisplayPort 1.2 muss mindestens eine Datenleitung mit maximal 5,4 GBit/s zur Verfügung stellen – was für 4K mit 60 Hz nicht ausreicht. Zwei oder vier Datenleitungen müssen die Grafikkartenhersteller laut Spec nur optional vorsehen. Insofern wäre ein Single-Stream-Modus im Monitor tatsächlich sinnvoll. Schöner wäre es allerdings, wenn der Monitor bei höheren Datenraten automatisch den MST-Modus aktivieren würde.

Der Beta-Treiber 326.41 für Nvidias Grafikkarte GTX7700 macht Hoffnung, dass sich die genannten Probleme in absehbarer Zeit legen: Mit ihm tauchte der getestete Asus-Monitor in den Anzeigeeinstellungen von Windows im MST-Modus sofort als einzelnes 4K-Display auf und ließ sich direkt mit 60 Bildern pro Sekunde beliefern.

Was kommt

Der Umstieg von Full HD auf Ultra HD wird noch eine Weile dauern – aber er wird kommen, daran besteht kein Zweifel. Die aktuelle Situation ähnelt dem Wechsel von PAL auf HD: Auch damals gabs viele Klagen über teure Geräte und nicht vorhandene Inhalte. Speziell die hiesigen TV-Sender taten sich mit der hohen Auflösung schwer, Filme in Full-HD waren Mangelware, der Kopierschutz HDCP sorgte für hinreichend Unmut. Trotzdem wurden HD-Displays gekauft, weil ihre Darstellung so viel besser war. Nicht auszuschließen, dass es diesmal wieder so läuft. (uk)

Literatur
  1. [1] Martin Fischer, Ausgereizt, Die Hochleistungsgrafikkarte GeForce GTX Titan, c’t 8/13, S. 68
  2. [2] Nico Jurran, Sonys Black Box, 4K-Videoplayer im neuem „Anti-Piraterie-Design“, c’t 16/13, S. 44
  3. [3] Ulrike Kuhlmann, Mehr Pixel, mehr Probleme, c’t 4/13, S. 30

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