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3D-Scans erzeugen und aufbereiten

Diverse Programme rechnen Daten von Tiefenkameras mit PrimeSense-Sensoren wie Kinect und Asus Xtion in 3D-Scans realer Objekte um (c’t 13/13, S. 118). Zwei davon gibt es in einer neuen Version: Die integrierten Treiber von KScan3D 1.0.7 unterstützen jetzt auch den exotischen Sensor PrimeSense Carmine 1.09. Der eignet sich besser für Scans kleiner Gegenstände, da sein Mindestabstand zum Objekt nur rund 35 Zentimeter betragen soll. Der FabliTec 3D Scanner ist hingegen auf plastische Porträts spezialisiert. Bei Version 1.0 der Windows-Anwendung kann man die Auflösung des Scans wählen. Außerdem höhlt sie Porträtbüsten innen aus, was die Kosten beim Druck über einen Webdienstleister drastisch senkt – diese berechnen sich meist auf Basis des gedruckten Materialvolumens. Ein spezieller Modus für einen hochkant gestellten Sensor soll erlauben, Personen komplett zu erfassen – bislang lieferte FabliTec nur Brustbilder. Für Besitzer einer Vorversion ist das Update gratis, die Vollversion kostet beim Vertriebspartner German RepRap aktuell 147,50 Euro.

Zwei Initiativen auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter gehen das Thema 3D-Scan auf neue Weise an: Beim Projekt „Volumental“ benötigt der Anwender zwar ebenfalls einen PrimeSense-Tiefensensor und die passenden Treiber auf dem Rechner. Die Software, die aus den Daten ein 3D-Modell berechnet, läuft aber komplett im Browser. Die Finanzierung des kommerziellen Produkts über Kickstarter war bei Redaktionsschluss bereits gesichert; eine Vorabversion kann man derzeit frei ausprobieren. Das Projekt Fuel3D hingegen möchte ein Handgerät zum Scannen für unter 1000 US-Dollar auf den Markt bringen. Es soll in wenigen Augenblicken eine Fotoserie vom Zielobjekt aufnehmen, wobei eingebaute Blitze für unterschiedliche Lichtbedingungen sorgen. Die Bilder werden anschließend nach dem Prinzip der Fotogrammetrie zu einem 3D-Modell verrechnet.

Kaum ein 3D-Scanner liefert perfekte Oberflächennetze. Der Prototyp der Software Project Memento von Autodesk Labs soll helfen, auch Roh-Scans mit zig Millionen Polygonen anzuzeigen. Sie soll Problemstellen wie Topologiefehler oder isolierte Partikel im Oberflächennetz finden und ausmerzen und am Ende das Modell mit reduzierter Komplexität wieder ausgeben können. Die Anwendung importiert und exportiert Dateien im Standardformat OBJ sowie im proprietären RCM-Format, das Autodesks eigenes Scan-Werkzeug ReCap schreibt. Die Software benötigt einen Windows-Rechner mit einer 64-Bit-Version von Windows 8 oder Windows 7 Professional, Enterprise oder Ultimate. 8 GByte Arbeitsspeicher werden empfohlen; die Grafikkarte muss OpenGL ab 3.2 und DirectX10 oder neuer unterstützten. Die Software ist kostenlos, läuft aber nur bis zum 23. Januar 2014. (pek)

Wissenschafts-Videothek

Microsoft hat nach eigenen Angaben mehr als 4000 Videos von mitgeschnittenen Vorträgen, Interviews und Vorlesungen rund um Wissenschaft und Forschung, Informatik und Bildung in eine kostenlose App für Windows 8 und RT gepackt. Viele der Filme sind bei Microsofts eigenen Veranstaltungen entstanden, etwa bei den jährlichen Faculty Summits der Research-Abteilung. Die Video Library App enthält aber auch fremde Videos, beispielsweise sieben Vorträge des Physikers und Nobelpreisträgers Richard Feynman, die er 1964 an der Cornell Universität gehalten hat. Zusätzlich zur Filmaufnahme des Redners sind bei vielen Beiträgen auch die Präsentationsfolien zu sehen. Andere werden mit transkribiertem Text unterlegt. (pek)

Simulieren im Browser

Der Webdienst Simscale führt strukturmechanische Analysen durch, simuliert Flüssigkeitsströme und untersucht thermodynamische Effekte auf Bauteile – alles im Browser. Für eine Analyse der Strukturmechanik lädt man beispielsweise CAD-Modelle in einem der Dateiformate STEP, BREP, IGES oder STL hoch und speichert sie im persönlichen Workspace auf dem Server des Anbieters. Mithilfe halbautomatischer Assistenten vernetzt man die 3D-Objekte, um für die numerische Simulation eine Struktur aus finiten Elementen zu erhalten. Die Rechenarbeit erledigt dann die Cloud – der Anwender kann die virtuelle Hardware beliebig konfigurieren und auch mehrere Varianten einer Analyse parallel rechnen lassen. Die Ergebnisse inspiziert man entweder über eine Visualisierung im Browser oder lädt sie als Datensatz herunter. Der Webdienst soll auch die Zusammenarbeit mit Kunden und Kollegen über Dateifreigaben und Projektmanagement-Werkzeuge erlauben. Der Basis-Zugang ist kostenlos und für kleinere Tests gedacht. Umfangreiche Analysen bezahlt man nach Rechenzeit. (pek)

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