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Gmail vs. Privatsphäre

In Kalifornien klagen mehrere US-Bürger gegen Google, weil das Unternehmen bei seinem Dienst Gmail eingehende E-Mails automatisch scannt und ihre Inhalte auswertet. Auf diese Art wird Spam gefiltert und zielgerichtete Werbung angezeigt. Unter den Klägern sind auch Nutzer, die kein Gmail-Konto haben, aber E-Mails an Kunden des Dienstes sendeten. Ihnen gegenüber argumentiert Google, dass sie zwar nicht an Googles Vertragsbestimmungen gebunden seien, aber implizit Googles Praxis zugestimmt hätten. Alle Mail-Nutzer müssten erwarten, dass ihre Nachrichten automatisch verarbeitet würden.

Google vergleicht das Scannen mit dem Öffnen der Post durch eine Sekretärin. Außerdem beruft sich das Unternehmen auf ein 34 Jahres altes Urteil. Darin ging es um die behördliche Speicherung gewählter Telefonnummern ohne Genehmigung: Weil Telefongesellschaften Verbindungsdaten sowieso speichern, könnten Kunden „keine vernünftige Erwartung von Privatsphäre“ haben. Der Anschlussinhaber übermittle die gerufenen Telefonnummern freiwillig „im normalen Geschäftsablauf“. Dieses Privileg will Google nun auch für sich in Anspruch nehmen und dazu gleich definieren, was der „normale Geschäftsablauf“ ist – bei Google umfasse der eben das automatische Mitlesen von E-Mails.

Die NGO „Consumer Watchdog“ kritisierte diese Argumentation: „Google hat endlich zugegeben, dass sie Privatsphäre nicht respektieren“, sagte deren Aktivist John Simpson. Gegenüber c’t erklärte ein Google-Sprecher: „Wir nehmen die Sicherheit und den Schutz der Privatsphäre unserer Nutzer sehr ernst.“ (Daniel AJ Sokolov/dbe)

Firefox 23 teilt aus

Die neue Version des Firefox-Browsers ergänzt das Social-API um eine neue Teilen-Funktion. Mit ihr ist die Veröffentlichung eines Links bei Facebook mit zwei Klicks erledigt.

Ein nachgeschobenes Update auf Version 23.0.1 korrigiert außerdem Darstellungsprobleme im Video-Codec H.264 unter Windows Vista. Zudem behebt es Fehler bei der Rechtschreibkontrolle sowie bei der Audioübertragung bei WebRTC.

Entfernt wurde die Möglichkeit, in den Einstellungen Javascript abzuschalten. Über den Konfigurationsdialog about:config ist das weiterhin möglich. Getilgt sind auch die Optionen „Tableiste immer zeigen“ und „Bilder immer laden“. Das kontroverse HTML-Tag <blink> ignoriert Firefox künftig. (dbe)

Facebook hilft beim Bezahlen

Facebook will die Onlinezahlung in mobilen Apps vereinfachen. Bei einem Bezahlvorgang übermittelt das Unternehmen etwa die Kreditkartennummer an den jeweiligen Partnershop. Dem Nutzer erspart dies die umständliche Eingabe seiner Zahlungsdaten auf dem Smartphone. Facebook testet das Bezahlverfahren zunächst im Männermode-Shop „JackThreads“.

Um die Zahlungsabwicklung kümmert sich Facebook allerdings nicht, sie ist weiterhin Sache von Diensten wie PayPal oder Banken. Schon jetzt fungiert Facebook als Datenlieferant, wenn sich Nutzer bei bestimmten Web-Diensten mit einem Klick anmelden. Viele US-Amerikaner vertrauten Facebook bereits ihre Kreditkartendaten an, um „Facebook Gifts“ zu kaufen. (dbe)

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