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Powerline fürs Smart Grid

P1901.2-2013, der IEEE-“Standard for Low Frequency (less than 500 kHz) Narrow Band Power Line Communications for Smart Grid Applications“, hat im Juli die erste Abstimmungshürde genommen. P1901.2 soll ein Kernbaustein fürs Smart Grid werden, indem es Mess- und Steuerdaten von Versorgungsnetzen (Strom, Gas, Wasser) auf der Stromleitung in und außerhalb von Gebäuden transportiert. Das geschieht über ein schmalbandiges Powerline-Signal zwischen 150 und 500 kHz mit maximal 500 kBit/s brutto. An P1901.2 arbeitet übrigens das von seinen dLAN-Adaptern bekannte Aachener Unternehmen Devolo mit: Bei einem Feldversuch im Frühjahr 2012 hat es eigene Smart-Grid-Komponenten im Netz des Versorgers Vattenfall getestet. (ea)

Beschleunigte Mobilfunknetze

Kurz nacheinander starten Vodafone und E-Plus mit verbesserten Übertragungsverfahren für höheren Durchsatz in ihren Mobilfunknetzen.

Vodafone liefert in seinem LTE-Mobilfunknetz als erster Netzbetreiber in Deutschland gemäß der 3GPP-Spezifikation Release 8 brutto bis zu 150,8 MBit/s. In Senderichtung, also vom Teilnehmer zum Netz, sind weiterhin nicht mehr als 51 MBit/s möglich. Vodafone setzt für diese Datenrate Funkspektrum im 2,6-GHz-Band ein. Die Technik steht in ausgewählten Stadtteilen zunächst von Düsseldorf, Dortmund, Dresden und München zur Verfügung.

Auf Teilnehmerseite sind Geräte der LTE-Kategorie 4 erforderlich (LTE Cat4). Vodafone hat dafür das Smartphone Huawei Ascend P2 und den Surf-Stick Huawei K5150H ins Programm aufgenommen. Die maximale Datenrate lässt sich mit den Smartphone-Tarifen „RED Premium“ und „Black“ sowie mit dem Tarif „MobileInternet Flat 50“ nutzen. Das Huawei Ascend P2 kostet 429 Euro, mit RED Laufzeit-Vertrag 1 Euro.

E-Plus hat begonnen, in seinem UMTS-Netz die Dual-Carrier-Technik zu aktivieren (auch Dual Cell genannt), die zwei Funkkanäle zu je 5 MHz Breite kombiniert. Bisher hat E-Plus einen Großteil seiner UMTS-Basisstationen mit dem Datenturbo HSPA+ ausgestattet, der in der zweiten Ausbaustufe bis zu 21,6 MBit/s brutto liefert. Mit Dual Carrier werden daraus maximal 42,2 MBit/s brutto. Die Telekom setzt die Technik schon seit 2011 ein.

Laut E-Plus ist mehr als die Hälfte der Basen für die Doppelträgertechnik geeignet. Bis Ende des Jahres sollen mehr als drei Viertel der Stationen Doppelträgerverbindungen annehmen können. Damit würde das Verfahren bereits 75 Prozent der Bevölkerung erreichen, meint man bei E-Plus. Nutzen kann es allerdings nur, wer ein dual-carrier-fähiges Smartphone wie das Samsung Galaxy S4 oder das iPhone 5 von Apple besitzt. (dz)

Router mit Powerline-Schnittstelle

Als „hybrides WLAN“ bezeichnet TP-Link bei seinem Paket aus Router und Extender die Technik, die die Funkabdeckung größerer Wohnungen per Powerline-Verbindung verbessern soll (siehe auch c’t 7/13, Seite 90). Der Breitband-Router H5R stellt die Internet-Verbindung über ein externes Modem her und gibt sie außer per Funk (Simultan-Dualband mit 300 MBit/s brutto) und Gigabit-Ethernet auch per Stromnetz weiter (HomePlug AV mit 500 MBit/s brutto). Dabei soll er 800 MBit/s NAT-Performance schaffen; das dürfte auch für Internet-Anschlüsse der übernächsten Generation reichen.

Der entfernt platzierte WLAN-Extender H5E baut zum Router eine Powerline-Verbindung auf, öffnet eine eigene Funkzelle im 2,4-GHz-Band und stellt den Zugang auch per Fast-Ethernet-Port bereit. Das Koppeln beider Geräte soll einfacherweise per Tastendruck geschehen („WiFi Clone“): Der Extender übernimmt dann die WLAN-Einstellungen vom Router, sodass man auf Notebooks, Tablets und Smartphones keine zusätzliche WLAN-Verbindung einrichten muss; auch Änderungen vollzieht er automatisch nach. Das Kit soll im 4. Quartal auf den Markt kommen und 149 Euro kosten. (ea)

WLAN-Repeater und -Stick

Zur IFA kündigt AVM zwei neue WLAN-Produkte an: Der Repeater 450E erweitert Funknetze mit bis zu 450 MBit/s brutto im 2,4-GHz-Band und bindet verkabelte Geräte über einen Gigabit-LAN-Port an. Als Ergänzung zur auf der CeBIT vorgestellten Fritz!Box 7490 mit schnellem 11ac-WLAN führt der Berliner Hersteller den Fritz!WLAN-Stick AC 430 ein. Anders als die Box (3-Stream-MIMO mit 450 beziehungsweise 1333 MBit/s) funkt er aber nur per SISO (Single Input, Single Output) und erreicht deswegen höchstens 433 MBit/s brutto im 5-GHz-Band; auf 2,4 GHz kommt er nicht über 150 MBit/s hinaus. Beide Geräte sollen zum Jahresende erscheinen, ihr Preis ist noch offen. Ferner will AVM auf der Messe ein neues DECT-Telefon und einen DVB-C-Repeater zeigen, mit dem Kabelfernsehen über WLAN im gesamten Heimnetz verteilt wird (siehe Seite 35). (ea/rek)

Netz-Notizen

Lancom frischt sein Router- und AP-Betriebssystem LCOS auf Version 8.82 auf. Die Hotspot-Option funktioniert nun gemäß IEEE 802.11u (Hotspot 2.0/Passpoint) und soll kleinste Installationen bis städteübergreifende Systeme mit mehreren 100 APs abdecken.

Simon Tatham hat seinen SSH-Client PuTTY in Version 0.63 veröffentlicht. Weil dabei Sicherheitslücken gestopft wurden, empfiehlt Tatham jedem Anwender, das Update umgehend einzuspielen.

Dell verbessert bei seinem Switch-Betriebssystem FTOS 9.2 für die Serien S4810, S4820T, Z9000 sowie MXL die Unterstützung von VTL (Virtual Link Trunking), iSCSI und IPv6.

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