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W3C: HTML5 ist fertig

Nach seinem Siegeszug in der Praxis ist der HTML5-Standard nun auch in der Theorie fast fertig. Das World Wide Web Consortium (W3C) hat seine Beschreibung sowie jene zu Canvas2D als „Candidate Recommendation“ vorgestellt. Nun sammelt das Konsortium Erfahrungen mit der Implementierung, bevor es die Spezifikationen verabschiedet. Die Standardisierung soll 2014 abgeschlossen sein.

Die Spezifikation von HTML5 deckt nur einen Teil dessen ab, was unter dem Label „HTML5“ läuft. Themen wie Microdata, RDFa, WebSockets oder Web Workers sind in eigene Entwürfe ausgelagert, wie das Entwicklerverzeichnis verrät. (rzl)

Semantische Suche von Google

Google hat seine Suchmaschine auch in Deutschland um den Knowledge Graph erweitert, eine Datenbank mit abgesicherten Fakten, Biografien und Bildern. Die Suchfunktion arbeitet semantisch und kann beispielsweise inhaltliche Zusammenhänge zu verwandten Themen herstellen. Seit dem Frühjahr ist sie im englischsprachigen Raum verfügbar.

In den vergangenen zwei Jahren hat Google eine Datensammlung zu 500 Millionen Personen, Örtlichkeiten und Gegenständen zusammengestellt, eindeutig identifiziert und in inhaltliche Zusammenhänge gestellt. So hat das System etwa den Maler und Bildhauer Leonardo da Vinci der Kunstepoche Renaissance zugeordnet und mit bekannten Werken des Universalgelehrten verknüpft.

Google verteidigt mit der neuartigen Suchfunktion den Vorsprung vor der Microsoft-Suchmaschine Bing, die im Frühjahr eine Suchfunktion für soziale Netzwerke vorgestellt hatte. Google hat in Deutschland einen Marktanteil von 96 Prozent, in den USA jedoch nur von 67 Prozent. (jo)

Nutzung fremder Marken für Keyword-Advertising zulässig

Der Bundesgerichtshof (BGH) bleibt bei seiner liberalen Rechtsprechung zum Thema Keyword-Advertising. Ein Unternehmen dürfe die Wortmarke eines Wettbewerbers als Schlüsselwort bei Google Adwords verwenden, urteilte das Gericht (Az. I ZR 217/10). Allerdings sei dafür Bedingung, dass die von Google eingeblendete Werbung „in einem von der Trefferliste eindeutig getrennten und entsprechenden Werbeblock erscheint.“ Die Werbung dürfe weder die Marke noch sonst einen Hinweis auf den Markeninhaber oder die unter der Marke angebotenen Produkte enthalten.

Bereits im Januar 2011 hatte der BGH ein ähnliches Urteil gesprochen (Az. I ZR 125/07). Der BGH hat nun präzisiert, dass der Werbetreibende die Konkurrenzmarke auch dann als Keyword nutzen darf, wenn er in der Google-Anzeige nicht darauf hinweist, dass es keine wirtschaftliche Verbindung zwischen ihm und dem Markeninhaber gibt. (hob)

Höhere Bußgelder für unerlaubte Telefonwerbung

Die Höhe der Bußgelder, die die Bundesnetzagentur im Jahr 2011 wegen unerlaubter Telefonwerbung verhängt hat, ist im Vergleich zum Vorjahr drastisch angestiegen. Die Behörde verhängte Strafzahlungen in Höhe von insgesamt 8,4 Millionen Euro, 15-mal so viel wie im Jahr zuvor.

Zugleich ging die Zahl der Beschwerden von Verbrauchern deutlich zurück. 2011 gingen noch rund 30 000 Beschwerden ein, das sind rund 13 000 weniger als im Jahr zuvor. Das Niveau der Beschwerden liegt nun wieder auf dem des Jahres 2009.

Das Bundesjustizministerium führt die positive Entwicklung auf das neue Telefonwerbegesetz zurück, das seit August 2009 in Kraft ist. Es sieht unter anderem härtere Strafen vor. Derzeit arbeitet das Ministerium an einer weiteren Verschärfung der Vorschriften, unter anderem einer Erhöhung der Obergrenze für Bußgelder von derzeit 50 000 auf 300 000 Euro pro Fall. (uma)

Google entkommt Kartellklage in USA

Die US-Regierung will gegen Google keine Wettbewerbsklage mehr anstrengen. Nach einigen freiwilligen Zugeständnissen des Internet-Konzerns wolle man das seit rund zwei Jahren laufende Ermittlungsverfahren nun einstellen. Der am schwersten wiegende Vorwurf der Konkurrenten, Google habe Suchergebnisse zugunsten eigener Dienste manipuliert, sei vom Tisch.

Google greift Medienberichten zufolge künftig weniger auf Restaurant-Bewertungen oder Reiseberichte anderer Websites zu, so eins der Zugeständnisse. Außerdem wolle der Suchmaschinenbetreiber den Wechsel von Werbekampagnen zu Wettbewerbern erleichtern. Exklusive Deals zur Nutzung nur seiner Suchmaschine soll es nicht mehr geben.

Auch wenn die US-Handelskommission FTC das Verfahren gegen Google einstellt, ist das Kartell-Thema für Google damit aber noch nicht erledigt. Denn in Europa, wo der Marktanteil von Google höher ist als in den USA, läuft immer noch eine Wettbewerbsuntersuchung der EU-Kommission. (uma)

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