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Atom S1200 für Microserver

Mit einem System-on-Chip namens Atom S1200 stemmt sich Intel gegen die ARM-Konkurrenz. Firmen wie AMD, Applied Micro, Calxeda und Marvell tüfteln an hoch integrierten Kombi-Chips, die ab 2014 mit 64-Bit-tauglichen Cortex-A50-Kernen und vielen eingebauten Controllern – etwa für 10-Gigabit-Ethernet – auf den Markt kommen sollen. Den unter dem Namen Centerton entwickelten Atom S1200 gibt es schon jetzt; anders als ARM-SoCs ist er kompatibel zu x86- und x64-Software.

Anders als bisherige Atoms steuert er ECC-Speicher an, nämlich bis zu 8 GByte, auch sparsameres DDR3L-SDRAM mit 1,35 statt 1,5 Volt. Außerdem unterstützt er die Virtualisierung per VT-x. Der Atom S1200 braucht keinen Chipsatz, sondern bindet 8 PCI-Express-2.0-Lanes direkt an. USB und SATA kennt er nicht; falls nötig, müssen die passenden Adapterchips aufs Serverboard. Intel will drei Varianten verkaufen, die alle jeweils zwei CPU-Kerne der Saltwell-Generation (32 nm) mit Hyper-Threading besitzen. Atom S1220 und S1240 laufen mit jeweils 1,6 GHz Taktfrequenz, wobei der teurere S1240 unter Volllast um 22 Prozent sparsamer ist als der S1220: 6,3 statt 8,1 Watt beträgt die Thermal Design Power (TDP). Der S1260 mit 2 GHz braucht laut Datenblatt 8,5 Watt. Ein kompletter Server mit Atom S1240 soll inklusive DDR3L-SDRAM sowie Gigabit-Ethernet-Adaptern mit knapp 9 Watt Leistungsaufnahme unter Last auskommen.

Der Atom S1200 ist nicht für kleine (Heim-) Server gedacht, sondern für extrem dicht gepackte, sparsame und billige Cloud-Maschinen. Als Kunden kommen vor allem große Internet-Dienstleister wie Amazon, Google, Facebook, eBay oder Microsoft in Frage. HP will die Centerton-Atoms im Project Moonshot einsetzen, einem Cloud-Server-System für Pilotkunden. Über tausend einzelne Server-Module sollen in ein Rack passen. Es sollen maßgeschneiderte Server-Cartridges erscheinen, etwa welche mit besonders hoher CPU-Packungsdichte für Front-End-Webserver, andere mit mehr RAM pro CPU-Kern für Memcached.

Supermicro will für zirka 250 Euro das Mini-ITX-Mainboard X9SBAA mit Atom S1260, vier SATA-6G-Ports und zwei Gigabit-Ethernet-Ports verkaufen. Supermicro hatte außerdem erwogen, eine Version des zurzeit mit Xeons bestückten MicroCloud-Servers mit Atom S1200 herauszubringen, wartet nun aber auf dessen 22-nm-Nachfolger Avoton. Den hat Intel für 2013 versprochen. Er dürfte deutlich potentere Atom-Kerne der Silvermont-Generation bringen: Man erwartet pro SoC bis zu vier Cores mit Out-of-Order-Pipeline und einem Shared Cache für je zwei Cores. Der Avoton dürfte dann gegen die ersten Cortex-A50-Implementierungen antreten, die 2014 kommen sollen.

HP erwartet, dass Microserver mit Atom- und ARM-SoCs in Lauf der Jahre bis zu 15 Prozent Anteil am Servermarkt erobern könnten. 2011 wurden etwa 9,5 Millionen Maschinen für insgesamt 50 Milliarden US-Dollar abgesetzt. Davon entfällt nur ein Bruchteil auf die Prozessoren: Intels Data Center Group mit über 90 Prozent Marktanteil hat rund 10,3 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Mit Microserver-CPUs lassen sich folglich höchstens 1,5 Milliarden US-Dollar pro Jahr verdienen. Dem stehen Entwicklungskosten von 50 bis 100 Millionen US-Dollar für ein High-End-ARM-SoC gegenüber, wie Branchenkenner meinen. (ciw)

PCIe-3.0-RAID-Adapter von Adaptec

Bei einigen Händlern kann man jetzt die im September angekündigten SAS-(RAID-)Hostadapter der PMC-Sparte Adaptec vorbestellen. Diese neue Serie 7 arbeitet mit dem PMC-Controller PM8015, der PCI Express 3.0 unterstützt. Er bindet bis zu 24 SAS-Ports an und soll mit 16 SSDs 450 000 IOPS liefern können. Zwei Adapter-Varianten (71605Q, 7805Q) unterstützen SSD-Caching: Maximal acht Solid-State Disks lassen sich als separates RAID 1E oder RAID 5 mit bis zu 2 TByte Kapazität als Lese-Cache für die Festplatten einbinden (maxCache 3.0).

Statt eines Puffer-Akkus verwendet der optionale Zero-Maintenance Cache AFM-700 einen langlebigeren Superkondensator im Verbund mit 2 GByte NAND-Flash-Speicher. Der soll den Inhalt der fest aufgelöteten ECC-SDRAMs (bis zu 1 GByte) bei Stromausfall retten.

Die neue Adaptec-Firmware und das Konfigurationsprogramm unterstützen nun auch UEFI. Die billigste Version 71605E mit vier internen HD-miniSAS-X4-Buchsen (SFF-8643) für insgesamt 16 Laufwerke ist im Einzelhandel ab 380 Euro zu finden, hat aber bloß 256 MByte Speicher und unterstützt weder SSD-Caching noch AFM-700. Die Variante 71605 ohne E kann Letzteres, kostet aber etwa 620 Euro. Die maxCache-Ausführung schlägt mit 950 Euro zu Buche. Die 8-Port-Version 7805 kostet rund 540 Euro, eine Kit-Version mit Kabeln ist teurer. Das Adaptec Flash Module AFM-700 ist für 165 Euro zu haben. (ciw)

Storage-Notizen

Im Zuge der Übernahme von Hitachi Global Storage durch Western Digital wurde ein Teil der Fertigung an Toshiba verkauft. Toshiba offeriert seither auch 3,5-Zoll-Festplatten und hat nun 4-TByte-Laufwerke mit SATA-6G- oder SAS-6G-Interfaces vorgestellt. Von der Baureihe MG03xxx400 (SATA: MG03 ACA 400, SAS: MG03SCA 400) sind auch selbstverschlüsselnde Versionen geplant. Die Laufwerke zielen auf Cloud-Server mit viel preiswertem Speicherplatz.

HP hat neue Storage-Server der Baureihe 3Par für mittelständische Unternehmen aufgelegt. Der StoreServ 7200 mit zwei Controllern für 24 Platten oder SSDs im 2,5-Zoll-Format ist ab 20 000 Euro erhältlich, die Version StoreServ 7400 mit zwei oder vier Controllern ab 32 000 Euro. Die SSD-Konfigurationen sollen bis zu 320 000 IOPS liefern.

Die Firma Highpoint stellt Rocket-RAID 4520 und 4522 vor: Zwei RAID-Hostadapter mit je 8 SATA-kompatiblen SAS-Ports. Als Controller fungiert ein Marvell 88RC9580, dem 512 MByte ECC-geschützter Speicher zur Seite stehen. Über SAS-Expander kann die PCIe-x8-Karte bis zu 128 Platten verwalten. Der RocketRAID 4520 soll rund 430 Euro kosten und besitzt zwei interne miniSAS-X4-Buchsen (SFF-8087), passende SATA-Kabel legt Highpoint bei. Der RocketRAID 4522 mit externen Buchsen erscheint später. Optional gibt es für zirka 130 Euro den Puffer-Akku HPTBBU-05, der auf einer PCIe-Steckkarte sitzt.

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