Reparieren fürs Gemeinwohl

In Repair-Cafés versuchen Techniker, kaputte Gadgets zu retten

Wissen | Reportage

Monat für Monat entstehen neue Repair-Cafés. Doch was taugen die Selbsthilfewerkstätten, wenn es um Smartphones, Tablets oder Blu-ray-Player geht? In Berlin-Kreuzberg bringt Entwicklungsingenieur Mike Tempel so manchen IT-Schrott wieder in Gang.

D er Bildschirm flackert weiß und ein paar Tastentöne erklingen. Das ist alles, was Kathi Baumann ihrem Nokia Asha 300 noch entlocken kann. Telefonieren, Apps herunterladen und Facebook checken: keine Chance, obwohl das Handy gerade mal ein Jahr alt ist. Als sie sich an den Hersteller wendete, schickte der es ihr trotz laufender Garantiezeit kaputt zurück. Die Halterung für die SIM-Karte sei verbogen, die Garantie deshalb erloschen. „Viel zu schade zum Wegschmeißen“, dachte sich die Besitzerin. Nun liegt das Gerät in zig Einzelteile zerlegt auf der Werkbank des Repair-Cafés in Berlin-Kreuzberg, das der Recycling-Verein Kunst-Stoffe Anfang des Jahres gegründet hat. Kathi Baumann, der Techniker Mike Tempel und ein paar Cafégäste beratschlagen das Vorgehen.

Repair-Cafés boomen. 23 dieser geselligen Werkstätten gibt es in Deutschland (Liste über den c’t-Link). Erfunden hat sie die Bloggerin Martine Postma in den Niederlanden, daher gibt es dort schon 102 Repair-Cafés. Postma präsentierte ihre Idee im Oktober 2009 auf dem ersten Treffen in Amsterdam: Freiwillige reparieren kostenlos zusammen mit den Besitzern deren Geräte. Einmal im Monat nehmen seither Cafébesucher kaputte Toaster, Fernseher und Stereoanlagen auseinander und bringen sie wieder zum Laufen. Das Wissen der Techniker, das sonst in den Köpfen der in kühlen Kellerwerkstätten Bastelnden schlummerte, steht nun im Dienste des Gemeinwohls. ...

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c't 20/2013, Seite 78 (ca. 2 redaktionelle Seiten)
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  1. Gegen geplanten Verschleiß
  2. Die „Kunden“ assistieren beim Löten
  3. Mehr als Toaster und Kaffeemaschinen

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Weitere Bilder

  • Im Hamburger Repair-Café beugen sich zwei Besucher über einen defekten Föhn.
    Bild: Repair Café Sasel/ Johannes Arlt
  • Ein typischer Fall für Techniker Mike Tempel: er muss die Teile exakt justieren, damit am Ende alles wieder passt.
    Bild: Kunststoffe e.V.

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