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Mainboards für kleine Haswell-Server

Asus, Intel und Supermicro erweitern das Angebot an Mainboards für Haswell-Xeons. Von Asus kommt das zirka 150 Euro teure P9D-I im Mini-ITX-Format mit dem Chipsatz C222. Es bietet nur zwei DIMM-Steckplätze, aber eine DVI-I-Buchse. Wer einen der Xeons mit GPU einsteckt oder einen billigeren Core i3, Pentium oder Celeron, kann ein Display anschließen.

Mit Xeons ohne GPU sieht man dann aber nichts. Viele Serverboards sind deshalb mit separaten Grafikchips bestückt beziehungsweise mit Spezial-SoCs wie dem Aspeed AST2400, die auch Fernwartung ermöglichen. Dann steht für ein Display typischerweise bloß ein altertümlicher VGA-Port bereit, der schon oberhalb von 1280 × 1024 nur noch verschwommene Bilder liefert. Auch 3D-Beschleunigung fehlt und Fenster ruckeln beim Verschieben – der Grafikchip soll eben bloß die Server-Bedienung ermöglichen, aber auch aus der Ferne.

In Verbindung mit dem C226, der passenden Firmware und dem richtigen Xeon funktioniert auch die Intel-Fernwartung Active Management Technology (AMT) – man braucht also keinen Zusatzchip. Allerdings verwendet Letzterer typischerweise eine separate Netzwerkbuchse, während AMT einen der GbE-Ports mitbenutzt. Vorteil für AMT wiederum: Die Xeon-GPUs sind wesentlich leistungsfähiger und es gibt sogar welche mit zertifizierten Treibern für einige Workstation-Anwendungen. Supermicro stattet das X10SAE mit drei digitalen Monitor-Ausgängen aus (siehe Tabelle). AMT funktioniert aber nur, wenn man entweder den Xeon E3-1225 v3, den 45-Watt-Typ E3-1268L v3 oder den teuren E3-1275 v3 einsteckt.

Intel selbst liefert vier Varianten des Mainboards S1200RP, von denen sich bei dreien ein Fernwartungsmodul nachrüsten lässt (Remote Management Module, RMM) – ebenfalls mit separatem Ethernet-Port. Das S1200V3RPM besitzt auch einen DisplayPort – man kann also außer dem Grafikchip im Baseboard Management Controller (BMC Pilot III) auch die Xeon-GPU nutzen.

Die Xeon-Familie E3-1200 v3 ist mit den CPU-Serien Core i5-4000 und Core i7-4000 eng verwandt. Anders als die Core-Vierkerner können die Xeons den Hauptspeicher per ECC gegen Fehler schützen; dazu müssen sie aber auf einem Mainboard mit C200-Chipsatz laufen. Für die LGA1150-Xeons sind C222, C224 und C226 ausgelegt. Alle enthalten auch einen xHCI-Controller für USB 3.0. (ciw)

Starker Zuwachs bei Cloud-Servern

Die Marktforschungsfirmen Gartner und IDC haben ihre Schätzungen für den Server-Weltmarkt im zweiten Quartal 2013 veröffentlicht. Demnach sank der Umsatz abermals, auch bei den verbreiteten x86-Servern mit Windows oder Linux, die mittlerweile mehr als 70 Prozent des gesamten Umsatzes von 11,6 Milliarden US-Dollar ausmachen. Viel stärker hat es die größeren Unix-Systeme von Firmen wie IBM (System p), HP (HP-UX), Oracle und Fujitsu (Solaris) erwischt, die um 21 Prozent auf zusammen bloß noch 1,8 Milliarden US-Dollar abgerutscht sind.

Einige Server-Typen legten aber kräftig zu. Darunter ist IBMs Mainframe-Baureihe mit z/OS, deren jüngste Generation zEC12 vor einem Jahr angekündigt wurde und die Verkäufe im zweiten Quartal 2013 um knapp 10 Prozent auf 1,2 Milliarden US-Dollar steigerte. Weltweit gibt es laut IBM zwar weniger als 5000 Mainframe-Installationen, die aber bei finanzstarken Nutzern – darunter 96 der 100 größten Banken.

Auch am anderen Ende der Preis- und Leistungsskala legte der Umsatz kräftig zu: Um 14 Prozent bei Cloud-Servern, die für hohe Packungsdichte und niedrigen Preis optimiert sind. Dazu zählen auch Mikroserver, bei denen einerseits ARM- und andererseits Atom-Cores frischen Wind versprechen. Laut IDC wurden 200 000 Stück dieser Cloud-Server verkauft, was rund 10 Prozent aller Maschinen entspricht. Ihr Umsatz-Anteil betrug aber nur 6,2 Prozent, weil sie im Schnitt billiger sind. Dell ist hier mit über 60 Prozent Marktführer.

Cloud-Server treiben den Marktanteil von Linux. Vom Umsatz aller x86-Server entfällt mittlerweile ein Drittel auf solche mit Linux, der Rest auf Windows-Server.

Enormes Wachstum mit Xeon-Servern erzielte der Netzwerk-Spezialist Cisco, der erst vor vier Jahren seine ersten Blade- und Rack-Server auf den Markt brachte. Cisco hat mittlerweile Fujitsu von Platz fünf der Umsatz-Rangordnung verdrängt. Nach Stückzahlen liegt Cisco sogar auf Platz vier vor dem chinesischen Hersteller Inspur Electronics, der rund 60 000 Maschinen verkaufte. (ciw)

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