Freundliche Folterfragebögen

Datenauskünfte von Unternehmen und Behörden einholen

Wissen | Recht

Öffentliche und private Stellen speichern millionenfach personenbezogene Daten. Jeder Bürger hat einen Anspruch darauf, genau zu erfahren, welche Informationen jemand über ihn hortet und an wen sie weitergegeben werden. Wer die gesetzlichen Möglichkeiten kennt, kann beispielsweise in Ämtern Akteneinsicht nehmen oder seine Einträge in privaten Datensammlungen einsehen, mitunter auch löschen lassen.

Werbebriefe von Unternehmen, mit denen man noch nie etwas zu tun hatte, landen zuhauf in deutschen Briefkästen. Ob es um Babysachen, Tierfutter oder Elektroartikel geht: Das Direktmarketing in Deutschland bewegt sich nach wie vor am Rande einer Landplage. Und mit diesen wenig beliebten Briefen boomt auch eine höchst umstrittene Branche, der Adresshandel. So werden etwa gezielt Preisausschreiben und Verlosungen durchgeführt, um an Anschriften und werberelevante Informationen zu kommen. Auch Kundenbindungsprogramme und Rabattsysteme dienen diesem Zweck. Für Unternehmen ist der Handel mit den sensiblen Daten der eigenen Kundschaft ein höchst profitables Geschäft.

Dabei widerspricht diese massenhafte Weitergabe persönlicher Daten ohne Zustimmung der Betroffenen eigentlich dem Ziel des Datenschutzes. Dieser sieht im Grundsatz vor, dass der Betroffene Herr seiner Daten bleiben und gegen eine ungewollte Weitergabe dieser Informationen geschützt sein soll. Dem Datenschutzgedanken steht in der Praxis das sogenannte Listenprivileg der Privatwirtschaft entgegen. Diese Sondererlaubnis sieht vor, dass Unternehmen die Daten von Privatpersonen, auch ohne ausdrückliche Einwilligung und ohne dass ein Kundenverhältnis besteht, weitergegeben und für Postwerbung nutzen dürfen. ...

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