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AMD setzt (auch) auf ARM

Sowohl im Desktop- als auch im Mobilmarkt schwimmen dem angeschlagenen Prozessorhersteller AMD die Felle davon. Heil sucht AMD nun im Embedded-Umfeld und verriet pünktlich zum Beginn von Intels Hausmesse IDF (siehe Seite 16), wie die nächsten Chips für die „Surround Computing Era“ heißen sollen. Insgesamt sollen die Bereiche „Ultra Low Power Client“, „Embedded“, Profigrafik und dicht gepackte (Cloud-)Server in den kommenden Jahren 40 bis 50 Prozent des AMD-Umsatzes liefern.

In der verheißungsvollen Rubrik „High-Performance“ sollen 2014 gleich zwei Architekturen antreten: Für die klassische x86-Schiene steht ein Kombiprozessor (APU) mit dem Codenamen „Bald Eagle“ und zwei oder vier Steamroller-Kernen in den Startlöchern. Er besitzt eine GPU namens Radeon HD 9000 mit GCN-Architektur sowie einen Controller für ECC-Speicher. Geplant sind Varianten mit 17 bis 35 Watt TDP. Die bisher bekannten Daten zu Bald Eagle legen nahe, dass er weitgehend dem kommenden Kaveri entspricht. Der wiederum soll in der Baureihe „R“ Trinity und Richland beerben.

Hausinterne Konkurrenz für x86-Chips ist der „Hierofalcon“ mit vier oder acht 64-bittigen ARM-Kernen vom Typ Cortex-A57. Der 10-Gigabit-Ethernet-Anschluss weist darauf hin, dass AMD den Chip mit ARMv8-Architektur im Serverumfeld einsetzen will. Peripherie soll der ARM-Prozessor per PCIe 3.0 direkt anbinden.

„Steppe Eagle“ soll im Low-Power-Segment die G-Serie fortführen. Allerdings ist noch nicht so richtig klar, was er Neues bringt. Die Roadmap spricht von weiterhin zwei respektive vier Jaguar-Kernen – immerhin in einer „Enhanced“-Version. Als TDP stehen dort 5 bis 25 Watt statt 6 bis 25 Watt bei der aktuellen G-Serie. Dass Steppe Eagle keine Geschwindigkeitsrekorde aufstellen wird, drückt AMD etwas verklausuliert aus: Er sei auf „hohe Performance pro Watt bei niedriger TDP“ optimiert.

Das Portfolio abrunden soll Adelaar, eine Grafikkarte für den Embedded-Markt. Sie soll die GCN-Architektur sowie 2 GByte GDDR5-Speicher haben. Die Transferrate zum Speicher beziffert AMD mit 72 GByte/s. Adelaar soll es in den Modulbauformen MCM und MXM sowie als PCIe-Steckkarte geben. (bbe)

Haswell-Prozessoren für besondere Aufgaben

Intels vierte Core-i-Generation alias Haswell hält auch im Industrie-Umfeld Einzug: So modernisiert etwa die Firma Advantech ihre Produktpalette, angefangen beim Computer-on-Module über Einplatinencomputer bis zu lüfterlosen Mini-PCs. Ausgangsbasis ist für alle ein System-on-Chip (SoC) mit 15 Watt TDP aus Intels-U-Baureihen mit 15 Watt. Advantech lötet BGA-Chips aller Geschmacksrichtungen vom Celeron über Core i3 und i5 bis zum i7 ein.

Das COM Express Compact-Modul SOM-6894 ist für die Integration in Maschinen und Anlagen gedacht. Die Maschine muss nur ein Carrier-Board bereitstellen, das in erster Linie Anschlüsse nach außen führt. CPU, RAM und andere Bauteile, die ein komplexes Platinenlayout erfordern, sitzen auf dem Modul.

Wer noch weniger selbst bauen will, kann auch zu dem 3,5-Zoll-SBC MIO-5271 oder dem Mini-ITX-Board AIMB-230 greifen. Unter der Bezeichnung ARK-1550 gibt es die Haswell-Technik auch gleich als fertigen lüfterlosen PC.

Mit dem Vertrieb soll es Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres losgehen. Die Preise fangen bei rund 400 Euro an. (bbe)

Embedded-Notizen

Das Herbst-Release (R2013b) von Matlab und Simulink bringt neue Datentypen, schnellere Verbindungen zu Datenbanken per ODBC, GPU-Beschleunigung für die Bildbearbeitung und Zugriff auf OpenStreetMap.

Samsung will künftig alle acht Kerne des Exynos 5 Octa dem Betriebssystem gegenüber exponieren. Anders ausgedrückt soll das Biglittle-Gespann aus je viermal Cortex-A15 und -A7 Heterogeneous Multi-Processing unterstützen – im Linux-Umfeld heißt das Biglittle MP.

Nachdem Apple mit dem A7 in Sachen 64-Bit für Smartphones vorgeprescht ist, hat ein Sprecher von Samsung-Semiconductor ebenfalls 64-Bit-Smartphones versprochen. Interessanterweise ist von Samsung Semiconductor noch nichts davon zu hören. Konsequent wären jedoch ein Exynos-Familienname sowie Cortex-A57- und -A53-Kerne im Biglittle-Gespann.

Energieautarke Sensoren, die den Enocean-Funkstandard nutzen, verbindet das knapp 25 Euro teure Modul EnOcean Pi mit einem Raspberry Pi. So kann man beispielsweise einen Gateway bauen – passende Software bietet der Distributor Farnell element14 zum Download an.

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