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Klavier als Schreibmaschine

Informatiker am Max-Planck-Institut der Universität des Saarlandes haben mit „PianoText“ ein Verfahren entwickelt, das es ermöglicht, die Tasten eines Klaviers für das Schreiben von Texten zu nutzen. Dazu untersuchten die Wissenschaftler zunächst, wie Buchstaben und Buchstabenpaare in englischen Texten verteilt sind. Über einen Optimierungsalgorithmus ordneten sie den Buchstaben dann bestimmte Noten zu, für Buchstabenpaare verwendeten sie Intervalle wie Terzen oder Quinten, gängige Silben und Wörter wurden in Moll- und Dur-Akkorde übersetzt.

Wichtig sei gewesen, die Buchstaben und Wörter so auf die Tasten zu übertragen, dass die Notenfolgen auch gespielt werden können, erklärt Informatikerin Anna Feit. Häufig vorkommende Buchstaben wie etwa das „e“ können deshalb auch über Noten in verschiedenen Oktaven eingegeben werden. Ein erfahrener Pianist habe mit dem System ohne vorherige Übung 80 Wörter pro Minute schreiben können – also ähnlich viel wie eine erfahrene Schreibkraft an der QWERTY-Tastatur, schildern die PianoText-Entwickler. Wer ein elektronisches Klavier mit MIDI-Schnittstelle besitzt, kann die PianoText-Software mit Tasten-Emulator und Trainer über den nachfolgenden Link herunterladen. (pmz)

Exoskelett für die Fabrik

Exoskelette, also computergesteuerte Stützapparate, die der menschlichen Anatomie angepasst sind, kennt man bislang vor allem aus der Medizin und der Raumfahrt. Im Rahmen eines von der EU mit 4,5 Millionen Euro geförderten Forschungsprojekts soll die Technik jetzt auch für industrielle Arbeitsumgebungen nutzbar gemacht werden. Insgesamt zwölf wissenschaftliche Einrichtungen und Unternehmen aus sieben europäischen Ländern beteiligen sich in den kommenden drei Jahren an der Entwicklung von „Robo-Mate“, einem Exoskelett, das Arbeiter bei physisch anstrengenden Tätigkeiten etwa in Autofabriken unterstützt.

Mit Robo-Mate sollen Arbeiter künftig in der Lage sein, problemlos Lasten mit einem Gewicht von bis zu 35 Kilogramm heben zu können. Das Exoskelett besteht dazu aus einem beweglichen Oberkörperteil, an dem elektromotorisch betriebene Aktoren für Hebe-, Senk- und Haltevorgänge ansetzen; dem Unterkörper kommen vor allem Stützfunktionen zu. Integriert werden zudem Sensoren zur Erkennung von Eigenbewegungen des Exoskelett-Trägers, ein Head-Mounted-Display mit Headset sowie intelligente Handsteuerprogramme mit Objekterkennung.

Von deutscher Seite beteiligen sich der Augsburger Automatisierungsspezialist MRK-Systeme sowie das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) an dem Projekt. Das IAO simuliert Funktionen des Exoskeletts zunächst in einer virtuellen Fabrikumgebung, anschließend wird ein Prototyp gebaut und im Forschungszentrum des italienischen Automobilkonzerns Fiat getestet. Unternehmen aus der Zulieferer- und Autoentsorgungsindustrie sollen später für weitere Einsatzszenarien sorgen. (pmz)

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