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Plasma Active 4 für Tablets

Plasma Active, eine Oberfläche für Touch-Geräte auf Grundlage von KDE 4.10, soll in der neuen Version 4 schneller und flüssiger laufen. Die Bildschirmtastatur wurde verbessert, das Plasma Media Center zur Wiedergabe von Musik, Bildern und Videos integriert. Fertige Images für die G9-Tablets von Archos und das Nexus 7 stehen zum Download bereit; den Linux-Unterbau liefert der MeeGo-Fork Mer.

Mithilfe von MultiROM konnten wir Plasma Active 4 auf einem Nexus 7 parallel zu Android installieren (siehe S. 152). Allerdings reagierte das Netzwerk-Menü nicht auf Berührungen und im Passwortfeld der per kcmshell4 gestarteten Netzwerkkonfiguration ließ sich kein WLAN-Passwort eingeben, sodass das Tablet nicht ins Netz kam. Auch einige der mitgelieferten Apps hatten Probleme mit der Touch-Steuerung. (odi)

Auf dem Weg zu KDE 5

Mit der kommenden Version 5 der Desktop-Umgebung wollen die KDE-Entwickler die Auftrennung von KDE in die KDE-Bibliotheken (bislang KDE Platform, jetzt KDE Frameworks 5), die Desktop-Oberfläche (Workspaces) und die KDE-Anwendungen weiter vorantreiben. Den Umstieg auf Version 5 der Grafikbibliothek Qt werden zunächst lediglich die KDE Frameworks 5 und die Plasma Workspaces 2 vollziehen, während die Anwendungen erst einmal in Version 4.12 und nächstes Jahr in Version 4.13 veröffentlicht werden sollen. KDE Platform und Workspaces der aktuellen KDE-Version 4.11 sollen als Basis für die KDE-4-Anwendungen noch zwei Jahre Bugfixes erhalten.

Die KDE Frameworks 5 sollen modularer werden; die Grafikausgabe erfolgt mit OpenGL. Als Grafiksystem werden das X Window System und Wayland unterstützt. Die Plasma Workspaces 2 sollen verstärkt QML und Qt Quick zur Erstellung grafischer Oberflächen nutzen und eine neue Architektur mit aufgeräumtem API erhalten. Die Oberflächen für unterschiedliche Geräte (Desktop, Netbook, Touch-Geräte) sollen besser integriert werden. Die Entwickler haben bereits lauffähigen Code vorgeführt (ein Video finden Sie über den ct-Link); eine erste Vorabversion der KDE Frameworks 5 ist für Ende des Jahres, eine Vorabversion der Plasma Workspaces 2 für das erste Quartal des nächsten Jahres angekündigt. (odi)

Streit um die X11-Nachfolge

Schon als Canonical im Frühjahr seinen Display-Server Mir als Ablösung für das X Window System vorstellte, gab es Ärger: Die Entwickler von Wayland, bislang als X11-Nachfolger gehandelt, beklagten sich, dass die Entscheidung für Mir mit nicht fundierten Vorwürfen gegen Wayland begründet wurde (siehe c’t 8/13). Während Canonical Mir bereits in der kommenden Ubuntu-Version 13.10 einsetzen will, erklärten in den letzten Monaten sowohl das KDE- als auch das Gnome-Projekt, dass sie nicht auf Mir, sondern auf Wayland portieren wollen. Auch mehrere Ubuntu-Derivate, darunter Kubuntu und Ubuntu Gnome, wollen den Wechsel zu Mir nicht mitmachen.

Jetzt hat Intel die Unterstützung für Xmir aus seinem X11-Grafiktreiber entfernt. Xmir sorgt dafür, dass X11-Programme auf Mir laufen – in Ubuntu 13.10 werden sowohl der Unity-Desktop als auch die meisten Anwendungen noch nicht direkt auf Mir laufen. Der von einem Ubuntu-Entwickler programmierte Xmir-Code war zunächst in den Intel-Treiber integriert worden, wurde aber wenige Tage später wieder rausgeworfen – offenbar auf ausdrückliche Anweisung des Intel-Managements, das den von Canonical eingeschlagenen Weg nicht unterstützen will. Canonical muss nun die Patches für Intels X11-Grafiktreiber selbst pflegen.

Intel fördert seit Längerem die Entwicklung des alternativen Display-Servers Wayland; dessen Erfinder Kristian Høgsberg ist seit einigen Jahren bei dem Prozessorhersteller angestellt. Bis zur Vorstellung von Mir galt als ausgemacht, dass ein modernisierter Linux-Grafikstack auf Wayland aufsetzen würde. Selbst Ubuntu-Sponsor Mark Shuttleworth hatte vor drei Jahren Wayland als Nachfolger des traditionellen X Window System propagiert. (thl)

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