Verbesserter Winzling

Intels Mini-PC NUC mit Haswell-CPU, USB 3.0 und SATA

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Zwar zieht sich Intel aus dem Geschäft mit PC-Mainboards zurück, verkauft aber weiter Desktop-Rechner: Die „Next Units of Computing“ mit Mobilprozessoren. Die aktuelle Version wurde deutlich verbessert.

Die Haswell-Technik von Intel glänzt in Mini-PCs: Im Leerlauf extrem sparsam, trotzdem hohe Rechenleistung und ausreichend 3D-Schub. Unter dem Namen „Next Unit of Computing“ (NUC) hat Intel 2012 erstmals Desktop-Minicomputer vorgestellt. Diese überzeugten nicht auf ganzer Linie, insbesondere fehlte zunächst USB 3.0. Die neuen Haswell-NUCs haben gleich vier USB-3.0-Ports und einen analogen Audio-Ausgang. Weiterhin mangelt es an Platz für eine 2,5-Zoll-Festplatte, als Massenspeicher muss eine mSATA-SSD zum Einsatz kommen. Für alternative Gehäuse steht auf dem Mainboard jetzt aber ein SATA-Anschluss bereit. Der liegt in den als NUC-Kits bezeichneten Barebones brach. Diese sind im Vergleich zu ihren Vorgängern minimal flacher geworden, haben aber in der Fläche etwas zugelegt.

Zunächst erscheinen zwei Versionen, die teurere mit Core i5-4250U, die billigere mit Core i3-4010U. Die Ultrabook-Prozessoren der „U“-Familie sind mit 15 Watt Thermal Design Power (TDP) spezifiziert. Sie enthalten auch die Chipsatz-Funktionen und sind fest mit dem jeweiligen Mainboard verlötet. Das winzige NUC-Gehäuse ist zu klein, um die CPU ohne Lüfter zu kühlen; einige Firmen haben von der letzten NUC-Generation größere, lüfterlose Versionen aufgelegt – die quadratischen Mainboards mit 10 Zentimetern Kantenlänge verkauft Intel auch einzeln.

Besser

Der Core i5-4250U schafft 1,3 GHz bei Last auf allen Kernen, also 28 Prozent weniger als der Core i3-3217U des Vorgängers. Trotzdem verarbeitet er den Cinebench R11.5 um 38 (Multi-Thread) beziehungsweise 48 Prozent (Single-Thread) schneller. Die Cinebench-Performance liegt zwischen der des Desktop-Celeron G1610 im 300-Euro-PC aus c’t 6/13 und einem Pentium G. Dank mSATA-SSD – Intel baute in das Vorserien-Testgerät eine SSD 530 ein, die aber als 1500 Pro erkannt wurde – fühlt sich der NUC ausreichend flott an für alltägliche PC-Arbeiten. Die HD-5000-GPU ist schneller als bei den Vorgängern, aber etwas langsamer als die HD 4600 in den höher taktenden 35-Watt-Mobilprozessoren. Für aktuelle 3D-Kracher langt es jedenfalls nicht.

Beeindruckend ist die Leistungsaufnahme im Leerlauf mit 5,5 Watt bei deaktivierten Netzwerkverbindungen, mit WLAN sind es etwa 0,8 Watt mehr. Wie beim Vorgänger – und bei vielen Notebooks – ist die maximale Leistungsaufnahme schwer zu bestimmen, weil sich der Prozessor unter gleichzeitiger extremer Auslastung von CPU und GPU drosselt. Dann braucht der NUC 26 Watt, kurzzeitige Spitzen liegen über 30 Watt. Unter Last ist der Lüfter deutlich zu hören, sonst bleibt er bei 0,3 Sone, allerdings mit etwas kratzigem Geräusch. Durch Eingriff ins BIOS-Setup konnten wir die Leerlaufdrehzahl deutlich senken, dann war das Kistchen flüsterleise.

Der D54250WYK kann via Mini-Displayport 4K-Displays ansteuern. Allerdings ruckelte die Wiedergabe eines 4K-Videos von YouTube auf einem Full-HD-Display und der Lüfter drehte hörbar auf. Die zusätzlich vorhandene HDMI-Buchse hat ebenfalls Mini-Format, was spezielle Kabel oder Adapter nötig macht. Die USB-3.0-Buchsen hängen am Chipsatz und liefern gute Datentransferraten. Die frontseitige Audio-Klinkenbuchse hat auch einen Mikrofonkontakt für Headsets.

Den NUC-Barebone muss der Käufer noch mit einem oder zwei SO-DIMMs bestücken sowie mit der erwähnten mSATA-SSD – das neue Format m.2 verwendet Intel hier nicht. Falls WLAN und Bluetooth erwünscht sind, braucht man noch eine dazu geeignete PCI Express Mini Card. Zwei Antennen sind im NUC-Gehäuse integriert. Rechnet man SSD, RAM und WLAN-Karte ein, kostet ein Haswell-NUC ohne Betriebssystem mindestens etwa 420 Euro.

Fazit

Fast in jeder Hinsicht hat Intel den NUC verbessert. An der Lüfterregelung sollte Intel noch feilen und die Core-i3-Version dürfte locker ausreichen, weil sich die höhere Performance des Core i5 ohnehin nicht dauerhaft ausreizen lässt – die Kühlung knickt ein. (ciw)

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