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5,9-Zoll-Smartphone mit Schwenkkamera und CyanogenMod

Der chinesische Hersteller Oppo hat das erste Smartphone vorgestellt, das ab Werk wahlweise mit dem auf Android basierenden CyanogenMod erhältlich sein wird. Anfangs liefert Oppo alle der N1 genannten Modelle mit Android 4.2 aus, Cyanogen soll später als Download verfügbar sein.

Auch sonst bietet das N1 einige Besonderheiten: Die 13-Megapixel-Kamera am Kopf des Geräts lässt sich stufenlos um rund 200 Grad drehen und damit sowohl als Front- wie auch als Rückkamera verwenden. Unter dem Kameramodul befindet sich auf der Rückseite ein Sensorfeld, mit dem unter anderem auf dem Bildschirm gescrollt oder per Fingertipp Bilder geschossen werden können. Ein per Bluetooth LE angebundener Schlüsselanhänger kann ebenfalls als Fernbedienung für die Kamera dienen.

Der Bildschirm ist 5,9 Zoll groß und hat Full-HD-Auflösung. Als Prozessor kommt ein Snapdragon 600 mit vier Kernen und 1,7 GHz zum Einsatz, der Arbeitsspeicher ist 2 GByte groß und der interne Speicher fasst 16 oder 32 GByte. Im 213 Gramm schweren Gerät steckt ein Akku mit 3600 mAh.

In China soll das N1 für umgerechnet 425 Euro ab Oktober erhältlich sein, eine UMTS-Version für den Rest der Welt Anfang Dezember erscheinen. In Deutschland vertreibt Oppo seine Smartphones bisher nur über die eigene Webseite. (asp)

Kanadischer Krimi: Finanzinvestor will BlackBerry übernehmen

Fairfax Financial hat ein Angebot für BlackBerry vorgelegt: Die Finanzholding will den notleidenden Smartphone-Hersteller für 4,7 Milliarden US-Dollar (etwa 3,5 Milliarden Euro) komplett kaufen, von der Börse nehmen und weiterführen. BlackBerry machte im vergangenen Quartal einen Verlust von fast einer Milliarde US-Dollar und strich deshalb 4500 Stellen, 40 Prozent der Belegschaft.

BlackBerry und Fairfax stehen sich nahe: Beide haben ihren Hauptsitz in Kanada, Fairfax besitzt bereits ungefähr zehn Prozent von BlackBerry, und Fairfax-Chef Prem Watsa saß bis vor Kurzem im BlackBerry-Verwaltungsrat.

Laut Forbes kostete eine BlackBerry-Aktie 50 Dollar, als Fairfax zum ersten Mal welche kaufte; in Summe soll Fairfax 900 Millionen US-Dollar für den Zehntelanteil bezahlt haben. Das muss Watsa schmerzen, denn gemessen am Kurs von acht Dollar (Stand: Ende September) ist dieses Paket nur noch rund 460 Millionen Dollar wert.

Fairfax bietet nun neun Dollar pro Aktie. Das bringt andere Interessenten unter Druck: Sie müssen erhöhen oder passen. Wenn jemand mehr bietet, hat Watsa seinen BlackBerry-Kollegen einen Gefallen getan und kann den eigenen Anteil an BlackBerry zu einem höheren Preis abstoßen.

Außerdem kassiert Fairfax in dem Fall eine Stornogebühr von 30 bis 50 Cent je Aktie, was rund 157 Millionen Dollar ausmacht – die mit BlackBerry vereinbarte Absichtserklärung enthält eine entsprechende Klausel.

Falls kein anderer Käufer zuschlägt, sieht es auch gut aus für Fairfax: BlackBerry hat nach eigenen Angaben über 2,6 Milliarden Dollar auf der hohen Kante. Bis zu einem Abschluss der √Übernahme wird davon zwar noch einiges verbrannt werden, aber Fairfax muss nicht unbedingt dringend frisches Geld in das Unternehmen pumpen. BlackBerrys Patentportfolio alleine soll weitere zwei bis drei Milliarden Dollar wert sein. Und mit Dienstleistungen für Großkunden verdient BlackBerry ordentlich Geld.

Herbe Verluste gibt es bei den Endgeräten, doch Fairfax könnte diesen Bereich abspalten oder zusperren. Die Einzelteile dürften in diesem Fall also mehr wert sein als das Gesamte.

Für Interessenten tickt die Uhr. Bis Anfang November wird Fairfax BlackBerry prüfen. Tauchen unerwartete Leichen im Keller auf, kann Watsa einen Rückzieher machen. Ohne Stornogebühr. (Daniel AJ Sokolov/cwo)

Kindle-Tablets mit Highend-Hardware zum Kampfpreis

Amazon hat seine beiden Tablets Kindle Fire HDX und HDX 8.9 mit jeder Menge Highend-Hardware ausgestattet: Als Prozessor setzt der Hersteller in beiden Geräten den Qualcomm Snapdragon 800 ein. Der gehört momentan zu den schnellsten ARM-SoCs und hat vier auf 2,2 GHz getaktete Kerne. In beiden Tablets stecken 2 GByte Arbeitsspeicher.

Das 7-Zoll-Display des kleineren Fire HDX löst mit Full-HD auf und erreicht eine Pixeldichte von 322 dpi, was der des Konkurrenten Google Nexus 7 entspricht. Die ebenfalls sehr scharfen 2560 × 1600 Bildpunkte des 8,9-Zoll-Modells HDX 8.9 sah man bislang nur auf einigen wenigen Tablets mit 10 Zoll.

Die große Variante hat zusätzlich zur 720p-Frontkamera eine Kamera mit 8 Megapixeln und LED-Blitz. Dank eines besonders stromsparenden Modus soll der Akku beim Lesen über 17 Stunden durchhalten, bei normaler Benutzung immerhin 11 Stunden.

Wie bei den Vorgängern kommt eine stark angepasste Version von Android zum Einsatz, die voll auf das Angebot von Amazon ausgerichtet ist. Apps aus dem Play Store von Google lassen sich wie gehabt nur über Umwege installieren. Neu ist der Mayday-Button: Weiß man bei der Bedienung des Kindle Fire HDX nicht weiter, lässt sich ein Mitarbeiter von Amazon per Videokonferenz auf das Tablet schalten. Mit Erlaubnis des Users übernimmt der Mitarbeiter auch die Kontrolle über das Tablet und kann Probleme aus der Ferne lösen.

Die Tablets werden vorerst nur in den USA angeboten, wann sie nach Deutschland kommen, ist noch nicht bekannt. Das kleinste Modell mit 7 Zoll und 16 GByte verkauft Amazon für 229 US-Dollar, 8,9 Zoll und 16 GByte kosten 379 US-Dollar. Wer LTE möchte, muss 100 US-Dollar draufzahlen. Um die Werbung auf dem Startbildschirm zu entfernen, werden noch einmal 15 US-Dollar fällig. (asp)

Zweite Generation Windows-Tablets von Microsoft

Microsoft hat die Nachfolger für seine beiden Surface-Tablets präsentiert und bleibt den unterschiedlichen Konzepten treu: Das Surface 2 läuft weiterhin mit dem abgespeckten Windows RT für ARM-Prozessoren, das Surface Pro 2 ist ein vollwertiges Windows-8.1-Tablet mit Intel-Prozessor. Bei beiden Tablets gibt es einen neuen Ständer, der sich auf einer zweiten, flacheren Stufe arretieren lässt– etwa um mit angeschlossener Tastatur auf dem Schoß arbeiten zu können. Frei verstellbar ist er weiterhin nicht.

Im Surface 2 steckt nun der neue Nvidia Tegra 4 mit vier auf 1,7 GHz getakteten Kernen, denen 2 GByte Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Das 10-Zoll-Display hat mit 1920 × 1080 mehr Pixel als der Vorgänger. Die Frontkamera nimmt Bilder mit 3,5 Megapixel auf und soll dank eines größeren Sensors auch bei schlechten Lichtbedingungen bessere Bilder liefern, die Rückkamera liefert 5 Megapixel. Verbinden kann sich das Tablet über einen USB-3.0-Port, zudem gibt es 11n-WLAN (2,4 und 5 GHz) und Bluetooth 4.0.

Beim Windows-8.1-Tablet Surface Pro 2 setzt Microsoft einen Intel Core i5 mit Haswell-Kern ein. Der soll das Tablet im Vergleich zum Vorgänger um 20 Prozent schneller machen und dennoch zu 75 Prozent längeren Laufzeiten führen. Die Display-Diagonale beträgt weiterhin 10,6 Zoll und die Auflösung bleibt bei Full-HD. Je nach Größe des Flash-Speichers variiert auch die Größe des RAMs: 4 GByte Arbeitsspeicher haben die Modelle mit 64 und 128 GByte Flash-Speicher, die Versionen mit 256 und 512 GByte besitzen 8 GByte RAM.

Das nur in Silber erhältliche Surface 2 wird ab Ende Oktober zu haben sein und 429 Euro (32 GByte) bis 529 Euro (64 GByte) kosten. Eine LTE-Version soll Anfang 2014 folgen. Ebenfalls Ende Oktober wird auch das Surface Pro 2 in Deutschland ausgeliefert. Die Variante mit 64 GByte kostet 879 Euro, 1779 Euro verlangt Microsoft für das Modell mit 512 GByte Flash-Speicher. Bei allen neuen Tablets gibt es ein Jahr kostenlose Telefonate per Skype sowie 200 GByte Cloud-Speicherplatz bei Skydrive für 2 Jahre dazu.

Neues Zubehör zeigte Microsoft ebenfalls: Die 200 US-Dollar teure Anstecktastatur Power Cover lädt mit einem 30-Wh-Akku das Tablet, ohne Akku gibt es die Tastatur als Type Cover 2 für 130 Euro. Die Tastaturmatte Touch Cover 2 mit beleuchteten Sensortasten gibt es für 120 Euro. Eine 200 Euro teure Dockingstation erweitert ähnlich wie das Dell Venue 11 (siehe Seite 33) das Surface Pro 2 um einen USB-3.0-Port, drei USB-2.0-Anschlüsse, einen Netzwerk- und einen Audio-Anschluss sowie einen Mini-Display-Port, der Auflösungen bis zu 3840 × 2160 unterstützt. (asp)

CyanogenMod gründet Firma

Der CyanogenMod-Erfinder Steve Kondik hat mit einigen weiteren Mitgliedern der Entwickler-Community das Unternehmen Cyanogen Inc. gegründet. Es soll die Weiterentwicklung des Custom ROM vorantreiben und es als Alternative zu den Android-Versionen der Gerätehersteller etablieren, so Kondik. Die CM-Quellen sollen weiterhin frei bleiben, damit die Community damit arbeiten kann. Als Erstes will das Unternehmen in den nächsten Wochen einen CyanogenMod-Installer im Play Store veröffentlichen, der die CM-Installation vereinfachen soll.

Seit der Firmengründung sei das Entwicklungstempo deutlich angestiegen. Das aktuelle stabile CyanogenMod 10.1 auf Basis von Android 4.2 läuft auf über 50 verschiedenen Smartphones und Tablets. Die Version enthält neue Datenschutzfunktionen, um private Daten vor neugierigen Apps zu schützen, die Sicherheitserweiterung SELinux und als jüngste Neuerung die CM Accounts, über die sich verloren gegangene Smartphones wiederfinden und aus der Ferne löschen lassen.

Nicht alle Entwickler sind jedoch mit den Folgen der Firmengründung einverstanden: Das ursprüngliche als Kamera-App vorgesehene Focal wurde nach einem Streit um die Lizenzierung an Dritte kurzerhand aus CyanogenMod entfernt und wird nun vom Entwickler einzeln im Play Store angeboten. (asp/odi)

BlackBerry mit größerem Display

BlackBerry bringt ein deutlich größeres Flaggschiff auf den Markt: Das BlackBerry Z30 hat einen 5 Zoll großen Bildschirm, unter der Haube arbeitet der Dual-Core-Prozessor Snapdragon S4 Pro mit 1,7 GHz. Der Bildschirm zeigt nur 1280 × 720 Pixel (295 dpi), nicht wie viele andere 5-Zöller die volle HD-Auflösung.

Die weitere Ausstattung entspricht der des alten Z10: 2 GByte RAM, 16 GByte interner Speicher und MicroSD-Slot sollten für die meisten Anwendungen ausreichend sein. Zur Verbindung mit der Außenwelt stehen LTE mit 100 MBit/s, WLAN (802.11n), Bluetooth (4.0 LE), NFC und ein Micro-HDMI-Port zur Verfügung. Die rückseitige Kamera (f/2,2) knipst Bilder in 8 Megapixeln Auflösung und nimmt Full-HD-Videos auf.

Der nicht mehr wechselbare Akku mit 2880 mAh soll für bis zu 18 Stunden Sprechzeit ausreichen, die Standby-Zeit gibt BlackBerry mit 16 Tagen an. Eine neue Antennentechnik soll Energie sparen, und dabei gleichzeitig die Datenverbindung beschleunigen und für weniger Gesprächsabbrüche sorgen.

Auf dem Z30 kommt BlackBerry OS in der Version 10.2 zum Einsatz. Zu den Neuerungen gehören laut Hersteller etwa ein verbesserter Nachrichteneingang, der für den Anwender besonders wichtige Konversationen automatisch in den Vordergrund stellt, sowie eine Nachrichtenvorschau, die das Lesen und Beantworten von BBM-Nachrichten ohne Verlassen der gerade genutzten App ermöglicht. Die Version 10.2 soll ab Mitte Oktober auch für die Smartphones Z10, Q10 und Q5 zur Verfügung stehen.

Preis und Termin des Marktstarts in Deutschland hat BlackBerry noch nicht bekannt gegeben. In Großbritannien und dem mittleren Osten soll das Z30 bereits in den nächsten Wochen verfügbar sein. (ll)

200-Dollar-Tablets mit Tegra 4 und Stifteingabe

Nvidia hat ein selbstentwickeltes 7-Zoll-Tablet mit Stifteingabe vorgestellt. Das Android-Tablet mit dem schnellen hauseigenen Tegra 4 will Nvidia für 200 US-Dollar anbieten, 30 Dollar billiger als das neue Nexus 7 von Google. Zur weiteren Ausstattung des Tegra Note getauften Tablets nennt Nvidia bisher nur einige Eckpunkte: Auf dem 7 Zoll großen IPS-Display werden sich nur 1280 × 800 Pixel (215 dpi) tummeln, der Akku soll 10 Stunden Videowiedergabe durchhalten. Ein microSD-Slot ist vorhanden, der interne Speicher 16 GByte groß. Die 5-Megapixel-Kamera auf der Rückseite soll Videos mit 100 Bildern pro Sekunde aufnehmen und damit auch Zeitlupenvideos ermöglichen. Per Micro-HDMI lassen sich Inhalte auf den Fernseher bringen.

Für die Stifteingabe verwendet Nvidia keinen Digitizer wie andere Hersteller. Stattdessen soll eine „DirectStylus“ genannte Technik analysieren, ob gerade Finger, kapazitiver Stift oder Handfläche auf dem Touchscreen aufliegt. Auch Druckstufen soll das System unterscheiden. Ein Stylus ist im Gehäuse integriert, als Zubehör soll es einen Stift mit wechselbaren Spitzen geben.

Das Tegra Note wurde von Nvidia entwickelt, soll aber von verschiedenen regionalen Partnern verkauft werden. Für Deutschland hat Zotac mit dem Tegra Note 7 ein solches Gerät bereits angekündigt. Die Geräte unterscheiden sich derzeit nur durch das aufgebrachte Logo, die Updates für das installierte Android werden direkt von Nvidia kommen. Welche Version bei der Veröffentlichung im Oktober installiert ist, sagt der Hersteller nicht. (asp)

Mobil-Notizen

Dell hat sein Windows-RT-Tablet XPS 10 eingestellt. Außer Microsoft bietet damit derzeit kein anderer Hersteller Geräte mit dem abgespeckten Windows an. Asus, Lenovo und Samsung hatten sich bereits vorher zurückgezogen.

Sailfisch OS soll nun kompatibel zu Android-Apps sein. Das haben die Entwickler vom finnischen Unternehmen Jolla bekanntgegeben. Zudem soll Sailfish auch auf Geräten arbeiten, die ursprünglich für Android entwickelt wurden.

Asus hat seinen Hybriden aus Smartphone und Tablet überarbeitet. Im neuen Padfone Infinity steckt ein schnellerer SoC und eine bessere Kamera. Gehäuseform und Anschlüsse bleiben gleich, die alte Tablet-Station lässt sich weiter nutzen.

Der Binnenmarkt-Ausschuss des EU-Parlaments hat die Smartphone-Hersteller ermahnt, endlich einen neuen Standard für ein einheitliches Ladegerät zu schaffen. Eine freiwillige Selbstverpflichtung der Hersteller lief Ende 2012 aus.

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