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Bundesnetzagentur startet Anhörung zu Zwangsroutern

Die Bundesnetzagentur hat eine öffentliche Anhörung zum Thema Routerzwang gestartet. Die Maßnahme ist eines der Ergebnisse eines Workshops, bei dem die Behörde mit Internet-Anbietern, Netzwerkausrüstern und Branchenverbänden über das seit Anfang des Jahres brodelnde Thema beraten hatte. Die Bundesnetzagentur hatte im Januar 2013 zunächst entschieden, dass allein der Provider bestimme, wo sein Netz endet. Daher könne er auch dem Kunden bestimmte, voreingerichtete Router vorschreiben und die Herausgabe von Zugangsdaten verweigern. Nach heftigen Protesten, den Hinweisen auf die zuvor entgegengesetzte Praxis und der nun gestarteten Befragung weicht die Behörde ihre Haltung etwas auf.

Bis zum 6. November können laut Ankündigung Zugangsanbieter, Hersteller, Verbände und die Öffentlichkeit per E-Mail Kommentare zum Thema abgeben. Als Grundlage dafür hat die Behörde vier Modelle im Amtsblatt 18 veröffentlicht.

Das erste Modell (A) entspricht dem bislang an xDSL-Zugängen praktizierten und durch die EU vorgegebenen Modell, bei dem das Providernetz am Splitter respektive der Wanddose endet. Kunden können dabei Geräte nach eigener Wahl am Netzzugang anschließen. Die drei anderen Modelle verlegen den Netzabschlusspunkt in Richtung Kunde: B1 setzt ihn auf die kundenseitige Ethernet-Buchse eines „Modems“, also einer Hardware-Schnittstelle zum Übertragungsmedium. Eine Auftrennung von Diensten wie TV oder Telefon erfolgt dabei nicht. Bei B2 trennt das Netzabschlussgerät Dienste auf und stellt sie als separate Zugangsschnittstellen dem Kunden bereit: Als Beispiel nennt das Amtsblatt Double-Play-Zugänge, die Telefondienste an einem analogen oder ISDN-Anschluss ausliefern. Das dritte B-Modell entspricht einem Zwangsrouter: Das vom Provider gewählte und nicht vom Kunden austauschbare Gerät übernimmt sowohl Einwahl als auch Diensteauftrennung und agiert gleichzeitig als Internet-Gateway (Router), Firewall sowie als WLAN-Zugangspunkt für den Kunden.

Auch der im Amtsblatt veröffentlichte Text der BNetzA enthält kritikwürdige Passagen: Obwohl jedes der Modelle „bei aktuell genutzten Netzzugangstechnologien und Netzwerkarchitekturen grundsätzlich möglich“ sein soll, behauptet die BNetzA, dass die „Einführung digitaler Telekommunikationsnetze … auf der Teilnehmerseite der Anschlussleitung als Leitungsabschluss ein aktives Element erforderlich (Box)“ mache. Das entspricht in etwa der Meinung vieler Internet-Anbieter, eine technische Begründung dafür gibt es aber nicht. Die entgegengesetzten Standpunkte der Netzwerkhersteller und Verbraucher benennt die Behörde in ihrem Schreiben nur am Rande – sie seien schlicht „unterschiedlich“.

Eine erste Reaktion auf die BNetzA-Ankündigung kommt von der Free Software Foundation Europe und dem OpenWRT-Projekt: Die Aktivisten sprechen sich dafür aus, dass jegliche Zugangsdaten dem Kunden grundsätzlich zur Verfügung stehen müssen. Nur damit bleibe dem Kunden die Wahl, welchem Hersteller und welcher Software er sein Vertrauen schenken kann. Auch ökologisch seien Zwangsrouter ein Rückschritt, denn bei jedem Anbieterwechsel werde das alte Gerät überflüssig und durch ein anderes ersetzt. Eine Bestandsaufnahme einschließlich der rechtlichen Grundlagen zu Zwangsroutern findet sich im Artikel „Providers Freud“ in c’t 14/2013 (siehe c’t-Link). (rek)

Ereignis- und Paketanalysator von Microsoft

Microsoft hat den Paket- und Nachrichten-Analysator Message Analyser als stabile Version 1.0 veröffentlicht. Das Programm zeigt Ereignisse von Windows-Komponenten wie der Firewall an, schneidet Netzwerkpakete sowie USB-, WLAN- und Bluetooth-Daten mit und visualisiert sie. Außerdem vereint die Software eingesammelte Daten unterschiedlicher Quellen in gemeinsamen Ansichten. Die Software läuft auf 32- und 64-Bit-Windows-Versionen ab Windows 7 respektive Windows Server 2008, benötigt .NET ab 4.0 sowie mindestens 2 GByte Arbeitsspeicher und eine mit 1,4 GHz getaktete CPU. (rek)

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