Am Ende der Seidenstraße

Ermittler legen Drogen-Marktplatz im Tor-Netz lahm

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Dem FBI ist ein Schlag im Kampf gegen den Drogenhandel im Internet gelungen: Die Ermittler legten einen berüchtigten Online-Marktplatz für illegale Güter lahm und nahmen offenbar dessen Drahtzieher in einer öffentlichen Bibliothek in San Francisco fest – vor dem Science-Fiction-Regal. Der Mann, der die Seite mutmaßlich unter dem Namen Dread Pirate Roberts betrieb, muss sich nun wegen Drogenhandels, Geldwäsche und Anstiftung zum Mord verantworten.

Die Webseite Silk Road entwickelte sich seit ihrer Gründung 2011 zu einem der berüchtigtsten Umschlagplätze für Drogen und andere illegale Güter im Netz. Laut FBI hatte sie fast eine Million registrierte Nutzer. Transaktionen wurden exklusiv in der Kryptowährung Bitcoin abgewickelt und kaufen konnte man unter anderem verbotene Substanzen und Rauschmittel von Cannabis über bewusstseinsverändernde Pilze bis hin zu Kokain. Aber auch Exploits wurden auf der Seite gehandelt. Fast drei Jahre florierte die berüchtigte Tauschbörse im Netz, aber am 1. Oktober schlugen die Ermittlungsbehörden in den USA zu, verhafteten den mutmaßlichen Drahtzieher der Seite und nahmen die Server einen Tag später aus dem Tor-Netz.

Die Server des Marktplatzes waren so verschleiert, dass Nutzer zwar auf die Seite zugreifen konnten, es aber so gut wie unmöglich war, ihre IP-Adresse und damit den physischen Standort der Server zu ermitteln. Kann eine Webseite auf diese Art ausschließlich über Tor erreicht werden, gilt sie als Hidden Service – so ist es möglich, anonym Server-Dienstleistungen anzubieten und Webseiten bereitzustellen. Das Tor-Netz fungiert dabei als Broker: Nutzer können über spezielle .onion-URLs vom Netz verlangen, mit dem entsprechenden Server verbunden zu werden. Die Verbindungen sind dabei vom Nutzer zum anbietenden Server lückenlos verschlüsselt, aber keine der beiden Seiten kennt die IP-Adresse des Gegenübers. Das funktionierte offenbar so gut, dass das FBI den Betreiber der Seite auch nicht über das Tor-Netz ausfindig machen konnte, sondern ihn auf Grund seiner Aktivitäten im öffentlichen Netz und im realen Leben enttarnen musste. ...

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