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Cochleaimplantat-Algorithmen für mehr Musikgenuss

Für taube Menschen, deren Hörnerv aber noch funktioniert, sind Cochleaimplantate (CI) häufig eine Möglichkeit, Sprache zumindest zu einem gewissen Teil doch zu verstehen. Dazu werden akustische Signale zunächst von einem externen Mikrofon erfasst, von einem Sprachprozessor verarbeitet und als elektrische Impulse an eine Sendespule weitergeleitet. In unmittelbarer Nähe sitzt unter der Haut ein implantierter Empfänger mit Antenne, der die Impulse aufnimmt und sie an Stimulationselektroden weiterreicht, die den Hörnerv in der Hörschnecke über elektrische Reize anregen.

Zwar lässt sich mit einem Cochleaimplantat grundsätzlich auch Musik hören, jedoch ist die Qualität meist miserabel. Wissenschaftler der University of Washington haben nun einen Weg gefunden, wie sich das Musik-Hörempfinden von CI-Trägern erheblich verbessern lässt. Wie sie im Fachmagazin „Neural Systems and Rehabilitation Engineering“ berichten, nutzen sie dafür eine Harmonic-Single-Sideband-Encoder-Technik (HSSE). Grundschwingungen werden dabei mittels spezieller Algorithmen so moduliert, dass Melodien und selbst Klangfarben einzelner Instrumente bei der Hörnerv-Stimulation weitgehend erhalten bleiben. Wie deutlich sich das bemerkbar macht, kann über den nachfolgenden Link selbst „erhört“ werden. (pmz)

Testszenarien für Roboter-Astronauten-Kooperationen

Unter Leitung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Bremen ist im Oktober ein dreijähriges EU-Forschungsprojekt gestartet, in dessen Verlauf neue Trainingstechniken für gemeinsame Einsätze von Astronauten und Robotern im All entwickelt und getestet werden sollen. Im Mittelpunkt des mit 3,1 Millionen Euro von der EU-Kommission geförderten „Moonwalk“-Projekts, an dem Organisationen aus insgesamt sieben Ländern teilnehmen, stehen DFKI-Angaben zufolge vor allem Roboter-Astronauten-Kooperationen, die bei der Entnahme von Gesteins- und Bodenproben wichtig werden könnten.

Ausprobieren will man die neuen Trainingstechniken unter anderem bei Übungsmissionen im Mittelmeer sowie in einer wüstenähnlichen Region im Südwesten Spaniens. In der Bucht von Marseille sollen die Effekte einer geringen Schwerkraft von Mondmissionen unter Wasser simuliert werden; in der Bergbauregion von Río Tinto stehen astrobiologische Probeentnahmeverfahren auf dem Programm, wie sie bei bemannten Marserkundungen zum Einsatz kommen könnten. Wann aus Simulationen konkrete Einsätze werden, steht allerdings noch in den Sternen. Zuletzt waren selbst Pläne für eine unbemannte europäische Mondmission gescheitert. (pmz)

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