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Skype stellt das Desktop-API ein

Der Videotelefoniedienst Skype, den Microsoft 2011 übernommen hatte, will ab Dezember kein Desktop-API (Application Programming Interface) mehr bereitstellen. Der Support für die seit 2004 bestehende Schnittstelle ist bereits im September ausgelaufen. Die Entwickler sollen stattdessen den Skype-URI (Uniform Resource Identifier) verwenden, der letztlich nur den Skype-Client aufruft. Das bietet Programmierern erheblich weniger Möglichkeiten als das bisherige API. Wahrscheinlich werden nun viele Zusatzanwendungen für Skype eingestellt. Die gleichzeitige Schließung des Skype App Directory, das zahlreiche Zusatzanwendungen für Skype enthält, ist da nur konsequent.

Microsoft begründet die Umstellung damit, dass das API im Gegensatz zum URI keine mobilen Anwendungen unterstütze und dass das Unternehmen „ein durchgängiges Benutzererlebnis über alle Plattformen und Geräte hinweg“ ermöglichen wolle. Anwender von Skype-Geräten wie speziellen Kopfhörern, deren Zusatzfunktionen auf das API angewiesen sind, werden das vermutlich nicht zu schätzen wissen. (uma)

Telekom will nationales E-Mail-Netz

Die Telekom will den Datenschutz für E-Mails voranbringen. Nach der Ankündigung, Mail-Forwarding innerhalb Deutschlands nur noch SSL-verschlüsselt zu betreiben, hat Datenschutz-Vorstand Thomas Kremer nun vorgeschlagen, ein nationales E-Mail-Netz zu betreiben, um Lauschern aus dem Ausland ein Schnippchen zu schlagen. Dazu soll Verkehr zwischen deutschen Teilnehmern nicht mehr über internationale Knotenpunkte geleitet werden, an denen fremde Dienste lauschen könnten.

In ersten Reaktionen äußerten sich Mitbewerber der Telekom skeptisch. Thomas Bösel, Datenschutzbeauftragter der QSC AG, bezweifelte, ob sich nationaler und internationaler E-Mail-Verkehr eindeutig voneinander trennen lassen. Vodafone und Telefónica wollen genau prüfen, ob sie am nationalen Routing teilnehmen wollen. Kremer zeigte sich aber optimistisch, dass sich sein Vorschlag durchsetzen werde.

In einem weiteren Schritt könnte der Austausch nach den Vorstellungen Kremers auf die Schengen-Länder ausgedehnt werden. EU-Schnüffel-Primus Großbritannien wäre damit außen vor, denn Großbritannien und Irland wenden das Schengenrecht mit wenigen Ausnahmen nicht an. (uma)

O2 stellt im Festnetz auf Drosseltarife um

O2 folgt als erster großer Anbieter dem Beispiel der Telekom und stellt sein DSL-Portfolio auf Drosseltarife um. Der neue Tarif DSL All-In S, der eine Downstream-Datenrate von 8 MBit/s bietet, wird ab 100 Gigabyte Übertragungsvolumen pro Abrechnungsmonat auf 2 MBit/s gedrosselt. Die Varianten M und L mit 16 und 50 MBit/s Datenrate im Downstream unterliegen einer etwas komplizierteren sogenannten Fair-Flat-Regelung. Diese wird aktiv, wenn der Kunde in drei Abrechnungsmonaten hintereinander ein Volumen von jeweils 300 Gigabyte überschreitet. Ab dem vierten Monat greift dann beim Erreichen dieser Marke die Drossel.

Der Kunde kann sich freikaufen, indem er ein Paket mit 100 Gigabyte für 4,99 im Monat oder unbegrenztes Datenvolumen für 14,99 Euro im Monat hinzubucht. Letztlich bedeutet die Drosselung also eine Preiserhöhung oder wahlweise Leistungseinschränkung für Intensivnutzer. Der Anbieter betont, dass die Beschränkung der Datenrate alle Internet-Dienste gleichermaßen treffe und keinerlei Priorisierung erfolge.

Interessant für den Kunden ist die im mitgelieferten VoIP-Anschluss enthaltene All-Net-Flat, die kostenlose Anrufe nicht nur ins Festnetz, sondern auch in alle deutschen Mobilfunknetze erlaubt. Bei monatlichen Preisen von 24,99, 29,99 und 34,99 Euro für die Varianten S, M und L und zusätzlichen Rabatten für Mobilfunk-Vertragskunden kann sich ein Umstieg auf einen der neuen Tarife lohnen, etwa wenn das monatliche Datenvolumen deutlich unter der Drosselgrenze bleibt, aber hohe Kosten für Gespräche in die Mobilfunknetze anfallen. Vor einem Wechsel sollte man allerdings ins Kalkül ziehen, dass das benötigte Datenvolumen in der Zukunft tendenziell steigen wird. (uma)

Neue Top-Level-Domains kurbeln das Geschäft an

Viele Hoster und Domain-Registrare wittern ein Geschäft mit den neuen Top-Level-Domains, die voraussichtlich ab Anfang 2014 verfügbar werden, um die Knappheit bei einprägsamen und kurzen Domainnamen zu bekämpfen. Unter der Bezeichnung nTLD oder New gTLD sollen ab kommendem Jahr bis zu knapp 2000 neue Top-Level-Domains verfügbar werden. Der Internet-Nutzer muss sich dann an Domain-Endungen wie .berlin, .app, .sport oder .reise gewöhnen.

Für Unternehmen und Privatpersonen ist das tatsächlich eine Chance, an einen einfach zu merkenden Domain-Namen zu kommen. Geringe Chancen auf die eigene Namens-Domain hat allerdings, wer einen Allerweltsnamen trägt. Nur mit sehr viel Glück dürften sich Domains wie maier.nrw oder schmidt.hamburg sichern lassen.

Bislang nehmen die Hoster und Domain-Registrare nur kostenlose und unverbindliche Vorreservierungen entgegen. Wer seine Chancen erhöhen will, sollte seinen Namenswunsch bei möglichst vielen Unternehmen anmelden, um beim Vergabeverfahren im kommenden Jahr möglichst viele Lose in der Trommel zu haben. Hat man die gewünschte Domain erst einmal ergattert, lässt sie sich mit geringem Aufwand zum gewünschten Registrar oder Hoster umziehen. (uma)

Kein Verstecken bei Facebook

Künftig ist jeder Facebook-Nutzer über die interne Suche anhand seines Namens zu finden, verkündete Michael Richter, der Datenschutz-Chef des Konzerns. Die Einstellmöglichkeit „Wer kann Deine Chronik über Deinen Namen finden?“ wird aus den Profilen entfernt. Schon im vergangenen Jahr war dieser Punkt bei all denjenigen verschwunden, die hier keine Einstellung vorgenommen hatten.

Als Grund führt Richter an, dass nur ein kleiner Prozentsatz der Anwender von der Wahlmöglichkeit Gebrauch gemacht habe. Sie würden nun mittels eines Hinweises auf der Facebook-Startseite über die Änderung informiert. Die Einstellung habe viele Nutzer irritiert, weil sie persönliche Bekannte nicht über die Suche gefunden hätten. Wirklich verstecken ließ sich ein Profil bei Facebook indessen nie: Über Freundeslisten oder öffentliche Kommentare ließen sich alle Nutzer aufspüren, die mit anderen interagierten. (dbe)

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