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Windows Server 2012 R2 im Anmarsch

Im Mai hat Microsoft den neuen Windows-Server angekündigt und wenig später auch eine Preview geliefert. Wie für ein R2-Release typisch verbessert es viele Details, vor allem bei Virtualisierung und Storage [1]. Im Unterschied zu Windows 8.1, das es für Käufer von Windows 8 kostenlos als Update gibt, ist Windows Server 2012 R2 ein reguläres Produkt – es ist also nur zum vollen Preis zu haben.

Die Preise für die Datacenter- und Essentials-Ausgabe steigen um 30 beziehungsweise 20 Prozent. Bei den Zugriffslizenzen (CALs) lässt Microsoft Gnade walten, es genügen auch die für Server 2012. Wann Windows Server 2012 R2 in den freien Handel kommt, war bis Redaktionsschluss noch unklar. Sicher kommen erst mal nur Vertragskunden von Microsoft heran. MSDN-Abonnenten können die R2-Versionen schon seit einigen Wochen herunterladen.

Neue Aufmerksamkeit erfährt das Remote Desktop Protocol (RDP): Es dient in Server 2012 R2 auch dazu, die Konsolen von virtuellen Maschinen zu steuern, ohne dass eine Verbindung über das Netzwerk zwischen VM und Fernsteuerrechner dazu nötig wäre – das setzt indes moderne RDP-Clients aus Windows 8.1 oder Server 2012 R2 voraus. Für OS X, iOS und Android will Microsoft Ende Oktober einen neuen Client vorlegen.

Generell wendet sich Microsoft den mobilen, von Mitarbeitern ins Unternehmen gebrachten privaten Geräten zu: Solche Geräte erhalten per Workplace Join Zugriff auf Dokumente, die für nicht der hauseigenen Domäne zugehörige Clients freigegeben sind. Im Fall eines iPad realisiert Microsoft das über Zertifikate, die der Nutzer auf dem Gerät installieren muss. Unternehmen sollen zukünftig sogar Apps installieren können, ohne dass die den Weg durch den App-Store der jeweiligen Plattform gehen müssen.

Die Verknüpfung mit Microsofts Cloud-Diensten wird an vielen Stellen deutlich: Die Essentials-Ausgabe des Servers, die jetzt auch als Rolle in der regulären Version enthalten ist, gilt als Nachfolger des Small Business Server, bringt aber kein Exchange mehr mit. Die Kunden sollen Postfächer im Rahmen von Office 365 als Cloud-Dienst dazukaufen.

Zwei Wege gibt es, mit denen die Benutzer eines firmeneigenen Active Directory in Azure bekannt werden: die bisherige große Lösung Active Directory Federation Services (AD FS) oder das schlankere DirSync, das Benutzernamen und Hashes der Passwort-Hashes in die Cloud überträgt – ein Ausspähen von Passwörtern soll so verhindert werden, Details zur Technik nennt Microsoft aber nicht.

Die Cloud-Angebote gehen über bisher Bekanntes hinaus: Im November sollen im Azure-Katalog rund 500 SaaS-Angebote zur Verfügung stehen. Als Beispiel für solche Dienste nennt Microsoft eine Schablone, mit der ein Administrator mit wenigen Mausklicks Benutzerkonten beispielsweise bei Facebook, Salesforce oder Twitter erstellen kann.

Der Windows Azure Hyper-V Recovery Manager (HRM) repliziert eine Private-Cloud an einen sekundären Standort, was im Notfall eine leichte Wiederherstellung ermöglicht. Neben Windows Server 2012 oder 2012 R2 und System Center 2012 SP1/R2 wird hierzu ein Azure-Account benötigt.

Bei einigen Neuerungen bleiben die Voraussetzungen momentan unscharf: Genügt ein Server 2012 R2 oder sind dafür Komponenten aus der System-Center-Familie zu ergänzen? Wer sich an Antworten versucht, kann sich kaum des Eindrucks erwehren, dass sich die Komplexität, die Windows-Lizenzen ohnehin anhaftet, mit den Erweiterungen in die Cloud potenziert.

(Eric Tierling/ps)

Literatur
  1. [1] Stephan Bäcker, Microsofts Cloud-OS, Windows Server 2012 R2 und System Center 2012 R2, c’t 14/2013, S. 33

Putz-Patch für Windows-7-Updates

Um das Service Pack 1 oder andere Updates für Windows 7 bei Bedarf wieder deinstallieren zu können, lässt das Setup-Programm die ersetzten Dateien auf der Festplatte. Diese alten Dateien belegen reichlich Platz, werden in den meisten Fällen aber nie wieder gebraucht. Bislang konnte die Datenträgerbereinigung nur die Überreste der Service-Pack-Installation löschen (dazu im Explorer über das Kontextmenü der Systempartition deren Eigenschaften öffnen und dort auf „Bereinigen“ und dann auf „Systemdateien bereinigen“ klicken).

Für das Entfernen der Überreste anderer Updates fehlte bislang ein passender Schalter, deshalb haben sich auf vielen Rechnern mittlerweile hunderte MBytes solcher Überreste angesammelt. Microsoft hat nun einen Patch veröffentlicht, der die Datenträgerbereinigung um eine Funktion zum Entfernen der Update-Deinstallationsdateien ergänzt. Microsoft stuft den Patch als „wichtig“ ein, was bedeutet, dass er anders als „kritische“ je nach Update-Einstellung nicht automatisch auf der Festplatte landet. Man kann ihn dann in der Liste der Updates von Hand auswählen. Er lässt sich auch von Microsofts Homepage herunterladen (KB 2852386, siehe c’t-Link).

Windows 8 und 8.1 können die Update-Reste von Haus aus entfernen. (bae)

Windows-Notizen

Die mittlerweile unter http://support.microsoft.com/lifecycle veröffentlichten Support-Richtlinien stellen klar, dass Windows 8.1 aus Microsofts Sicht wirklich nur ein Update für 8.0 darstellt. Wie bei einem Service Pack haben Windows-8.0-Nutzer zwei Jahre lang Zeit, das für sie kostenlose Update auf 8.1 einzuspielen, sonst gibt es ab Oktober 2015 keinen Support mehr. Mit dem 8.1-Update endet der Mainstream Support unverändert am 09. Januar 2018, der Extended Support im Januar 2023. Während der ersten Phase repariert Microsoft auch funktionale Probleme, während der zweiten nur noch Sicherheitslücken, die es für relevant hält.

Gleichzeitig mit Windows 8.1 hat Microsoft die Version 2013 seiner Entwicklungsumgebung Visual Studio veröffentlicht. Die offizielle Markteinführung soll aber am 13. November noch mit einem Online-Launch-Event gefeiert werden (siehe Link).

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