Trends & News | News

Playstation 4 und Xbox One verlieren Starttitel

Nur rund einen Monat vor dem geplanten Veröffentlichungstermin hat Ubisoft sein Open-World-Hacker-Actionspiel „Watch Dogs“ verschoben – und zwar gleich auf das Frühjahr 2014. Laut offizieller Stellungnahme benötigen die Entwickler mehr Zeit, um ein Game abzuliefern, das „aufzeigen soll, was wir in der nächsten Generation von Spielen sehen wollen“. Und auch das Rennspiel „The Crew“ erscheint nach Angaben des französischen Spieleentwicklers und Publishers erst im kommenden Jahr.

Ohne die beiden potenziellen Zugpferde fürs Weihnachtsgeschäft – und wohl auch aufgrund mäßiger Verkaufszahlen der Titel „Splinter Cell: Blacklist“ und „Rayman Legends“ – sah sich Ubisoft kurz darauf gezwungen, seine Umsatzprognose für das bis April 2014 laufende Geschäftsjahr um 560 Millionen US-Dollar zu senken und eine Verlustwarnung herauszugeben.

Die „Watch Dogs“-Verschiebung brachte aber auch Sony und Microsoft in Schwierigkeiten, die den Titel in Bundles mit ihren kommenden Konsolen Playstation 3 und Xbox One angeboten hatten. Während die Händler Amazon und Gamestop erklärten, Konsole und Titel getrennt auszuliefern oder einen Alternativtitel anbieten zu wollen, stornierte die große US-Einzelhandelskette Target kurzerhand die bestellten Bundles. Target teilte den betroffenen Kunden dabei nur lapidar mit, sie mögen die Konsolen noch einmal einzeln bestellen – und sich so in der virtuellen Schlange wieder hinten anstellen.

Doch Sony hat mit noch einem weiteren PS4-Starttitel Probleme – und zwar ausgerechnet dem hauseigenen Autorennspiel „Driveclub“. Auch dieses soll nun erst 2014 erscheinen, um es „nach den ursprünglichen Vorstellungen fertigzustellen“. Und hier hatte Sony nicht nur Bundles angeboten, sondern zudem versprochen, es Playstation-Plus-Abonnenten ab Verkaufsstart der Konsole in einer Sonderedition kostenlos zur Verfügung zu stellen. Als Ersatz gibt es jetzt das Indie-Spiel „Contrast“ – und kostenlos Driveclub, sobald verfügbar. (nij)

Smartwatch für Sportler

Adidas bringt mit Erscheinen dieses Heftes seine „smarte Sportuhr“ namens „miCoach Smart Run“ auf den Markt. Dabei handelt es sich um eine voll ausgestattete GPS-Sportuhr mit 1,45 Zoll (rund 3,68 cm) großem kapazitivem LCD-Touchscreen mit Gorilla-Glas und einer Auflösung von 184 × 184 Pixel. Als Betriebssystem kommt Android 4.1.1 zum Einsatz, natürlich mit einer angepassten Bedienoberfläche; 4 GByte Flash-Speicher sind eingebaut. Ein API für Drittentwickler oder ein App-Store sind bislang nicht geplant.

Neben GPS und einem Beschleunigungssensor hat die Uhr auch gleich einen Herzfrequenzmesser eingebaut. Da sie den Puls selbst direkt am Handgelenk erfasst, ist ein Brustgurt überflüssig. Die Technik soll von der MIO Alpha stammen, die seinerzeit über Kickstarter finanziert wurde.

Laut Adidas hält der Akku bei voller Ladung im reinen Uhrenmodus 14 Tage durch. Im sogenannten Marathon-Betrieb lassen sich bis zu 8 Stunden lang alle fünf Sekunden die GPS-Daten erfassen. Wer eine sekundengenaue Aufzeichnung wünscht, kann die Smart Run bis zu vier Stunden am Stück nutzen. Daten werden über WLAN oder Bluetooth 4.0 Low Energy übertragen.

Weiterhin hat die miCoach Smart Run einen MP3-Player samt Bluetooth-Anbindung für Kopfhörer eingebaut. Darüber soll die Uhr dem Anwender zur Motivation auch Trainingsanweisungen ins Ohr flüstern. Damit schließt sich wieder der Kreis zum Training mit Fitness-Apps auf dem Smartphone. Dort ist diese „Audiocoaching“-Funktion schon lange essenziell, weil man beim Laufen nicht gut auf das Handy-Display schauen kann. Der Listenpreis der Sport-Smartwatch liegt bei 400 Euro.

Im Internet sind zudem Skizzen und ein Video von Nokias bislang nicht umgesetztenSmartwatch-Konzept mit dem Arbeitstitel „Facet“ aufgetaucht. Die ist aber eher ein großer Armreif mit mehreren kleinen (herausnehmbaren) Displays, die unabhängig voneinander unterschiedliche Inhalte anzeigen können. Alle Möglichkeiten der Interaktion sind im Video zu sehen, das unter dem c’t-Link abrufbar ist. Es bleibt abzuwarten, was von Nokias Smartwatch-Idee unter der Leitung von Microsoft letztlich übrig bleibt. (nij)

Unsichere DVB-T-Zukunft

„Ich halte es für nicht völlig aus der Welt, dass das terrestrische Fernsehen mit seinen Kosten bald nicht mehr darstellbar ist“, meinte Prof. Dr. Ulrich Reimers auf einer Podiumsdiskussion im Rahmen der Medientage München. Einerseits verlagere sich die Videonutzung durch die zunehmende Verbreitung von Tablets immer mehr in die mobilen Netze, andererseits müsse man damit rechnen, dass durch den DVB-T-Ausstieg der RTL-Gruppe die Nutzung des terrestrischen Antennenfernsehens weiter zurückgehe.

Der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten Jürgen Brautmeier ist optimistischer: „Solange wir mit DVB-T einen Verbreitungsweg haben, der so super angenommen wird, würde ich ihn nicht freiwillig aufgeben wollen.“ Sollte es zur Öffnung des bisher von DVB-T genutzten 700-MHz-Bandes für den Mobilfunk kommen, forderte Brautmeier aber einen speziellen Schutz für den Rundfunk. Es wäre ein Problem, wenn „Rundfunkinhalte behandelt würden wie jeder andere Internetinhalt“. (sha)

Audio/Video-Notizen

Samsung hat die Kopplungsfunktion seiner Smartwatch Galaxy Gear erweitert: Neben dem Samsung Galaxy Note 3 akzeptiert die Uhr nach einem Update auf Android 4.3 auch die Smartphone-Modelle Galaxy S3, S4 und das Note 2 als Partner. Mit Handys anderer Hersteller arbeitet sie aber offenbar weiterhin nicht zusammen.

Mit der bislang nur für Linux verfügbaren Version 3.5 erfährt der Audio/MIDI-Sequencer Ardour eine grundlegende Änderung seiner Architektur: Audio- und MIDI-I/O sind aus dem Ardour-Kern in dynamisch ladbare Module gewandert. Dadurch soll es in Zukunft möglich werden, das Programm ohne den Sound-Server Jack zu betreiben. Ardour steht im Quelltext zum Download bereit (siehe c’t-Link). Vorkompilierte Programmversionen für Linux und Mac OS X sind kostenpflichtig.

Artikel kostenlos herunterladen

Anzeige