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Industrie-Mainboards für AMD- und Intel-Prozessoren

Die Mainboards D3231-S und D3313-S von Fujitsu verkraften nicht nur den Betrieb rund um die Uhr, sondern funktionieren auch bei Temperaturen zwischen 0 ° und 60 °C. Das D3231-S nimmt Intels Haswell-Prozessoren auf. Die D3313-S-Modelle sind mit AMDs G-Serie bestückt. Allesamt passen sie direkt in die Gehäuse der jeweiligen Vorgänger. Dank einheitlicher Treiber muss dabei nicht einmal das Betriebssystem neu aufgesetzt werden. Das hilft, wenn es auf langfristige Ersatzteilversorgung ankommt.

Das Micro-ATX-Board D3231-S verwendet den Intel-Chipsatz Q87 und veträgt auch leistungshungrige Haswell-Versionen sowie bis zu 32 GByte DDR3-1600-Speicher. Für den Einsatz unter aggressiven Umweltbedingungen schützt eine widerstandsfähige Zinnbeschichtung die Boards. Der erste Vertreter erscheint im November für rund 240 Euro. Weitere ATX- und Mini-ITX-Modelle sollen bis Februar folgen.

Auf den lüfterlosen Mini-ITX-Boards der Serie D3313 sind die speziell für Industrieanwendungen entwickelten Ein-Chip-Prozessoren (SoCs) von AMD bereits aufgelötet. Je nach Anforderung gibt es Dual- und Quad-Core Versionen mit 1,0 bis 2,0 GHz Taktfrequenz und bis zu 16 GByte DDR3-1866-Speicher. LC-Displays lassen sich per DVI-I, DisplayPort und LVDS direkt anschließen. Ein Watchdog-Timer zum Auslösen von automatischen Resets bei Software-Abstürzen sowie ein Slot für mSATA und PCIe-MiniCard runden die Ausstattung ab. Rutronik bietet die Boards ab 180 Euro an. (Rolf Bensch/bbe)

64-Bit-Architektur für 32-Bit-Chips

Bekanntestes Merkmal der noch recht jungen Prozessorarchitektur ARMv8 ist die für Server, Desktops und Smartphones entwickelte 64-Bit-Betriebsart (siehe Seite 218). Doch im Schatten davon gibt es auch ein paar neue Befehle, von denen auch kleine Chips profitieren können: Etwa für die CRC-Prüfung oder Signalverarbeitung. Daher hat ARM eine „Realtime“-Version der 64-Bit-Architektur entwickelt.

ARMv8-R arbeitet paradoxerweise erst einmal nur 32-bittig. 64-Bit-Befehle und Register könne man bei Bedarf später nachrüsten, schreibt ARM in einem Blog-Beitrag. Kurzum: ARM sucht einen Kompromiss aus über alle Anwendungsgebiete hinweg konsistenter Architektur und harter Echtzeitfähigkeit. Eben dafür ist der 64-Bit-Modus nicht ideal, unter anderem weil das Interrupt-Handling mehr Zeit kostet. Folglich konzentriert sich ARMv8-R auf neue Funktionen wie einen Bare-Metal-Hypervisor und neue SIMD-Befehle. Fertige Kerne mit der neuen Architektur hat ARM noch nicht vorgestellt, sie dürften aber Cortex-R heißen. (bbe)

Erster MIPS-Kern von Imagination Technologies

Bereits mit dem Namen der neuen MIPS-Kerne „Warrior“ bläst Imagination Technologies zum Angriff auf ARM. Die lizenzierbaren Prozessorkerne für Systems-on-Chip (SoC) der „Serie 5“ treten in die Fußstapfen der erst 2012 eingeführten, aber noch gar nicht in konkreten Produkten aufgetauchten Aptiv-Baureihen. Nun bekommen sie primär Features nachgerüstet, die es bei ARM schon länger gibt. Den Anfang macht die „P-Class“ oder genauer der P5600, der Nachfolger des einst schnellsten MIPS32-Kerns proAptiv. In der Mittelklasse soll die I-Class interAptiv ersetzen und am unteren Ende des Preissegments wird aus microAptiv M-Class.

Die P-Class-Kerne sollen der Konkurrenz in Sachen Performance und Stromverbrauch die Stirn bieten können: Angeblich liefert der P5600 bei Taktfrequenzen von 1 bis mehr als 2 GHz 5 Coremark-Punkte oder 3,5 DMIPS pro Megahertz und Kern. Damit läge er exakt gleich auf mit dem Vorgänger proAptiv und in etwa auf dem Niveau des bereits drei Jahre alten Cortex-A15 von ARM. Gemessen an dem damit bestückten und bislang glücklosen Exynos 5 von Samsung verspricht Imagination Technologies eine rund 30 Prozent kleinere Die-Fläche. Weil die aber bei SoCs von vielen Design-Parametern abhängt, ist die Aussagekraft dieses Vergleichs bescheiden.

Der P5600 ist ein 32-Bit-Kern, der allerdings per Extended Physical Addressing (XPA) bis zu 1 TByte RAM (40 Bit Adressraum) ansprechen kann. Ähnliche Tricks verwendet ARM für den Cortex-A15 und auch im PC-Umfeld waren solche Krücken vor dem Umstieg auf 64 Bit üblich. Bis zu sechs P5600-Kerne sollen Cache-kohärent zusammenarbeiten. Auch das entspricht dem von proAptiv Bekannten. Gegenüber dem Vorgänger von 32 auf 128 Bit verbreitert – und damit mit ARMs Cortex-A15 gleichgezogen – hat Imagination Technologies die SIMD-Einheit. Ebenfalls an den Cortex-A15 erinnert die neu eingeführte Hardware-Unterstützung für Virtualisierung. Zum Einsatz kommen soll der P5600 nicht nur in Smartphones und Tablets, sondern auch in Set-Top-Boxen und Mikroservern. (bbe)

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