Trends & News | News

Debian 8: Neuer Desktop, neues Init

Die Debian-Macher haben den Standard-Desktop der kommenden Debian-Version 8 „Jessie“ von Gnome auf XFCE umgestellt. Allerdings soll die Entscheidung vor dem für November 2014 geplanten Freeze noch einmal überprüft werden: Falls größere Probleme mit XFCE auftreten oder ausreichend viele Debian-Anwender trotz der XFCE-Voreinstellung den Gnome-Desktop nachinstallieren, könnte Gnome auch Standard bleiben.

Ein Grund für den Wechsel des Standard-Desktops ist, dass sich aktuelle Gnome-Versionen zunehmend auf Systemd als Init-System verlassen. In Debian 8 soll das bislang verwendete Sysvinit durch ein moderneres Init-System ersetzt werden, da sind sich die meisten Entwickler einig; es wird allerdings noch diskutiert, ob es der im Fedora-Umfeld entwickelte Systemd oder Ubuntus Upstart werden soll. Für Upstart spricht, dass es in dem Debian-Ableger Ubuntu eingesetzt wird; Systemd hingegen ist distributionsübergreifend angelegt und kommt in immer mehr Linux-Distributionen zum Einsatz.

Da es nicht danach aussieht, dass in den Diskussionen ein Konsens über das Init-System erzielt werden kann, soll nun der technische Ausschuss von Debian (das Debian Technical Committee) eine Entscheidung treffen. Da die Einführung eines neuen Standard-Init-Systems umfangreiche Konsequenzen nach sich zieht, dürfte es bis zur Entscheidung noch dauern. (odi)

Datensynchronisation mit Seafile 2.0

Die neue Version 2.0 der OwnCloud-Alternative Seafile verbessert die Ver- und Entschlüsselung von Ordnern (Bibliotheken in der Seafile-Terminologie). Der Desktop-Client, verfügbar für Linux, Mac OS X und Windows, hat eine neue Oberfläche erhalten. Seafile erlaubt die Synchronisation von Dateien über mehrere Computer und Mobilgeräte mit Android oder iOS und bietet Funktionen zur Zusammenarbeit wie ein Wiki, gemeinsames Editieren von Texten und Nachrichten zwischen den Seafile-Nutzern eines Servers. (lmd)

Kernel-Log: Linux 4.0 im Mai 2015?

Der Anfang November veröffentlichte Linux-Kernel 3.12 kann den GeForce-Grafikchip in Optimus-Notebooks automatisch zu- und wegschalten. Das verlängert die Akku-Laufzeit von Hybrid-Grafik-Notebooks, denn bislang nimmt die GeForce-GPU bis zu 5 Watt Leistung auf, auch wenn sie nichts Sinnvolles tut. Das immer noch experimentelle Dateisystem Btrfs beherrscht nun Daten-Deduplikation und kann so Speicherplatz sparen, wenn Daten mehrfach auf dem Dateisystem abgelegt werden. Neue Locking-Techniken und Multi-Threading im RAID-5-Code versprechen bessere Performance.

Der neue Linux-Kernel arbeitet auch als SYN-Proxy und kann so die Auswirkungen von SYN-Flooding-Attacken reduzieren. Zu den zahlreichen neuen und verbesserten Treibern gehört einer für 40-Gigabit-Ethernet-Chips von Intel. Details zu diesen und weiteren Änderungen liefert das Kernel-Log auf heise open (http://heise.de/-1981573).

Bei der Freigabe von Linux 3.12 erklärte Torvalds, dass ihm die Versionsnummern nach der 3 langsam zu hoch werden. Statt 20er-Nummern einzuführen, möchte er nach dem Kernel 3.19 auf Version 4.0 wechseln. Dieser Sprung würde dann in knapp eineinhalb Jahren passieren, sofern die Kernel-Entwickler ihr Arbeitstempo beibehalten. Torvalds denkt darüber nach, in Linux 4.0 keine größeren Änderungen einzubauen, sondern nur Fehlerkorrekturen. Bei einer Podiumsdiskussion auf der LinuxCon Europe im Oktober hatte er diese Idee noch abgelehnt, da ein solches Bug-Fix-Release lediglich zu einem Stau an Neuerungen führen und die Entwicklung von Version 4.1 verkomplizieren würde (siehe http://heise.de/-2035370). (thl)

„Metro: Last Light“ für Linux

Einige Monate nach der Veröffentlichung von „Metro: Last Light“ bietet das ukrainische Entwicklerstudio 4A seinen postapokalyptischen First-Person-Shooter auch für Linux an. Das Spiel kostet auf der Online-Spieleplattform Steam 30 Euro; wer „Metro: Last Light“ auf Steam bereits für Windows oder Mac OS X erworben hat, kann es ohne weitere Kosten auch unter Linux spielen. „Metro: Last Light“ zählt mit seiner beeindruckenden Grafik zu den ersten anspruchsvollen Titeln, die zeitnah auch unter Linux spielbar sind.

Die Geschichte von „Metro: Last Light“ spielt im Jahr 2034, nachdem ein Atomkrieg die Überlebenden in das Tunnelsystem der Moskauer Metro getrieben hat. In diesem postapokalyptischen Szenario muss man mit dem Helden Artjom viele Bedrohungen meistern. Dabei ist das Spiel nicht zimperlich, die USK hat es erst ab 18 Jahren freigegeben. Um in den vollen Genuss der anspruchsvollen Grafik zu kommen, empfehlen die Entwickler eine Quad-Core- oder 3-GHz-Dual-Core-CPU, 2 GByte RAM und eine Nvidia GeForce GTX 680MX mit 1 GByte Speicher. (lmd)

Artikel kostenlos herunterladen

weiterführende Links

Anzeige
Anzeige