Kampf ums Watt

Technik und Konzepte für effiziente Rechenzentren

Wissen | Hintergrund

Cloud-Dienstleister wie Google und Facebook trimmen ihre gigantischen Datenzentralen aus nacktem Eigennutz auf Sparsamkeit. Auch andere Firmen und Institute haben Green-IT-Ideen. Manche scheinen trivial zu sein, doch die Tücke steckt oft im Detail.

Wer bei Google sucht, Kurzmeldungen twittert oder bei Facebook postet, hat vielleicht im Hinterkopf, dass er Cloud-Dienste nutzt: Was man da in seinen PC tippt oder mit dem Smartphone knipst, landet auf der Festplatte eines Servers irgendwo auf der weiten Welt. Wer diese Maschine betreibt, möchte dafür so wenig wie möglich bezahlen: Green IT spart bares Geld und macht viele werbefinanzierte Dienste überhaupt erst möglich. Deshalb arbeiten große Cloud-Dienstleister wie Amazon, Apple, eBay, Google, Facebook oder Microsoft intensiv daran, die Effizienz ihrer gigantischen Computerfarmen zu steigern. Von einigen Green-IT-Ideen der Cloud-Giganten können auch kleinere Rechenzentren profitieren. Außerdem treiben die Cloud-Schwergewichte die Entwicklung effizienter Geräte voran, die sonst kaum auf den Markt gekommen wären.

Das Marktforschungsinstitut Gartner schätzte 2007, dass die Nutzung von Servern, PCs, Notebooks, Telefonen, Handys sowie die dazu nötigen Datennetze und Rechenzentren rund 2 Prozent des globalen Energiebedarfs ausmachen. Das wäre ähnlich viel wie der Flugverkehr. Damals befürchtete man starkes Wachstum des IT-Energiebedarfs. Doch Green-IT-Anstrengungen und Wirtschaftskrise dämpften die Zunahme: Nach Schätzungen des Stanford-Professors Jonathan G. Koomey verbrauchten die weltweiten Rechenzentren 2010 „nur“ 56 Prozent mehr als 2005. 2010 liefen demnach schätzungsweise rund 34 Millionen Server, die zirka 1,5 Prozent des weltweit produzierten Stroms schluckten. Bei Google waren es 2010 nach eigenen Angaben 2,26 Milliarden Kilowattstunden (kWh). Das entspricht ungefähr 0,4 Prozent des Bruttostromverbrauchs von Deutschland. Google gilt mit vermutlich 1 bis 2 Millionen Maschinen als größter Betreiber der Welt. ...

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