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„Das Erste“ live im Internet

Ab sofort kann man das Programm von „Das Erste“ per Live-Stream übers Web empfangen. Auf Desktop-Rechnern können die Sendungen über die Adresse http://live.daserste.de per Flash Player sowie auf Mobilbrowsern von Tablets und Smartphones über http://m.daserste.de/#live angeschaut werden. Bisher waren nur ausgewählte Sendungen wie die Tagesschau, Sonntagskrimis, Dokumentationen und Reportagen nachträglich in der ARD-Mediathek erhältlich. Wie in der Mediathek stehen auch im Live-Stream nicht alle Inhalte des Fernsehprogramms zur Verfügung. Hat die ARD keine Streaming-Rechte für die Produktionen erworben, bekommt man nur eine vertröstende Einblendung zu sehen. Anders beim Live-TV-Dienst Zattoo (Registrierung erforderlich), der „Das Erste“ und andere Programme im Rahmen der „Kabelweiterleitung“ ohne Zwangspause streamt. (vza)

Unity Media beendet Grundverschlüsselung

Der Kabel-Provider Unity Media hat die Grundverschlüsselung für privates Free-TV beendet. Damit kommt das Unternehmen entsprechenden Forderungen des Bundeskartellamtes nach, das einer Übernahme von Kabel BW durch Unity Medias Mutterkonzern Liberty Global nur unter Auflagen zugestimmt hatte – darunter der Wegfall der Grundverschlüsselung für privates Free-TV in Standard-Auflösung. Kurz nach dem Jahreswechsel begann das Unternehmen mit der Umsetzung der Maßnahme, die inzwischen abgeschlossen ist.

„Ab sofort genügt ein Fernseher mit DVB-C-Tuner, um das Free-TV-Angebot der privaten und öffentlich-rechtlichen Sender zu empfangen“, so Johannes Fuxjäger, Pressesprecher von Unity Media, gegenüber c’t. CA-Modul und Smartcard sind nun nur noch beim Empfang von echten Pay-TV-Angeboten nötig. „Was die Kabelgebühren angeht, bleibt für das Gros unserer Kunden alles beim Alten“, sagt Fuxjäger. In einigen Fällen wurde für das Bereitstellen der Smartcard bisher eine sogenannte Infrastrukturgebühr erhoben. „Die Verträge sind oftmals sehr individuell ausgestaltet, hinzu kommen unterschiedliche Rahmenverträge mit großen Wohnungsgesellschaften.“ Kunden sollen sich im Zweifelsfall an die Hotline von Unity Media wenden.

Mit Unity Media und Kabel BW verzichten nun zwei der drei großen Kabelanbieter auf eine Verschlüsselung des privaten Free-TV-Angebotes. Kabel Deutschland hält derweil an der Grundverschlüsselung fest, derzeit prüft das Unternehmen sogar intensiv, ob es gegen eine Entscheidung des Bundeskartellamtes Beschwerde einlegen wird. Die Wettbewerbshüter hatten ein Bußgeld gegen die Sendergruppen ProSiebenSat.1 und RTL verhängt, da sie sich bei der Einführung der Verschlüsselung ihrer digitalen Free-TV-Programme wettbewerbswidrig abgesprochen haben sollen. Die Sendergruppen haben sich nun verpflichtet, ihre digitalen Programme in Standardauflösung für einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren unverschlüsselt auszustrahlen. (sha)

Conrad und ELV reagieren auf LTE-Probleme mit FS20

Der Internet-Funkdienst LTE stört viele in Hausautomations-Projekten verbauten Module aus dem FS20-System von ELV. Ein in der Nähe betriebener LTE-Router, der für den Uplink Frequenzen im Bereich zwischen 790 MHz bis 862 MHz nutzt, „verstopft“ den in vielen FS20-Modulen eingebauten Empfänger. Das kann dazu führen, dass Heizungs-Thermostat-Automaten in den Notbetrieb wechseln oder funkgesteuerte Schalter und Dimmer nicht mehr reagieren. Betroffen davon sind vor allem ältere FS20-Bausteine, die sogenannte Pendel-Empfänger enthalten; diese arbeiten zu wenig trennscharf, um das FS20-Funksignal bei 868 MHz von dem LTE-Signal, das bis 862 MHz reichen darf, zu differenzieren (siehe c’t 26/12, S. 25).

Abhilfe würde nur der Austausch des Empfängers durch einen Superhet-Baustein schaffen, was sich nach Angaben von ELV ohne Änderungen der Spannungsversorgung nicht realisieren lässt; deshalb sei ein Umbau vorhandener FS20-Module nicht sinnvoll. Nach Verfügbarkeit konkreter Informationen über die LTE-Pläne habe man begonnen, die betroffenen Module zu überarbeiten; inzwischen seien 85 Prozent der jetzt produzierten und verkauften FS20-Module LTE-störfest. Christian Reinwald, Bereichsleiter Versandhandel bei ELV, sicherte c’t gegenüber zu, dass man in den Fällen, wo es zu Störungen zwischen FS20-Produkten und LTE-Routern komme, schnell und unbürokratisch eine Lösung finden werde.

Ähnlich äußerte sich auch Conrad Electronic, wo man die FS20-Bausteine seit langem beziehen kann. Es sei aber bislang nur zu sehr vereinzelten Rückmeldungen über Probleme mit FS20 und LTE gekommen. Solche Fälle habe man bislang auf kulantem Wege mit den betroffenen Kunden gelöst; genauso wolle man auch künftig verfahren. Im Webshop habe man bei den betroffenen Produkten einen Hinweis hinzugefügt und im Bereich „Produktberatung“ das Thema erklärt. Außerdem wurden Mitarbeiter in den Filialen, der technischen Kundenberatung und im Kundenservice geschult. Schließlich kündigte Conrad an, mittelfristig nur noch LTE-kompatible FS20-Komponenten anzubieten. (uh)

Kabel Deutschland will öffentlich-rechtliches Digitalangebot beschneiden

Weil ARD und ZDF seit Jahresbeginn keine Einspeiseentgelte mehr für die Kabelverbreitung bezahlen, will Kabel Deutschland nun die „Übertragung der öffentlich-rechtlichen Sender an den Plattformstandard angleichen“.

Die geplanten Einschränkungen betreffen sowohl die dritten Programme der ARD als auch das Vollprogramm von ARD und ZDF.

Bei den Dritten will KDG die digitale Ausstrahlung deutschlandweit auf je eine Regionalvariante beschränken: Zwar wird jeder Zuschauer wie bisher das für sein Bundesland vorgesehene Regionalfenster des Landessenders schauen können, jedoch nicht das der Nachbarregionen. Aus anderen Bundesländern ist künftig nur noch eine Variante empfangbar. Diese richtet sich nach den Vorgaben der ARD für die analoge Verbreitung.

Die Leistungen für die Vollprogramme sollen KDG zufolge auf den „Plattformstandard“ zurückgeführt werden. Im Klartext bedeutet dies, das sowohl SD- als auch HD-Kanäle nur mit der bei anderen Sendern üblichen maximalen Bitrate eingespeist werden. Mit diesen Schritten geht der Streit um Einspeiseentgelte zwischen KDG und den Öffentlich-Rechtlichen in die nächste Runde. (vza)

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