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Chrome 24 stellt Formeln dar

In der aktuellen stabilen Version 24 beherrscht Chrome den Formelsatz mit MathML. Termine und Uhrzeiten lassen sich als date- und time-Elemente in einer datalist verknüpfen. Insgesamt schließt das Update 25 Sicherheitslücken, für drei mit Risikostufe „hoch“ bewertete Fehler bekamen die Entdecker zusammen 6000 US-Dollar.

Fast zeitgleich erschien die Betaversion 25, in der anders als bisher alle in die Adresszeile eingetippten Suchanfragen mit SSL verschlüsselt werden. Google hat außerdem eine JavaScript-Schnittstelle eingebaut, über die Webanwendungen Spracheingaben verarbeiten können. Der Nutzer muss hierfür dem Browser die Verwendung des Mikrofons gestatten. Zur besseren Erkennung kann man die bevorzugte Sprache – bei einigen auch den Dialekt – einstellen. Google hat auch eine Beta des Browsers für Mobilgeräte mit mindestens Android 4.0 freigegeben.

(Christian Kirsch/rzl)

Tödliche Gefahr durch Cyberwar

Mitte Januar veranstaltete der Medienkonzern Burda in München die Internet-Konferenz DLD. Dort warnten die Sicherheitsexperten Eugene Kaspersky und Mikko Hypponen (F-Secure) davor, dass auch ein scheinbar virtueller Krieg Todesopfer fordern könne. Es sei nur eine Frage der Zeit, wann ein Staat Opfer einer ernsten Cyber-Attacke wird, die kritische Infrastruktur zerstört, sagte Kaspersky. Er bleibe aber Optimist und glaube an eine Zukunft der menschlichen Zivilisation, beruhigte er die Zuhörer.

Während Stuxnet technisch gesehen die Komplexität eines Autos habe, sei das von Kaspersky Labs enttarnte Cyber-Spionagenetzwerk Roter Oktober mit einer Weltraumstation vergleichbar. Kaspersky wollte nicht spekulieren, woher diese neueste Bedrohung stamme; sicher sei nur, dass die Komplexität der Angriffe immer weiter zunehme. Er überraschte mit der These, dass der Ausstieg Deutschlands aus der Atomenergie möglicherweise mehr mit Stuxnet als mit den Ereignissen von Fukushima zu tun habe.

Mikko Hypponen schlug in dieselbe Kerbe: Die guten alten Tage mit glücklichen, ehrlichen Hackern seien vorbei; nun gebe es Kriminelle, Hacktivisten und Staaten, die Computer angreifen. Mit der Programmierung von Stuxnet hätten die USA und Israel eine kritische Grenze überschritten, meint Hypponen. Aber auch Deutschland setze Tools ein, um seine eigenen Bürger auszuspionieren. Bei Stuxnet oder Roter Oktober schon von einem Cyberwar zu sprechen, würde allerdings die echte Dimension eines Cyberwar verniedlichen.

Die Frage, ob ein Cyber-Angriff etwa auf Raketenabschussrampen nicht sogar Leben retten könnte, verneinten Kaspersky und Hypponen. Ein Cyber-Angriff möge humaner sein als der Einsatz von Bomben, doch ebenso wie dieser niemals eine „gute Sache“, sagte Kaspersky. Bisher seien die meisten Waffen im Besitz und unter Kontrolle von Armeen, die damit verantwortlich umgingen; die Cyber-Waffen habe aber irgendjemand, der nicht kontrolliert wird, ergänzte Hypponen. Außerdem seien Cyber-Angriffe im Kriegsfall nur das Vorspiel zum Einsatz von Waffen. (Detlef Borchers/ad)

Provider müssen Zugangsdaten nicht nennen

Die meisten Provider zwingen ihre Kunden dazu, den zum Anschluss gelieferten, vorkonfigurierten Router einzusetzen, indem sie die Zugangsdaten geheim halten. Dagegen gebe es keine rechtliche Handhabe, stellte die Bundesnetzagentur fest, nachdem sich etliche Kunden beschwert hatten. Zwar müssen Netzbetreiber laut Gesetz über Funkanlagen und Telekommunikationsendeinrichtungen (FTEG) den Anschluss und Betrieb jedes zulässigen Endgeräts an der Schnittstelle gestatten, es ist aber nicht definiert, welche Schnittstelle damit gemeint ist.

Die Netzbetreiber definieren den beim Kunden stehenden Router als Bestandteil ihres Netzes. Das ist insofern schlüssig, als ein VoIP-Router auch Funktionen der früheren Telefonvermittlungsstellen übernimmt. Die Bundesnetzagentur zieht daraus den Schluss, dass die Schnittstellen des Routers im Sinne des FTEG diejenigen seien, an denen der Kunde Endgeräte betreiben dürfe und nicht die Kabel- oder Telefondose.

Die Bundesnetzagentur weist aber auf die „umfassende Transparenzverpflichtung“ hin, die die Anbieter dazu verpflichtet, den Kunden in klarer, umfassender und leicht zugänglicher Form über alle Beschränkungen für die Nutzung der ihm zur Verfügung gestellten Endeinrichtungen zu informieren. Der Kunde kann dann entscheiden, welchem Angebot er den Vorzug gibt. Telekom, Congstar, 1&1 und einige regionale Provider teilen ihren Kunden die Zugangsdaten derzeit noch mit. (uma)

O2 macht das Handy zur Brieftasche

Mitte Februar will Telefónica den Pilottest einer elektronischen Brieftasche starten. Mit „O2 Wallet“ soll man in Deutschland und weltweit kontaktlos an PayPass-Akzeptanzstellen bezahlen können (siehe c’t 3/13, Seite 74). Dazu werden ein NFC-fähiges Smartphone und eine spezielle SIM-Karte benötigt, auf der alle zahlungs- und sicherheitsrelevanten Daten abgelegt werden. Telefónica kann die Bankdaten der Kunden nicht einsehen. Eine PIN-Abfrage soll das Wallet vor Missbrauch schützen.

Am Pilottest teilnehmen können O2-Kunden, die ein Samsung Galaxy ACE2 oder S3 besitzen und das kostenlose NFC-Pack mit der speziellen SIM gebucht haben. Legt er diese ein, erhält der Kunde automatisch einen Download-Link via SMS und kann die Wallet-App installieren. Außerdem muss er sich bei dem Bezahldienst mpass registrieren und das Bezahlen in Geschäften freischalten lassen. Dann wird die „mpass O2 Wallet Card“ automatisch in die Wallet-App eingetragen. Im Laufe des Jahres will Telefónica O2 Wallet um weitere Bezahlkarten, Gutscheine und Treueprogramme erweitern.

Wer sich fürs Bezahlen im Geschäft angemeldet und die App installiert hat, kann sich außerdem per Postident für die Funktion „mpass Geld senden“ anmelden. Damit wird man Geld an ein anderes Handy überweisen können, das den Dienst nutzt. Dabei genügt es, die Telefonnummer des Empfängers zu kennen. Der erhält nach wenigen Sekunden eine Bestätigung für den Zahlungseingang. (ad)

Suchmaschine fahndet nach Higgs-Boson

Die russische Suchmaschine Yandex indexiert nach Angaben des Betreibers pro Minute 2,3 Millionen Webseiten, verschickt 45 000 E-Mails und streamt 32 GByte Musik an ihre Nutzer. Sie sei der führende Lieferant für Inhalte auf iPhones in Osteuropa und besorge mit „Yandex.Translate“ das Gros der Übersetzungen aus dem Russischen ins Englische.

Yandex-Chef Arkady Volozh gab auf der DLD-Konferenz Mitte Januar in München bekannt, dass das CERN künftig Matrixnet, das Lernsystem von Yandex, für die Datenanalyse auf der Suche nach dem Higgs-Boson verwende. Für die enormen Datenmengen, die bei den CERN-Experimenten anfallen, sei die Matrixnet-Suche ideal.

(Detlef Borchers/ad)

Beschleunigtes JavaScript in Firefox 18

Firefox 18 ist fertig. Die neue stabile Version des Browsers ersetzt den alten JavaScript-Compiler durch IonMonkey, der aufwendige Web-Apps und -Spiele schneller ausführt. Firefox implementiert auch einen ersten Entwurf des neuen Standards WebRTC, der Web-Applikationen wie etwa Video-Chats in Echtzeit zwischen Clients kommunizieren lässt. Firefox Mobile 18 schützt ebenso wie die Desktop-Version vor Phishing und Malware. Wer Suchvorschläge in der AwesomeBar beim Tippen möchte, muss dies in den Einstellungen angeben.

Kurz nach dem Release gab Mozilla das Update 18.01 heraus. Unter den berichtigten Fehlern waren Probleme mit der HTTP-Proxy-Funktion, dem Unity Player und der richtigen grafischen Darstellung im Mischbetrieb von HiDPI- und anderen Bildschirmen.

Zeitgleich wurde die Betaversion von Firefox 19 für Tester freigegeben. Diese kann PDF-Dokumente ganz ohne Plug-ins im Browser anzeigen. (rzl)

Microsoft arbeitet an WebRTC-Gegenentwurf

Der beim W3C in Standardisierung befindliche Entwurf WebRTC soll den Austausch von Multimedia-Daten zwischen Web-Applikationen in Echtzeit ermöglichen. Microsoft arbeitet an einem Gegenentwurf namens CU-RTC-Web, der im Gegensatz zu WebRTC den Webanwendungen mehr Funktionen, Aufgaben und Rechte überlassen soll. Microsoft erhofft sich, dass die Datenübertragung sich etwa mit dem modifizierten Standard flexibel an die Netzverbindung anpassen können. (Christian Kirsch/rzl)

Internet Explorer 10 bald auch für Windows 7

Den mit Windows 8 eingeführten Internet Explorer 10 soll es bald auch für Windows 7 geben. Die Tester erhielten kürzlich eine neue Version, die als die letzte vor dem Release gilt. Der Internet Explorer 10 bringt Anpassungen an die aktuellen Webstandards, wird aber weder Windows XP noch Windows Vista unterstützen. (rzl)

Myspace: Neustart mit Stil

Das soziale Netzwerk Myspace hat nach einer Generalüberholung wieder seine Pforten geöffnet. Stark überarbeitet und aufgeräumt wurde das Layout. MySpace ist jetzt wesentlich übersichtlicher, durch Timelines und Listen scrollt man jetzt horizontal statt wie fast überall sonst vertikal.

Durch das Update stellt MySpace jetzt seine Kernkompetenz Musik wieder stärker in den Vordergrund – die Funktion, die es vor einem knappen Jahrzehnt zum größten sozialen Netzwerk hat wachsen lassen, bevor es von Facebook überrundet wurde. Musiker können sich und ihre Stücke auf der Plattform präsentieren, Benutzer eigene Kompilationen zusammenstellen. Mit einem Player am unteren Browser-Rand greifen Benutzer jederzeit auf ihre Playlists oder von MySpace bereitgestellte Radiosender zu. (jo)

Reiseportal WikiVoyage eröffnet

Nach einer von Aufkäufen und Rechtsstreit bewegten Geschichte hat die Stiftung Wikimedia das Reiseportal WikiVoyage eröffnet. Freiwillige befüllen dieses mit Informationen über Reiseziele in aller Welt. Wie auch bei der Wikipedia sind die Artikel der englischsprachigen Seite ausführlicher als die der deutschsprachigen. (rzl)

Twitter: Ab März nur noch OAuth

Ab März lässt Twitter Anwendungen nur noch über OAuth auf das API zugreifen, die Abrufe von Tweets, Favoriten oder Direktnachrichten sind dann auf 60 pro Stunde begrenzt. Dadurch können Twitter-Clients und externe Dienste nur noch einmal in der Minute Informationen von den Servern holen. Unternehmen, die Twitter nutzen wollen, müssen sich von Twitter zertifizieren lassen. Bislang haben das lediglich neun geschafft. Unter ihnen sind vor allem Dienstleister für Marketing und Analyse für Unternehmenskunden. (rzl)

Facebook: Bessere Suche, Porto für Nachrichtenversand

Facebook hat eine neue Suchfunktion für sein soziales Netzwerk vorgestellt. Damit können Mitglieder jetzt viel zielgerichteter den Graphen des sozialen Netzwerks durchforsten als mit der eher am Volltext orientierten bisherigen Suche und allgemeinen Web-Suchmaschinen wie Google. Mit der neuen Suchfunktion sind jetzt Abfragen möglich wie „Fotos von meinen Freunden“, „Freunde aus 2010“ oder, „Freunde, die in Hamburg wohnen und ‚Hobbit’ mögen“.

Die Suchfunktion soll natürlichsprachliche Anfragen verstehen. Ist die Treffermenge zu groß, lässt sie sich durch eine Verfeinerungsfunktion eingrenzen. Wo die neue Graphsuche keine Treffer liefert, reicht Facebook die Anfrage an Microsofts Suchmaschine Bing weiter, die auch bisher in solchen Fällen einsprang.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg betonte bei der Präsentation die Komplexität der Suche: Im Netzwerk gebe es 1 Milliarde Nutzer, 240 Milliarden Fotos sowie 1 Billion Verknüpfungen. Facebook habe bei der Implementierung viel Wert auf Privatsphäre gelegt. So werde bei jedem Element, das die Graphsuche liefert, die jeweils vom Urheber vorgegebene Privatsphäre-Option berücksichtigt.

Die neue Graphsuche befindet sich derzeit im frühen Entwicklungsstadium und im geschlossenen Betabetrieb ausschließlich für Anwender, die Facebook in amerikanischem Englisch nutzen. Man kann sich für den Betatest auf die Warteliste setzen lassen. Dort stellt Facebook die neue Suche auch vor; mit einer Beispielabfrage lässt sie sich auch auf Deutsch testen. Es soll aber noch Monate dauern, bis die Funktion live geht. Wann sie nach Deutschland kommt, steht noch nicht fest.

Das gilt auch für den kostenpflichtigen Nachrichtenversand, den Facebook derzeit in den USA innerhalb eines kleinen Nutzerkreises testet. Für eine Gebühr lassen sich dort Nachrichten an Nutzer außerhalb des eigenen Freundeskreises versenden. Diese verspricht, das soziale Netzwerk dann prominent im Haupteingangsordner des Empfängers und nicht wie üblich im Ordner „Sonstiges“ abzulegen.

Die Gebühr hängt dabei vom Empfänger ab. Für Nachrichten an Mark Zuckerberg zum Beispiel waren bei den Tests 100 US-Dollar fällig. Gegenüber dem Wall Street Journal erklärte ein Facebook-Sprecher die Experimente mit dem Bemühen, neue Maßnahmen zur Spam-Vermeidung zu testen. Eine finanzielle Hürde könne vielleicht der beste Weg sein, um unerwünschte Nachrichten fernzuhalten. Jeder Sender kann an jeden Empfänger maximal eine kostenpflichtige Nachricht pro Woche verschicken. (jo)

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