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Microserver-Spezifikationen vom Open Compute Project

Das von Facebook ins Leben gerufene Open Compute Project (OCP) spezifiziert Hardware und sonstige Standards speziell für große Cloud-Rechenzentren. Auf dem Open Compute Summit Mitte Januar haben Firmen wie AMD, Intel, Applied Micro, Calxeda, Tyan und Quanta neue Produkte und Projekte vorgestellt.

Besonders spannend, aber noch weit von der Umsetzung entfernt sind die Spezifikationen für Microserver. Quanta hatte ein funktionsloses Muster eines Racks aufgebaut, welches modulare Server aufnimmt. Die einzelnen Server-Module mit CPU und RAM ähneln PCI-Express-x8-Karten und sitzen auf einer Backplane, die den Codenamen Group Hug trägt. Sie wird mit den anderen Funktionsgruppen über ein optisches Netz verbunden, das Intel entwickelt. Bisher sind freilich erst Entwicklermuster der elektrooptischen Umsetzer für 100 GBit/s fertig, die Glasfaserkabel von Corning nutzen sollen.

Der Clou am modularen Server ist die Möglichkeit, Flaschenhälse gezielt zu weiten, indem man nur die nötigen Komponenten austauscht oder erneuert. Die optische Vernetzung soll dermaßen schnell sein, dass sie für mehrere Server-Generationen reicht. 100 GBit/s entspricht 12,5 GByte/s brutto, also genug für PCI Express 3.0 x8 mit 8 GByte/s netto.

Applied Micro hat eine Vorab-Version einer Spezifikation für OCP-Microserver-Steckkarten veröffentlicht (siehe c’t-Link unten); das Unternehmen will in den nächsten Wochen Entwicklermuster des ersten 64-Bit-tauglichen ARM-SoCs X-Gene ausliefern. Calxeda hat den 32-bittigen EnergyCore ECX-1000 bereits im Angebot und stellte eine Spezifikation vor, die den Einsatz im Storage-Server nach Open-Vault-Standard beschreibt.

Auch AMD und Intel wollen Prozessoren für OCP-Microserver liefern: AMD plant 2014 die Vorstellung von ARM-SoCs, Intel setzt auf Xeons und den Ende 2013 erwarteten Server-Atom Avoton mit 22-nm-Technik. Fast fertig sieht das Server-Mainboard AMD Open 3.0 aus, welches unter anderem Tyan fertigt. Die Finanzdienstleister Fidelity und Goldman Sachs testen es zurzeit. Weil OCP-Racks größer sind als die gängigen 19-Zoll-Schränke, können die Einschübe auch größere Platinen als welche im ATX- oder SSI-EEB-Format aufnehmen. AMD Open 3.0 nutzt das Platinenformat 16 Zoll × 16,7 Zoll, also zirka 40,5 cm × 42 cm. Darauf passen zwei Opteron 6300 (Fassung G34) und Steckplätze für insgesamt 24 Speicherriegel. (ciw)

Rack-NAS mit Xeon E3

Buffalo Technology offeriert jetzt auch ein NAS für Server-Racks. Die Baureihe TeraStation 7120r hat zunächst zwei Mitglieder, beide arbeiten mit Xeon-E3-Prozessoren von Intel und nehmen 12 SATA-Festplatten im 3,5-Zoll-Format auf. Zunächst sind Laufwerke mit maximal 3 TByte Kapazität freigegeben.

Die TeraStation 7120r Basic kostet in der billigsten Ausführung 3340 Euro und ist dann mit vier 2-TByte-Platten bestückt; für 350 Euro mehr bekommt man 3-TByte-Laufwerke. In der Basic-Version kooperiert ein Xeon E3-1225 mit 4 GByte ECC-SDRAM, in der Enterprise-Version arbeiten ein Xeon E3-1275 und 8 GByte Hauptspeicher. Die TeraStation 7120r Enterprise mit zwölf Nearline-(NL-)Storage-Festplatten zu je 2 TByte kostet 7020 Euro.

Die Geräte sind jeweils mit Gigabit Ethernet und USB 3.0 ausgestattet, 10-Gigabit-Ethernet-Karten lassen sich nachrüsten. (ciw)

Enterprise-SSDs

Die Firmen Foremay, Fusion-io und OCZ kündigen neue Solid-State Disks für den Einsatz in Servern an. Foremay bricht einen Kapazitätsrekord für SSDs im 2,5-Zoll-Format mit 9,5 Millimetern Bauhöhe: In den Baureihen SC199 und TC166 sind jetzt auch Versionen mit 2 TByte Kapazität erhältlich. Preise, Liefertermine und europäische Distributoren nennt das US-Unternehmen, das auch eine 4-TByte-SSD im 3,5-Zoll-Format offeriert, allerdings nicht.

Bei OCZ gibt es gleich drei neue SSD-Serien für Server: Deneva 2 mit SATA 6G und Sandforce-Controller, Talos 2 mit Dual-Port SAS 6G und die PCI-Express-x8-Karte Z-Drive R4. Letztere arbeitet weiterhin wie ein RAID aus vier SSDs, die jeweils SandForce-Controller nutzen. Bis zu 3,2 TByte Kapazität sind lieferbar.

Auch Fusion-io hat die Kapazität seiner PCIe-Steckkarten gesteigert: Die io-Scale ist mit 1,6 oder 3,2 TByte lieferbar. Allerdings muss man mindestens 100 Stück bestellen, wobei der Einzelpreis über 6000 US-Dollar liegt. Betriebssysteme, die im UEFI-Modus starten, sollen auch von einer io-Scale booten können. (ciw)

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