Power-Kabel

Wie im Kabelnetz alles auf eine IP-Welt zuläuft

Wissen | Hintergrund

Mehr und mehr Kabelnetzkunden nutzen Video-on-Demand, telefonieren per VoIP und streamen HD-Filme und Musik direkt aus dem Internet auf Smart-TV, Tablet und Co. Das strapaziert nicht nur die Technik, sondern auch die Geschäftsmodelle der Netzbetreiber. Unter der Haube bereitet die Branche deshalb einen Antriebswechsel vor: den Umstieg auf eine „All-IP“-Plattform im Kabel.

Gerade einmal eineinhalb Jahrzehnte sind vergangen, seit die ersten Kabelmodems nach dem DOCSIS-Standard der US CableLabs auf den Markt kamen und über den Koax-Anschluss des Kabelfernsehens den Zugang ins Internet eröffneten. Inzwischen hat der Nachfolgestandard DOCSIS 3.0 vielen Haushalten Download-Raten von bis zu 100 MBit/s ermöglicht [1]. Doch mit der steigenden Zahl von Breitbandanschlüssen macht sich immer mehr bemerkbar, dass Internetzugang und VoIP-Telefonie nur nachträglich an ein Koaxialnetz angeflanscht wurden, das in seiner Architektur ausschließlich auf die Verteilung von Fernsehprogrammen angelegt und optimiert worden war.

Netzbetreiber und Ausrüster suchen deshalb nach Wegen, wie sie sich von den „historischen“ Beschränkungen befreien und die TV-Verteilnetze zu vollwertigen Breitband-Zugangsnetzen für Privat- und Geschäftskunden aufrüsten können. Und der Druck ist groß – schließlich ziehen immer mehr User attraktive Inhalte direkt aus dem Internet auf Tablets, Laptops und Smartphones oder streamen sie mit einem Home-Theater-PC wie Boxee auf den Fernseher. Die Netzbetreiber müssten daher schleunigst neue Diensteangebote auch für die Zweit- und Drittbildschirme entwickeln, warnt beispielsweise der Systemarchitekt Amit Eshet vom Ausrüster Arris, andernfalls würden die Abonnenten abwandern. „In die Schlacht werfen“, lautet Eshets Rat, „damit Netzbetreiber nicht zu bloßen Bit-Transporteuren werden.“ ...

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