Trends & News | News

Embedded-Messe

Fünf Hallen, drei Bereiche, zwei Kongresse und ein denkbar schlechter Termin: Vom 26. bis zum 28. Februar – parallel zum Mobile World Congress und nur eine Woche vor der CeBIT – öffnet die Embedded World in Nürnberg ihre Tore. Auch in diesem Jahr nimmt die „Hardware“ mit einem Themenspektrum vom 8-Bit-Mikrocontroller bis zum Industrie-Computer den meisten Platz ein. Dazwischen geht es aber auch um Entwicklungswerkzeuge, Betriebssysteme, Software und Distribution.

Ausstellerzuwachs verzeichnet der Veranstalter insbesondere in der M2M-Area, in der es um die Kommunikation zwischen Maschinen geht, sowie bei den Displays. Denen widmet sich am 27. und 28. 2. zudem die Electronic Displays Conference. Einen Tag länger stehen auf dem Embedded World Congress Safety, Security und Ultra-low Power im Vordergrund der zahlreichen Vorträge und Workshops. Am 28. Februar soll der Student Day mit einer eigenen Vorlesung Studenten anlocken.

Wer seine Messeeintrittskarte online vorbestellt, spart die Eintrittsgebühr, die in den letzten Jahren bei 25 Euro lag. (bbe)

Halb und ganz freie Prozessoren

Derzeit steckt in fast jedem Mobilgerät ein Prozessorkern von ARM. Beyond Semiconductor möchte das ändern und setzt den Hebel nicht etwa bei der Performance, sondern bei den Lizenzgebühren an. Entwickler, die den 32-Bit-Prozessor BA25 in ihre Systems-on-Chip integrieren wollen, zahlen nur eine einmalige Lizenzgebühr, aber keine Abgaben pro gefertigtem Chip. Diese „Royalties“ betragen pro Chip zwar nur einige Cent, kumulieren sich aber bei hohen Stückzahlen und liefern letztlich mehr als die Hälfte des Umsatzes von ARM.

Mit einem einzelnen Kern, einer 7-stufigen Pipeline und etwas über 800 MHz Taktfrequenz spielt der BA25 in derselben Performance-Liga wie der acht Jahre alte Cortex-A8 von ARM. Anders als dieser arbeitet er aber mit Out-of-Order-Technik, die bei ARM 2007 mit dem Cortex-A9 kam. Der BA25 soll theoretisch auf 1360 DMIPS oder umgerechnet 1,7 DMIPS/MHz kommen und erreicht damit nicht annähernd die Leistung aktueller Smartphone- und Tablet-Prozessoren. Auch die Fertigungstechnik ist nicht die modernste. Während Samsung und Co. ihre Flaggschiffe mit 28-nm-Strukturen fertigen, spricht Beyond Semiconductor von 65 nm Low Power.

Auch wenn der Hersteller den besonders kompakten Befehlssatz seines IP-Core (Intellectual Property) lobt, wird dieser letztlich in C/C++ programmiert. Dazu gibt es das auf Eclipse basierende BeyondStudio für Windows. Obwohl Beyond Semiconductor immer wieder Android in Zusammenhang mit dem BA25 erwähnt, unterstützt das Mobilbetriebssystem den BA25 derzeit (noch) nicht.

Um Prozessorkerne, für die überhaupt keine Gebühren fällig werden, dreht sich unterdessen die Webseite Opencores.org. Interessante Randnotiz: Ins Leben gerufen hat sie Damjan Lampret, der später wiederum Beyond Semiconductor gründete. Das Angebot auf Opencores.org reicht von 8-Bit-Rechenwerken über Nachbauten bekannter Kerne wie MSP430 bis zu Entwicklungskits. Aktuell hat sich Opencores.org zum Ziel gesetzt, ein komplettes System-on-Chip um den OpenRISC-1200-Prozessor herumzustricken und als ASIC zu fertigen. OpenRISC ist ein 32-Bit-Kern, der unter anderem Linux ausführen soll. (bbe)

Artikel kostenlos herunterladen

Anzeige