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Stapel-Beamer für die 3D-Projektion 3D-Spezialisten nutzen schon seit Jahren sogenannte „Stacking Systems“, also zwei in speziellen Gestellen übereinandergestapelte Projektoren mit jeweils unterschiedlich gedrehten Polfiltern vorm Objektiv. Nun hat...

Stapel-Beamer für die 3D-Projektion

3D-Spezialisten nutzen schon seit Jahren sogenannte „Stacking Systems“, also zwei in speziellen Gestellen übereinandergestapelte Projektoren mit jeweils unterschiedlich gedrehten Polfiltern vorm Objektiv. Nun hat Epson ein Stacking-Komplettsystem angekündigt. Es besteht aus zwei EB-W16-Projektoren, einer Halterung, einem HDMI-Splitter, zwei Polfiltern und einer 3D-Brille. Das EB-W16SK-System kommt mit 3D-Signalen im HDMI-1.4a-Format zurecht, akzeptiert also räumliche Bilder als Side-by-Side, Top-Bottom und Frame Packing. Da das Projektionsbild beider Beamer exakt übereinanderliegen muss, hilft eine automatische Bildausrichtung bei der Installation.

Laut Epson soll jeder der beiden Projektoren einen Lichtstrom von 3000 Lumen auf die Leinwand bringen. Prinzipbedingt geht bei der 3D-Projektion zwar mehr als die Hälfte des Lichts verloren, der Hersteller verspricht aber auch für nicht abgedunkelte Räume ausreichende Helligkeit. Das System projiziert in WXGA-Auflösung (1280 × 800 Pixel).

Der Vorteil von Polfilter-3D: Statt teurer, batteriebetriebener Shutterbrillen kann man billige Polfilter-Folienbrillen nutzen, so wie sie in den meisten 3D-Kinos zum Einsatz kommen. Passiv-3D bietet sich also für 3D-Präsentationen vor größerem Publikum an. Der Nachteil ist die teure, unbedingt erforderliche „Silber“-Spezialleinwand. Bei konventionellen Leinwänden wird das Licht diffus reflektiert, wodurch die Polarisation verloren geht.

Epsons 3D-Komplettsystem ist bereits erhältlich, es kostet in Online-Shops zurzeit 1900 Euro. Das ist überraschend günstig, vor allem wenn man bedenkt, dass für einen einzelnen WB-W16-Projektor 800 Euro fällig sind. (jkj)

Googles Datenbrille: Knochenschall und Bluetooth 4.0

Googles Project Glass nimmt Formen an: Aus einem Antrag bei der US-Regulierungsbehörse FCC geht hervor, dass die Brille WLAN 802.11 b/g (2,4 GHz), Bluetooth und Bluetooth 4.0 (Low Energy) unterstützt – letzteres ist die derzeit energiesparendste Möglichkeit, die Brille drahtlos mit einem Smartphone zu verbinden.

Als Besonderheit deklariert Google in einem Patentantrag vom Oktober 2011, dass die Brille Audiosignale nicht über In-Ear-Kopfhörer, sondern per Vibrationen am Schädelknochen ausgibt. Hierdurch können die Träger sowohl den Ton von der Brille – beispielsweise Musik – als auch Geräusche aus ihrer Umgebung wahrnehmen. Außerdem sollen die Knochenschallübertrager ein herkömmliches Mikrofon ersetzen, indem sie die Stimmlaute des Trägers am Kiefer abgreifen.

Auf der CES hat Panasonic kürzlich einen Kopfhörer mit der Knochenübertragungstechnik vorgestellt, die Skibrille SpeakGoggle G33 von Buhel integriert ebenfalls ein Mikrofon, das per Knochenübertragung funktioniert. Ein großer Vorteil der Knochenschall-Tonabnehmer: Nebengeräusche haben keinen Einfluss auf die erfasste Sprachqualität.

Aus dem Ende Januar veröffentlichten Patenantrag geht außerdem hervor, dass die Datenbrille einen Beschleunigungssensor und ein Gyroskop zur exakten Lageerfassung integrieren könnte. Ein kleiner Laserbeamer im Brillengestell könnte zudem für Texteingaben eine Minitastatur auf die Hand des Brillenträgers projizieren.

Ende Januar hatte Google zu „Glass Foundry“-Hackathons eingeladen, auf der Entwickler die Brille ausprobieren und für sie – mit direkter Unterstützung von Google – Programme entwickeln können. Etwaige Ergebnisse der Veranstaltung wurden bislang nicht bekannt. (uk)

LCD-Projektor mit Laser-Lichtquelle

Auf der ISE-Messe in Amsterdam zeigte Sony einen LCD-Projektor mit Laser-Lichtquelle – bislang nutzten ausschließlich Geräte mit DLP-Spiegeltechnik Laserdioden statt Hochdrucklampen. Der Vorteil der alternativen Lichtquellen liegt vor allem in der höheren Lebensdauer: Während konventionelle Lampen oft schon nach 2000 Stunden den Geist aufgeben, sollen LEDs und Laser-Lichtquellen bis zu 20 000 Stunden durchhalten. Außerdem betont Sony die Umweltfreundlichkeit der Alternativ-Lichtquelle – anders als Hochdrucklampen enthält die Laser-Einheit kein Quecksilber.

Da der Laser das Bild nicht direkt erzeugt, sondern nur als Lichtquelle dient, muss man das Objektiv genauso scharf stellen wie bei konventionellen Geräten. „Echte“ Laserbeamer benötigen dagegen keine Fokuseinstellung, sondern produzieren auf beliebig geformten Oberflächen stets ein scharfes Bild.

Der Sony-Projektor nutzt offenbar eine Laser-Einheit aus roten, grünen und blauen Dioden, deren Mischung zusammen „weißes Licht“ ergibt. Dieses wird mit Prisma und Spiegeln auf die drei LCD-Panels (für Rot, Grün und Blau) gelenkt, die Grundfarben werden also wie bei LCD-Beamern üblich gleichzeitig erzeugt. Bei so gut wie allen DLP-Projektoren kommen die Farben nacheinander auf die Leinwand: In konventionellen (Lampen-)Geräten sorgt dafür ein Farbrad, in Laser-Hybrid-Projektoren leuchten stattdessen die LEDs und Laserdioden (plus Leuchtstoff) in kurzer Folge nacheinander auf.

Mit seiner Laser-Beleuchtung soll der Beamer einen Lichtstrom von über 4000 Lumen erreichen. Er projiziert WUXGA-Auflösung (1920 × 1200 Bildpunkte). Zum Preis wollte Sony sich noch nicht äußern – das Laser-Gerät soll sich technisch aber an die (konventionellen) Modelle VPL-FH31 und VPL-FH36 anlehnen, und die kosten 3200 respektive 4000 Euro. Der Laserlicht-Projektor soll im Sommer auf den Markt kommen. (jkj)

Von DisplayPort auf HDMI 1.4

Über den sogenannten Dual-Mode-Standard soll der DisplayPort mit Kabeladaptern 3D- und 4K-Signale an Displays mit HDMI-1.4-Eingang übergeben können. Der jüngst von der VESA (Video Electronics Standards Association) verabschiedete Standard erlaubt es somit, Full-HD-Fernseher von DisplayPort-Grafikkarten mit 3D-Signalen gemäß HDMI 1.4 zu versorgen. Ultra-HD-Fernsehgeräte können über Dual-Mode-Adapter vom PC mit Signalen in 4K-Auflösung mit 30 fps (3840 × 2160 Pixel mit 30 Bildern pro Sekunde) bespielt werden. Bei den DisplayPort-Kabeladaptern handelt es sich um aktive Adapter mit eigener Elektronik, die je nach angeschlossenem Display automatisch DVI oder HDMI ausgeben. (uk)

LG und Samsung legen OLED-Streit bei

In einem Treffen in Seoul haben sich führende Vertreter von Samsung und LG darauf verständigt, ihre bislang vor Gericht ausgetragenen Streitigkeiten zur OLED-Technik und -Produktion friedlich beizulegen. Im vergangenen Jahr hatten sich die Unternehmen gegenseitig der Patentverletzung und der Industriespionage im Bereich der organischen Displays angeklagt. Die vor Gericht ausgetragenen Streitigkeiten dürften neben jeder Menge Geld auch etliche Ressourcen gebunden haben. Beides soll nun offenbar wieder in die Entwicklung und Produktion von OLEDs fließen.

Die koreanische Regierung hatte vor einiger Zeit gefordert, dass heimische Unternehmen eine Vormachtstellung bei den organischen Displays einnehmen und diese in Zukunft behalten sollen. Sie wollte dieses Ziel mit Investitionen fördern. Displayhersteller aus Taiwan und Japan haben jüngst mit Ankündigungen und Präsentationen – unter anderem im Januar auf der CES – gezeigt, dass sie sich verstärkt mit der OLED-Technik beschäftigen. Dies könnte ebenfalls zum Ende des Patent-Disputs beigetragen haben. Die beiden koreanischen Unternehmen hadern derzeit mit der Serienproduktion von großen OLED-Fernsehschirmen: Während LG kürzlich erste Geräte auf den Markt gebracht hat – in kleinen Stückzahlen und erst mal nur in Korea –, nennt Samsung noch keinen Termin für die Markteinführung seines 55-zölligen OLED-TV. (uk)

27-Zöller mit hoher Auflösung

Günstige 27"-Monitore bringen es meist nur auf Full-HD-Auflösung. Das IPS-Panel von Eizos EV2736W besitzt dagegen 2560 × 1440 Bildpunkte. Die mit 109 dpi (dots per inch) fein gezeichnete Darstellung und die geringe Blickwinkelabhängigkeit machen den EV2736W vor allem für die Bildbearbeitung interessant.

Die maximale Helligkeit des LED-Backlight beziffert Eizo mit 300 cd/m2. Um Augen und Geldbeutel zu schonen, kann man auf den integrierten Helligkeitssensor zurückgreifen: Er passt die Schirmhelligkeit automatisch an das Umgebungslicht an. Im Menü lässt sich mit der Auto-EcoView-Funktion hierfür auch eine minimale und maximale Bildhelligkeit festlegen.

Digitale Bildsignale werden wahlweise über DVI oder DisplayPort zugespielt. Den über DisplayPort übertragenen Ton gibt der 27-Zöller an seinen eingebauten Lautsprechern wieder; alternativ lassen sich per Klinkenbuchse Kopfhörer anschließen. Eine Overdrive-Funktion soll die Bildwechsel (grey-to-grey) im Mittel auf sechs Millisekunden beschleunigen. Für Peripherie oder Speichermedien steht ein USB-Hub mit zwei Ports zur Verfügung. Der EV2736W ist ab sofort für rund 800 Euro inklusive 5 Jahren Garantie und Vor-Ort-Austauschservice erhältlich. (spo)


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