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Schlagkräftiger Mikrocontroller

Die insbesondere für ihre 8-Bit-AVR-Familie – die unter anderem im Arduino steckt – bekannte Firma Atmel setzt für ihre SAMA5D3-Mikrocontroller auf den topmodernen Cortex-A5-Kern von ARM. Diesen klassifiziert ARM selbst schon als Applikationsprozessor und nicht mehr als Mikrocontroller. So wollen andere Hersteller den Cortex-A5 für Handys nutzen. Er versteht denselben ARMv7-Befehlssatz wie seine großen Geschwister. Mit einer 8-stufigen Pipeline und In-Order-Ausführung erreicht er in etwa drei Viertel der Rechenleistung pro MHz wie der schon etwas ältere Cortex-A8.

Atmel betreibt den SAMA5D3 zugunsten eines sparsamen Betriebs mit moderaten 568 MHz. Laut eigenen Angaben schluckt ein SAMA5D3 weniger als 200 mW bei vollem Takt und unter 0,5 mW im Sparmodus. Eine Kryptoeinheit entlastet den Prozessor bei Algorithmen wie AES, DES oder SHA und generiert Zufallszahlen.

Auch bei der Peripherie stehen die neuen Chips zwischen den Welten: Je 1 × Gigabit- und 100-MBit/s-Ethernet, eine Kameraschnittstelle und ein LCD-Controller erinnern eher an Applikationsprozessoren, während 2 × CAN, 3 × SD-Card, diverse serielle Ports, ein 12-Bit-A/D-Umsetzer und Timer für einen Mikrocontroller sprechen. Dazu gibt es noch drei USB-2.0-Ports (Host und Device).

Die in einem 65-nm-Stromsparprozess hergestellten Chips sitzen in einem BGA-Gehäuse mit 324 Lotkugeln im 0,8-mm-Raster – diese Optimierung für eine kostengünstige maschinelle Bestückung schließt Bastler mit Lötkolben leider aus. Die SAMA5D3-Chips können wahlweise ein hauseigenes Atmel-Linux oder Android ausführen. Für alle, die auf ein Betriebssystem verzichten wollen, bietet Atmel ein „Softpack“ für die Programmierung in C an.

Ab 1000 Stück sollen die Mikrocontroler der SAMA5D3-Familie unter 7 US-Dollar kosten. Die Entwicklungskits liegen samt Display, Arbeits- und Flash-Speicher mit vorinstalliertem Betriebssystem bei etwa 600 US-Dollar. (bbe)

Raspberry Pi billiger und sparsamer

Das abgespeckte Model A des Kleincomputers Raspberry Pi ist ab sofort auch in Europa erhältlich. Es kostet rund 24 Euro und hat nur 256 MByte RAM sowie einen USB-Port. Zum Vergleich: Das B-Modell bietet für etwa 10 Euro mehr als doppelt so viel RAM, einen zweiten USB-Port und Ethernet.

Doch der Preis ist gar nicht das Hauptargument für das Model A. Es geht viel mehr um den Stromverbrauch: Weil sie mit einem Drittel der elektrischen Leistung seines großen Bruders auskommt, eignet sich die A-Version für den Betrieb mit Batterie oder Solarzellen. Dazu gehören zum Beispiel Sensorplattformen oder autonome Steuerungen, die ohne Ethernet-Anschluss auskommen.

Der Raspberry-Pi-Distributor Farnell Element14 verkauft zudem seit heute wieder die Erweiterungsplatine Gertboard, über die der Mini-PC externe Baugruppen wie Sensoren und Motoren ansteuern kann. Das vom Broadcom-Mitarbeiter und Raspberry-Pi-Pionier Gert van Loo entwickelte Gertboard kostet fertig aufgebaut 45 Euro. Darauf sitzt ein Arduino-kompatibler Mikrocontroller von Atmel.

Den kann man aus der Arduino-IDE ansteuern, die es sogar als installierbares Softwarepaket für den Raspberry Pi gibt. So erhält man Zugriff auf zwölf LEDs, drei kleine Taster, sechs Open-Collector-Ausgänge zum Schalten externer Verbraucher, A/D- und D/A-Wandler und einen Motortreiber. Ein Flachbandkabel verbindet den GPIO-Anschluss des Raspberry Pi mit dem handtellergroßen Erweiterungsboard. (bbe)

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