Trends & News | News

Fensterweise privat mit Firefox

Mit den kommenden Versionen 20 und 22 des Browsers Firefox will Mozilla vor allem die Privatsphäre der Surfenden besser schützen. Die Version 20 Beta erlaubt privates und normales Surfen gleichzeitig in verschiedenen Fenstern. Bislang werden beim Start des privaten Surfens, bei dem auf dem eigenen Computer keine Spuren zurückbleiben, alle anderen Browser-Instanzen gespeichert und geschlossen.

Die Nightly Build der Version 22 testet eine Funktion, die Tracking-Cookies von Seiten ablehnt, von denen bekannt ist, dass sie die Do-Not-Track-Einstellungen der Nutzer ignorieren. Damit reagiert Mozilla auf den Stillstand bei den Entwicklungen rund um den Standard zur Wahrung der Privatsphäre. Er bietet einen Mechanismus, mit dem Nutzer signalisieren, ob Werbenetzwerke ihre Daten auswerten dürfen. Do Not Track setzt aber voraus, dass die Werbevermarkter diesem Wunsch nachkommen. Es zeichnet sich jedoch ab, dass dies ohne politischen Druck nicht funktioniert. (rzl)

Mit Chrome 25 kann man reden

Abgesehen von einigen behobenen Sicherheitslücken bringt Chrome 25 eine spannende Neuerung mit: Der Browser versteht nun Spracheingaben über die Programmierschnittstelle WebSpeech. Entwickler können diese nicht standardisierte Funktion in ihren Webanwendungen nutzen. Der Browser erledigt die Spracherkennung nicht selbst, sondern leitet die Aufnahmen an Googles Server weiter, die zahlreiche Sprachen und Dialekte verstehen.

Die Implementierung der Indexed DB, in der Browser und Webanwendungen Daten ablegen, wurde leicht verändert. Erweiterungen können nun nur noch mit Zustimmung des Anwenders installiert werden, was die Installation von nicht erwünschten Toolbars verhindern soll. Kurz nach Freigabe der Version 25 bemerkten Mac-Nutzer, dass der Browser sich gelegentlich unerwartet verabschiedete, ohne einen echten Absturz zu produzieren. Ein Update für die Mac-OS-Version löst das Problem. Gleichzeitig erschien auch Version 25 von Chrome für Android. Diese kann Musik von Streaming-Diensten abspielen, wenn App oder Tab im Hintergrund sind. Das Update muss man manuell installieren, da Google für den Browser mehr Rechte fordert: Die neue Version des Web-Browsers darf bei bestehender Telefonverbindung die Rufnummer des Gesprächspartners abfragen. Google hat unsere Anfrage, wozu das gut sein soll, bis Redaktionsschluss nicht beantwortet. (rzl)

Internet Explorer 10 für Windows 7

Microsoft hat Internet Explorer 10 nun auch für Windows 7 zum Download freigegeben. Für ältere Versionen des Betriebssystems wird es den Browser allerdings nicht geben. Der kommt mit vielen neuen Funktionen. Im Vergleich zum Vorgänger IE 9 unterstützt er die Standards HTML5 und CSS3 besser. Die verbesserte Hardware-Unterstützung und die optimierte JavaScript-Engine bringen messbar mehr Geschwindigkeit. Bis Redaktionsschluss musste man den neuen Browser noch manuell installieren; Microsoft hat angekündigt, ihn automatisch über Windows Update zu verteilen. Wer das vermeiden möchte, kann ein Blocker Toolkit installieren. (rzl)

Leistungsschutzrecht beschlossen

Am 1. März hat der Bundestag den bis zuletzt umkämpften Regierungsentwurf eines Leistungsschutzrechts für Presseverleger verabschiedet. Für das bereits im Koalitionsvertrag geplante Vorhaben stimmte ein Großteil von Schwarz-Gelb. Die Opposition votierte geschlossen dagegen. Mit dem Gesetz möchte die Regierung den Schutz von Presseerzeugnissen im Internet und die Stellung der Verleger gegenüber gewerblichen Betreibern von Suchmaschinen verbessern. Betroffen sein sollen auch Dienste, die Inhalte „entsprechend aufarbeiten“, also etwa News-Aggregatoren.

Geschützt werden sollen die Verleger von Zeitungen und Zeitschriften vor „systematischen Zugriffen“ auf ihre Leistung. Ihnen wird künftig das ausschließliche Recht eingeräumt, Presseerzeugnisse zu gewerblichen Zwecken im Internet öffentlich zugänglich zu machen. Nicht betroffen sein sollen nach dem ausdrücklichen Willen der Koalition „einzelne Wörter oder kleinste Textausschnitte“. Zumindest sehr kurze Auszüge aus indexierten Presseartikeln in Form von „Snippets“ könnten die Betroffenen also weiterhin anzeigen. Auch sprechende Links, in denen die Überschrift eines Textes mit aufgenommen wurden, fallen nicht unter die Lizenzpflicht nach einem Leistungsschutzrecht.

Zur konkreten Länge der in der Vorschau ohne Lizenz der Verleger verwendbaren Passagen macht der überarbeitete Entwurf keine genauen Angaben. Rechtsexperten bemängeln diese Unschärfe und sagen vorher, dass sie eine Prozesswelle auslösen wird. Die Internet-Branchenverbände kritisieren die Bundesregierung scharf. Der Bitkom sprach von einem „Schlag gegen das Internet“ durch ein „schlicht überflüssiges Gesetz“, das gegen die Empfehlungen „der meisten Rechtsexperten durch das Parlament gejagt“ worden sei. Das Parlament habe eine Rechtslücke geschlossen, lobten hingegen die Verlegerverbände BDZV und VDZ.

Die Gegner des Vorhabens setzen ihre Hoffnungen jetzt auf die Länder. „Wir werden dafür kämpfen, das Gesetz im Bundesrat zu stoppen“, erklärte Malte Spitz, Mitglied des Bundesvorstands der Grünen. Aus den Reihen der SPD waren ähnliche Töne zu hören. Die vom Bundestag abgesegnete Urheberrechtsänderung bedarf zwar keiner Zustimmung des Bundesrats. Dieser kann jedoch Einspruch erheben, den Vermittlungsausschuss anrufen und damit den Weg des Gesetzes verzögern. (hob)

Artikel kostenlos herunterladen

weiterführende Links

Anzeige