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Google schaltet RSS-Dienst Reader ab

Ein sehr negatives Echo hat Googles Ankündigung hervorgerufen, seinen RSS-Dienst Reader zum ersten Juli einzustellen (siehe auch das Editoral dieser Ausgabe). Innerhalb von zwei Tagen zeichneten mehr als 100 000 Personen eine Petition auf change.org, die Google zum Umlenken bewegen will. Offensichtlich setzen immer noch viele Surfer Googles RSS-Aggregator ein – direkt oder indirekt. Denn Google Reader bietet nicht nur selbst die Möglichkeit, Beiträge von Websites und Blogs schnell gesammelt in einer Übersicht zu lesen. Der Dienst ist vielmehr eine Schaltzentrale, die ihren Datenbestand über eine Programmierschnittstelle mit zahlreichen anderen Diensten und Anwendungen teilt.

Die Anbieter von RSS-Readern für den PC und den Desktop reagierten ganz unterschiedlich auf die Schließung. Nick Bradbury, der Entwickler des Desktop-RSS-Readers FeedDemon, hat das Ende zum Anlass genommen, auch seine Software einzustellen. Die Entwickler von FlipBoard dagegen, dem RSS-Reader für iOS und Android, zeigen Google-Reader-Nutzern, wie man zu FlipBoard umsteigt.

Der größte Gewinner der Reader-Zwangspensionierung könnte indes Feedly heißen. Innerhalb von ein paar Tagen konnte der Dienst eine halbe Million Nutzer hinzugewinnen. Er fungiert derzeit als Aufsatz für Google Reader, den er als Backend für die Synchronisation nutzt. Feedly ist als Add-on für Chrome, Firefox und Safari sowie als kostenlose App für iOS und Android verfügbar.

Da die Feedly-Entwickler schon länger mit dem Ende von Google Reader rechneten, arbeiten sie bereits seit einiger Zeit an einem Klon des Reader-API. Für Feedly-Nutzer soll sich daher nach dem Abschalten von Google Reader nichts ändern. Die Feedly-Entwickler wollen ihre Backend-Funktionen ganz offensichtlich auch für Drittanbieter öffnen und laden diese dazu ein, sich mit ihnen in Verbindung zu setzen. Auch die Betreiber des Social-News-Aggregators Digg wollen den Google Reader inklusive des API nachbauen.

Google gibt als Grund für die Abschaltung an, die Nutzung von Reader habe über die Jahre abgenommen. Benutzer können ihre Daten einschließlich der RSS-Abos über Google Takeout exportieren, um sie in einem anderen Dienst weiterzunutzen. Die Schließung von Reader ist nur eine von mehreren Schließungsankündigungen im Rahmen der sogenannten Frühjahrsputzaktion.

Im Zuge des Reader-Endes hat Google auch bekannt gegeben, dass die offene CalDAV-Programmierschnittstelle für den Zugriff auf Google-Calendar-Daten nur noch für registrierte Entwickler angeboten werde. Für alle anderen ist sie nicht mehr verfügbar – sie müssen das proprietäre Google Calender API benutzen. Alles in allem hat Google mit Frühjahrsputzaktionen seit deren Start im Jahre 2001 70 Angebote eingestellt. (jo)

Windows 8: Flash als Standard

Microsoft rückt von seiner Linie ab, Flash beim Internet Explorer in Windows 8 und RT nur in Ausnahmefällen zuzulassen. Mit einem Update lässt der Desktop-IE jetzt unter Windows 8 uneingeschränkt alle Flash-Inhalte zu. Der Desktop-IE unter Windows RT sowie die Metro-Versionen des Browsers auf beiden Plattformen sollen fast alle Flash-Inhalte erlauben. Laut Microsoft sind die meisten Sites mit Flash-Inhalten mittlerweile für Windows 8 geeignet. Nur noch etwa vier Prozent der Sites mit Flash-Inhalten will Microsoft über eine Blacklist blockieren. (jo)

Adobe schließt BrowserLab

Adobe hat seinen Website-Testdienst BrowserLab geschlossen. Entwickler konnten dort das Layout ihrer Seiten mit verschiedenen Browsern überprüfen. Allerdings fehlten mobile Browser in der Auswahl. Bisherige Nutzer können auf das Adobe-eigene Edge Inspect ausweichen, das unter Mac OS und Windows auf dem Desktop läuft.

Mit den Online-Diensten BrowserStack und SauceLabs lassen sich Websites ebenfalls live mit verschiedenen Browsern testen. (rzl)

Facebook räumt den Newsfeed auf

Facebook überarbeitet die Newsfeed-Ansicht, also gewissermaßen die Startseite, die Mitglieder mit Neuigkeiten aus ihrem Freundeskreis versorgt. So wird der Newsfeed größeren Fotos als bisher Platz bieten sowie Statusmeldungen und Veranstaltungsankündigungen anders darstellen. Deutlich schmaler fällt die Navigationsleiste links aus: Hier will Facebook künftig nur noch Icons platzieren, mit denen man zu Veranstaltungen, zur Suche, zu Apps, vorgeschlagenen Kontakten et cetera wechseln kann.

Dass Facebook nicht alle Status-Updates anzeigt und auch in deren Reihenfolge eingreift, dürfte mit dem Update ein Ende haben: Eine neue Newsfeed-Ansicht soll alle Status-Updates von Freunden darstellen, eine andere nur die von Seiten und Personen, denen man folgt. Zwei weitere Ansichten filtern Fotos und Musik aus dem Stream. Damit soll sich das Design der Desktop-, Tablet- und Smartphone-Versionen von Facebooks Bedienoberfläche aneinander angleichen. (heb)

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