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Grafiktreiber von Intel

Intel bietet jetzt für ausgewählte Distributionen ein Installationsprogramm an, das die aktuellen Intel-Grafiktreiber nachrüstet. Der Installer analysiert dazu die 32- und 64-Bit-x86-Versionen von Fedora 17 und 18 sowie Ubuntu 12.04 und 12.10 und bindet dann Repositories mit neueren Treibern ein. Je nach Distribution werden dabei größere Teile des Grafik-Systems ausgetauscht; bei Fedora 17 beispielsweise Cairo, Libva, Llvm, Mesa, Wayland und der X.org-Treiber für Intel-Grafik. Bei einem Test mit Fedora 18, dessen Treiber auf einem recht aktuellen Stand sind, wurde hingegen lediglich der Intel-Libva-Treiber zur Nutzung der Video-Beschleunigungsfunktionen aktueller Intel-Grafikhardware installiert, was ohne Probleme klappte. (thl)

Canonical baut eigenen Grafik-Stack

Bislang schienen sich Distributoren und Linux-Desktop-Entwickler einig zu sein: Das neue Grafiksystem Wayland, ein schlanker Display Server ohne die Altlasten von X11, soll auf absehbare Zeit das X Window System beerben (s. c’t 22/12, S. 156). Jetzt hat Canonical angekündigt, einen eigenen Display Server namens Mir zu entwickeln. Mir soll sich auf unterschiedlichen Geräteklassen vom Smartphone über PC-Desktops bis zum Fernseher mit ihren unterschiedlichen Display-Größen und Eingabegeräten nutzen lassen, was laut Canonical weder mit X11 noch mit Wayland möglich sei.

Auch am oberen Ende des Ubuntu-Grafik-Stacks gibt es Änderungen: Unity, bislang als Compiz-Modul mit dem OpenGL-Toolkit Nux implementiert, soll in seiner nächsten Inkarnation „Unity Next“ auf Basis von Qt 5 und QML entstehen. GUI und Apps der Ubuntu-Version für Smartphones und Tablets wurden bereits mit Qt und QML entwickelt. Bis Oktober 2013 sollen Mir und Unity Next so weit sein, dass sie in Ubuntu Phone laufen und auf PC-Desktops Mir- und X11-Anwendungen anzeigen können. Bis zum Erscheinen der nächsten Ubuntu-LTS-Version 14.04 soll es eine einheitliche Code-Basis für alle Plattformen geben.

Die Mir-Ankündigung hat unter den Wayland-Entwicklern für Ärger gesorgt, da die Mir-Entwickler ihre Entscheidung zunächst mit nicht fundierten Vorwürfen gegen Wayland begründet hatten. Auch in der Linux-Desktop-Community wird Canonicals Entscheidung kritisch gesehen: Die Gnome-Entwickler wollen nun die Portierung des Gnome-Desktops auf Wayland vorantreiben; im Herbst soll die Gnome-Shell auf Wayland laufen und das GTK+-Backend für Wayland größtenteils fertig sein. Auch die KDE-Entwickler diskutieren derzeit über Details der Wayland-Portierung des Desktops. (odi)

Keine Rolling Releases für Ubuntu

Ubuntu-Sponsor Mark Shuttleworth hat sich gegen eine Umstellung von Ubuntu auf Rolling Releases ausgesprochen, nachdem Canonical-Vizepräsident Rick Spencer ein Konzept präsentiert hatte, nur noch alle zwei Jahre eine neue LTS-Version zu veröffentlichen und die halbjährlichen „Zwischen-Releases“ durch einen permanenten Upgrade-Prozess zu ersetzen. Rolling Releases, so Shuttleworth, würden Anwendern, die auf Stabilität Wert legen, nicht genügend Sicherheit geben. User, die an der Spitze der Entwicklung stehen wollen, könnten die Daily Builds der aktuellen Entwicklerversion nehmen. Denkbar seien allerdings häufigere Zwischenversionen, sofern dabei eine ausreichende Qualität der Releases sichergestellt sei.

Bei der derzeit entwickelten Version 13.04 haben die Ubuntu-Macher den Entwicklungsprozess verändert: An die Stelle der bisherigen Alpha- und Beta-Versionen treten Daily Builds und automatisierte Tests, die dafür sorgen sollen, dass keine Fehler übersehen werden. Entsprechend haben Mitte März lediglich die Ubuntu-Derivate Kubuntu, Lubuntu, Xubuntu, Edubuntu und Ubuntu-Studio eine erste Beta-Version von „Raring Ringtail“, so der Codename von Ubuntu 13.04, veröffentlicht. Ubuntu 13.04 soll am 25. April fertig sein; vorher sind noch eine letzte Betaversion am 4. April und ein Release Candidate am 18. April geplant. (odi)

Owncloud 5.0 mit neuer Oberfläche

In der neuen Version 5.0 hat Owncloud, eine Software zum Bereitstellen der Cloud-Dienste Dateiablage, Kontakte und Kalender für PCs und Mobilgeräte auf eigener Hardware, ein überarbeitetes Web-Frontend erhalten: Die Navigationsleiste am linken Rand ist deutlich kompakter, sodass mehr Platz für die Inhalte im rechten Bereich des Browser-Fensters bleibt; das macht sich vor allem auf Geräten mit kleinen Bildschirmen positiv bemerkbar.

Über ein neues Plug-in kann man in Owncloud 5 das Anti-Viren-Programm ClamAV einbinden und so Dateien, die auf den Server hochgeladen werden, automatisch auf Schad-Software überprüfen und bei positivem Befund unter Quarantäne stellen lassen. Ein anderes Plug-in bietet eine Undelete-Funktion für versehentlich gelöschte Dateien. Im Kalender lassen sich Termine nun leicht als öffentlich, privat oder vertraulich klassifizieren. Im Adressbuch kann man die Kontakte jetzt in Kategorien wie Arbeit, Familie und Freunde einsortieren. (mid)

CentOS 6.4

Das CentOS-Projekt hat die Version 6.4 seines Red-Hat-Klons veröffentlicht. Zu den Neuerungen gegenüber der Vorversion gehören Hyper-V-Treiber, Optimierungen bei KVM und die Unterstützung von Intels nächster Prozessorgeneration. Auch Oracle hat seinen Nachbau des im Februar erschienenen RHEL 6.4 fertig gestellt. Im Unterschied zu Red Hat liefert Oracle allerdings einen neueren Kernel und Unterstützung für das Dateisystem XFS mit. (thl)

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