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USB-Stick mit Selbstlöschfunktion

Der selbst verschlüsselnde USB-Stick DataLocker Sentry vernichtet bei wiederholt falscher Passworteingabe die darauf abgelegten Daten durch Löschen des AES-Schlüssels selbsttätig. Laut Origin Storage sperrt sich der Stick bei längerer Inaktivität zudem, sodass Daten auch dann vor unbefugtem Zugriff geschützt sind, wenn man den Stick versehentlich am Windows- oder Linux-PC vergisst. Damit soll er Daten zuverlässiger schützen als herkömmliche Sticks mit Hardware-Datenverschlüsselung. Der integrierte Krypto-Chip, der Daten per AES 256-Bit im Flash verschlüsselt, ist mit Epoxidharz vergossen. Ein besonders robustes Gehäuse schützt vor Feuer und Wasser.

Der schlanke Sentry (56 mm ×18 mm × 6 mm) ist nach FIPS-104-2 zertifiziert, aber langsam: Der Hersteller spricht von lediglich 20 MByte/s beim Lesen und 10 MByte/s beim Schreiben. 4 GByte kosten 89 Euro, 8 GByte 119 Euro und die 16-GByte-Variante 149 Euro. (boi)

Mini-Mikro

Kaum größer als zwei Reiskörner ist das MEMS-Mikrofon ADMP801, das Analog Devices für besonders zuverlässige Hörgeräte entwickelt hat. Trotz der Größe von nur 3,35 mm × 2,50 mm × 0,98 mm soll das Eigenrauschen (Equivalent Input Noise) bei nur 27 dB(A) liegen – ein für Hörgeräte passabler Wert. Analog Devices hebt besonders hervor, dass die Aufnahmequalität des mikroelektromechanischen Systems wesentlich weniger von Umwelteinflüssen wie der Temperatur abhängt als die eines herkömmlichen Elektret-Kondensatormikrofons. Zudem soll es mit nur 17 µA bei einer Versorgungsspannung von 1 Volt sparsamer sein. Es überlebt zudem ein Einlöten per Reflow-Verfahren und soll in Tausenderstückzahlen rund 10 US-Dollar kosten. (bbe)

Windows Embedded 8 fertig

Unter dem Marketing-Oberbegriff Windows Embedded 8 bietet Microsoft ab sofort diverse Windows-Versionen für spezielle Einsatzbereiche an. Wie das Desktop-Windows verstehen sie sich allesamt auf Touch-Bedienung.

Das modulare Windows Embedded 8 Standard ist eine Art Baukasten, aus dem sich ein Entwickler ein eigenes Windows zusammenstellen und es so beispielsweise an seine Sicherheitsbedürfnisse anpassen kann. Es beerbt Windows Embedded Standard 7, das wiederum in die XPe-Fußstapfen tritt.

Ebenfalls seit dem 1. April steht Windows Embedded 8 Pro zum Download bereit. Dabei handelt es sich technisch um ein ganz normales Windows 8 Pro, allerdings mit einer auf Geräte mit einem einzigen Einsatzzweck zugeschnittenen Lizenz. Kiosk-Systeme bedient Microsoft mit Windows Embedded 8 Industry, bei dem man die Bedienoberfläche nicht nur selbst gestalten, sondern auch weitgehend abschotten kann. Noch nichts Neues gibt es unterdessen zu Windows Embedded 8 Handheld und Automotive sowie Windows Embedded Compact 2013 – den Windows-Versionen, die auch auf ARM-Prozessoren laufen. Von einer Embedded-Ausgabe der RT-Version für ARM-Systeme spricht Microsoft bisher noch nicht einmal. (bbe)

Acht Kerne fürs Auto

Unter dem unscheinbaren Namen R-Car H2 hat Renesas ein System-on-Chip für Autos vorgestellt, das mit acht CPU-Kernen aufwartet. Dabei kommt – ähnlich wie in den allerneuesten SoCs für Smartphones und Tablets – ARMs Big-Little-Technik zum Einsatz. Das heißt, vier schnelle Cortex-A15-Kerne werfen ihre Rechenleistung ins Rennen, während vier sparsame Cortex-A7-Kerne übernehmen, wenn mal weniger Arbeit anliegt. Auch der Grafikkern PowerVR G6400 ist topaktuell und stammt aus der Serie 6 (Codename Rogue) von Imagination Technologies.

Was außerdem noch an Beschleunigereinheiten mit ins SoC gewandert ist, beschreibt Renesas nur vage: So soll es optional noch einen SuperH-Kern (SH-4A) sowie einen namens IMP-X4 geben. Der ist auf Bildverarbeitung spezialisiert und verarbeitet die Daten von vier Full-HD-Kameras (60 fps) in Echtzeit – etwa um daraus eine 360°-Ansicht zu stitchen. Einsatzmöglichkeiten für diese Spezialfähigkeit sieht Renesas insbesondere bei Fahrerassistenzsystemen sowie Augmented Reality und nennt OpenCV als mögliche Programmierschnittstelle. Ein nicht näher spezifizierter 24-Bit-DSP verarbeitet Audiosignale.

Interessant ist auch, dass Renesas den Speicher-Controller in zwei unabhängig voneinander einsetzbare 32-bittige Kanäle (für DDR3-1600) unterteilt hat. Diese Trennung hat AMD bei PCs mit dem Phenom eingeführt – mit dem Argument, unterschiedliche Tasks würden sich im Unganged-Betrieb weniger in die Quere kommen. Die Liste der Schnittstellen liest sich wie ein Familientreffen von PC- und Automobilindustrie: PCI Express, USB 3.0 und SATA treffen auf CAN-Bus, MOST-150 und Ethernet AVB. Für den Empfang von GPS- und Glonass-Signalen gibt es optional eine integrierte Baseband-Engine.

Software-seitig will Renesas QNX Neutrino RTOS, Windows Embedded Automotive und Linux unterstützen. Ganz klar aus dem Automotive-Umfeld stammt allerdings der Zeitplan: So hat Renesas bereits Muster des 831-pinnigen R-Car H2 fertig, will die Massenproduktion aber erst Mitte 2014 aufnehmen. (bbe)

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