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Upstart 1.8 überwacht Dateien und Verzeichnisse

Der Event-Daemon Upstart, der unter anderem bei Ubuntu als Alternative zu SysV-Init eingesetzt wird und während des Bootvorgangs die verschiedenen Systemdienste startet, überwacht jetzt auch Dateien und Verzeichnisse. Die Entwickler haben dafür in der Version 1.8 das Event file hinzugefügt, das als Suchmaske auch Wildcards akzeptiert. Upstart überwacht, ob die angegebene Datei angelegt, verändert oder gelöscht wird – bei Verzeichnissen löst Upstart das Event für alle Dateien in dem jeweiligen Verzeichnis aus.

Auf diese Weise lassen sich zum Beispiel Dienste automatisch neu starten, wenn ihre Konfigurationsdatei verändert wurde – bislang muss der Admin den Neustart mittels initctl selbst vornehmen. Ein weiteres Einsatzszenario ist die automatische Konvertierung von Videos, die in ein bestimmtes Verzeichnis kopiert werden. Wie man das neue Event in Upstart-Jobs einbindet, erklärt das Upstart-Kochbuch auf der Upstart-Projektseite bei Launchpad.

Die zweite Neuerung der Version 1.8 ist ein grafischer Event-Monitor, mit dem sich die von Upstart erzeugten Events nachverfolgen lassen. Das erleichtert vor allem die Fehlersuche. Die Quellen der neuen Upstart-Version stehen auf der Projektseite auf Launchpad zum Download bereit. Als Daily Builds gibt es auch Binärpakete für Ubuntu 13.04, bei Redaktionsschluss arbeiteten die Ubuntu-Entwickler allerdings noch mit der Version 1.7. Bis zur Fertigstellung von Ubuntu 13.04 dürfte Upstart 1.8 aber noch in die Distribution einziehen. (mid)

UEFI Secure Boot: Klage gegen Microsoft

Microsoft steht ein neues Verfahren wegen eines Wettbewerbsverstoßes ins Haus: Der Präsident von Hispalinux, einer spanischen Vereinigung von Linux- und Open-Source-Anwendern, hat laut Reuters Klage wegen Wettbewerbsbehinderung bei der Europäischen Kommission eingereicht. Stein des Anstoßes ist, dass Microsoft Herstellern vorschreibt, bei Rechnern mit vorinstalliertem Windows 8 UEFI Secure Boot zu aktivieren – dann starten diese Rechner jedoch nur noch Betriebssysteme, deren Bootloader von Microsoft signiert ist.

Laut Microsoft ist UEFI Secure Boot ein Industriestandard, der die Sicherheit von Computern erhöht. Microsoft-Pressesprecher Robin Koch sagte gegenüber Reuters, man sei sicher, damit keine Gesetze zu verletzen. José MarÌa Lancho RodrÌguez, Präsident von Hispalinux, hingegen bezeichnete UEFI Secure Boot als ein „technisches Gefängnis für Betriebssysteme“. Die Technik sei wettbewerbsfeindlich und schlecht sowohl für Anwender als auch für die europäische Softwareindustrie. Bereits Anfang März berichtete EU-Wettbewerbskommissar JoaquÌn Almunia, dass die EU-Kommission die Sicherheitsanforderungen für Windows 8 überprüfe. Es gebe allerdings noch keine Anhaltspunkte für Verstöße gegen Wettbewerbsregeln der EU.

Vor der Einführung von Windows 8 hatten Microsofts Pläne, UEFI Secure Boot von den Herstellern aktivieren zu lassen, massive Bedenken in der Open-Source-Szene geschürt: Man befürchtete, auf solchen Rechnern überhaupt keine alternativen Betriebssysteme mehr installieren zu können. Microsoft schreibt für Windows-8-PCs allerdings auch vor, dass Secure Boot in der Firmware abschaltbar sein muss. Zudem gibt es mit Shim und Preloader.efi inzwischen zwei freie Bootloader, die Linux auf Systemen mit aktivem Secure Boot starten können und von Microsoft signiert wurden. Damit sind die Linux-Distributionen aber von Microsofts Signierdienst abhängig. (odi)

Linux Mint Debian 201303

Ein überarbeitetes Installationssystem und der Verzicht auf die XFCE-Variante sind die wichtigsten Änderungen bei der aktuellen Debian-Variante von Linux Mint (LMDE), die auf Debian 7.0 Wheezy basiert – Letzteres könnte noch im April fertiggestellt werden. LMDE 201303 gibt es nur noch mit Mate- und Cinnamon-Desktop. Anwender, die LMDE bereits einsetzen, haben die Aktualisierungen als Online-Updates erhalten – die Linux-Mint-Entwickler stellen regelmäßig sogenannte Update-Packs zusammen, sodass die Updates weniger häufig erfolgen als bei Debian Wheezy, dafür aber umfangreicher getestet sind. Die Version 201303 enthält bereits das aktuelle Update-Pack 6 mit Mate 1.4 und Cinnamon 1.6.

LMDE 201303 ist das erste neue Release seit gut einem Jahr und steht auf der Projekt-Homepage für 32- und 64-Bit-x86-Systeme zum Download. Die Desktops und der Funktionsumfang der Debian-Variante sind die gleichen wie bei Linux Mint 14, das auf Ubuntu basiert. LMDE ist vollständig kompatibel zu Debian, Anwender können also jederzeit von den Linux-Mint-Repositories auf die offiziellen Debian-Repositories wechseln. (lmd)

Gtk+ 3.8 für Wayland

Die Version 3.8 des GUI-Toolkits Gtk+, das unter anderem der Gnome-Desktop verwendet, unterstützt nun auch das neue Linux-Grafiksystem Wayland. Damit sollen Gtk+-Anwendungen nativ unter Wayland laufen und nicht mehr die X11-Kompatibilitätsfunktionen aus Xwayland benötigen. Auch die Gnome-Entwickler arbeiten an der Portierung, bis März 2014 sollen alle Desktop-Funktionen von Gnome 3.12 unter Wayland arbeiten. (odi)

Media-Center OpenELEC 3.0 mit XBMC 12.1

Das OpenELEC-Projekt hat die Version 3.0 der Multimedia-Linux-Distribution fertiggestellt. Die neue Version zeichnet sich vor allem durch aktuelle Programmversionen und eine breite Hardware-Unterstützung aus, neben den üblichen Installations-Images für herkömmliche PCs gibt es auch speziell angepasste Versionen für besonders kompakte und kostengünstige Systeme wie dem Arctic MC001, Apple TV mit Jailbreak und Raspberry Pi. Zudem rühmt sich das Projekt, als einzige Multimedia-Linux-Distribution die X-Video Bitstream Acceleration (XvBA) von AMD-Grafikchips zu unterstützen.

Die Komponenten des zwischen 90 und 160 MByte großen Linux-Systems haben die OpenELEC-Entwickler für die neue Version aktualisiert. Als Frontend kommt XBMC 12.1 zum Einsatz, das unter anderem etliche Verbesserungen für den Betrieb auf dem Raspberry Pi enthält. (lmd)

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