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Google startet Streaming-Flatrate in Deutschland

Seit dem Nikolaustag gibt es Googles Musik-Flatrate nun auch offiziell in Deutschland. Statt „All Access“ heißt die Erweiterung von Google Play Music hierzulande „All-Inclusive“ und ermöglicht es, wahlfrei Musik aus einem Katalog von rund 20 Millionen Songs auf PC und Mobilgeräte zu streamen.

Das Rad hat Google nicht neu erfunden, aber ein durchaus konkurrenzfähiges Paket geschnürt. Der Streaming-Dienst fügt sich nahtlos in die eigene Musiksammlung ein, die auf dem Gerät oder in Googles Cloud liegt. Die 20 Millionen Songs des All-Inclusive-Katalogs umfassen das Repertoire der drei Major Labels und von zahlreichen Indies. Wie bei den anderen Streaming-Anbietern ist auch bei Google der erste Schnuppermonat kostenlos, regulär wird All-Inclusive mit Zugriff von PC und Mobilgerät dann 9,99 Euro pro Monat kosten. Als Einführungsangebot gewährt Google einen Rabatt: Wer sich bis 15. Januar für die Streaming-Flatrate entscheidet, zahlt fortan nur 7,99 Euro pro Monat.

Auf dem PC benutzt man Google Play Music im Webbrowser; die für die mobile Nutzung benötigte „Play Music“-App gibt es kostenlos für Android und iOS (ab Version 6). Auf Wunsch streamt sie die Musik nur über WLAN; fürs Streaming über Mobilfunk gibt es drei Streaming-Datenraten (Niedrig, Mittel und Hoch). Für die höchste (und bei WLAN-Betrieb) verwendete Qualitätsstufe gibt Google eine Datenrate von bis zu 320 kBit/s an; „Normal“ liegt etwa bei der Hälfte, „Niedrig“ unter einem Drittel. Leider ist die Klangqualität in der datensparenden Einstellung „Niedrig“ nicht gerade berauschend. Wer Kopfhörer nutzt, sollte die „Normal“-Einstellung wählen, auch wenn das stärker zu Lasten des Mobilfunktarifs geht.

Unabhängig von der gewählten Einstellung ist ein mobiler UMTS-Volumentarif mit 500-MByte nach wenigen Stunden am Ende (bei 320 kBit/s wären es 3,5 Stunden). Eine Arrangement, wie es etwa die Telekom und Spotify haben, ist bei Google noch nicht in Sicht. Musik von „All-Inclusive“ lässt sich allerdings auch für die Offline-Nutzung auf dem Gerät speichern; bereits gespielte Songs cached die App vorübergehend.

Auf das All-Inclusive-Repertoire kann man pro Konto mit vier verschiedenen registrierten Geräten zugreifen, allerdings nicht gleichzeitig. Wie bei anderen Musik-Flatrates auch, stoppt die Wiedergabe auf einem Gerät, wenn man einen Song auf einem anderen registrierten Player startet.

Unabhängig von der Musik-Flatrate kann man bei Google Play Music bis zu 20 000 eigene Titel hochladen und hat damit von bis zu zehn Geräten Zugriff auf seine Musiksammlung – ähnliche Funktionen gibt es bei iTunes und Amazon. Ob Google plant, ein API zur Verfügung zu stellen, damit Musikverteilungssysteme wie Sonos auf den Dienst zugreifen können, war vorerst nicht zu erfahren.

Der Streaming-Dienst, der in Konkurrenz zu einem guten Dutzend anderer Anbieter wie Spotify, Rdio oder Napster steht, war im Mai schon in den USA und später auch einigen europäischen Ländern eingeführt worden. Warum es in Deutschland mal wieder ein bisschen länger gedauert hat, verriet Google nicht. Möglicherweise haben sich die Verhandlungen mit der GEMA hingezogen, doch zum Start von All-Inclusive gibt es nun eine Vereinbarung auf Basis des GEMA-Tarifs VR-OD 8 „für die Nutzung von Werken des GEMA-Repertoires im Rahmen von entgeltlichen Streaming-Angeboten“, der bei Abodiensten für „multiple Plattformen“ pro zahlendem Kunden eine monatliche Vergütung von 1,25 Euro vorsieht. (vbr/vza)

Raspberry Pi als digitaler Videorecorder

DVBLogic hat eine Fassung seiner Software „DVBLink TVSource“ veröffentlicht, die den Mini-Rechner Raspberry Pi in Kombination mit einem DVB-Empfänger in einen digitalen Videorecorder verwandelt. Nutzbar sind aktuell unter anderem Single- und Dual-Tuner für Satellit (DVB-S/S2), Kabel (DVB-C) und Antenne (DVB-T/T2) von den Herstellern Hauppauge, HDHomeRun und PCTV (Liste siehe c’t-Link), die dem Rechenzwerg die TV-Signale via USB oder über das lokale Netzwerk liefern. Daneben arbeitet das System laut Entwickler mit Sat-IP-Receivern zusammen (siehe c’t 22/13).

Über den Rasberry Pi sollen sich nicht nur Digital-TV-Sendungen in Standardauflösung und HD – einschließlich Teletext und elektronischem Programmfüher – anschauen, sondern auch auf SD-Card oder eine per USB angeschlossene Festplatte mitschneiden lassen. Live-Sendungen und Aufzeichnungen sollen sich unter anderem zum Windows MediaCenter und XBMC sowie zu DLNA-Clients streamen lassen. DVBLink TVSource für den Raspberry Pi kostet 10 Euro und ist ab sofort verfügbar; das EPG-Programm von DVBLogic ist im Preis eingeschlossen. Eine 20 Tage voll funktionstüchtige Demoversion ist kostenlos auf der Produktseite von DVBLogic (siehe c’t-Link) verfügbar. (nij)

Rundfunkbeitrag könnte sinken

Dass ARD, ZDF und Deutschlandradio durch den Rundfunkbeitrag Mehreinnahmen von 500 Millionen Euro zu erwarten haben, war bereits bekannt. Der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) geht laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nun sogar davon aus, dass die Sender, bezogen auf einen Vierjahreszeitraum, eine Milliarde Euro mehr einnehmen werden als bisher.

Unter diesen Umständen könnte der Rundfunkbeitrag aus Sicht der Bundesländer deutlich sinken, so die Vorsitzende der Rundfunkkommission der Länder, Malu Dreyer (SPD). Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) befasst sich dieser Tage mit den Prognosen für die Beitragseinnahmen. Mit Erscheinen dieser Ausgabe sollte ihr Bericht vorliegen.

Laut Dreyer wollen die Länder herausfinden, aus welchen Bereichen (Privathaushalte, Unternehmen, öffentliche Institutionen) die zusätzlichen Beitragseinnahmen kommen. Diese sollen dann gezielt entlastet werden.

Der Rundfunkbeitrag hatte die bisherige Rundfunkgebühr zum 1. Januar 2013 ersetzt. Seitdem muss jeder deutsche Haushalt zahlen, egal ob dort ein Empfangsgerät steht oder nicht. Die Höhe von 17,98 Euro pro Monat blieb unverändert. In Härtefällen gibt es die Möglichkeit, befreit zu werden oder einen ermäßigten Satz zu zahlen.

Deutschlands größter Autovermieter Sixt hat vor Kurzem beim Verwaltungsgericht München gegen den Rundfunkbeitrag geklagt. Die Gebührenreform erhöhe die Kosten, führe zu mehr Bürokratie und sei ungerecht, lautete unter anderem die Begründung. Der Autovermieter ist nicht das einzige Unternehmen, das gegen den Umbau der öffentlich-rechtlichen Finanzierung vor Gericht zieht – und vor allem verfassungsrechtliche Bedenken gegen die Konstruktion geltend macht. (anw)

Universal-Audiocodec Opus beschleunigt

Version 1.1 des universell einsetzbaren Opus Interactive Audio Codec ist fertig. Opus unterstützt sowohl Sprache als auch Musik; im Sprachmodus ist er auf niedrige Latenz ausgelegt und nutzt den Skype-Algorithmus SILK, der musiktaugliche Part hingegen CELT. Musste man sich bei Opus 1.0 beim Encoding noch explizit für Sprach- oder Musikmodus entscheiden, analysiert Opus nun den Audioinhalt und wechselt dynamisch zwischen SILK und CELT. Außerdem untersucht Opus die Tonalität der Inhalte, um eine bessere Bitverteilung zu gewährleisten.

Darüber hinaus wurde die Surround-Sound-Unterstützung verbessert. Wie das maßgeblich von Montgomery entwickelte Ogg Vorbis unterstützt auch Opus 255 Surround-Kanäle, die sich zu Stereopaaren zusammenfassen lassen. Bisher wurden die Bits auf die einfachste Weise alloziert: Jeder Kanal wurde anfangs mit derselben Datenrate bedacht. Opus 1.1 macht das etwas anders: Bei Datenraten über 240 kBit/s bekommt jeder Substream (Mono oder Stereo) zunächst 20 kBit/s zugeteilt, die übrigen Bits werden gleichmäßig auf die vorhandenen Kanäle verteilt. Unterhalb von 240 kBit/s wird die zugewiesene Bitrate entsprechend herunterskaliert. Somit starten Mono- und Stereokanäle zwar mit derselben Bitrate, bei steigender Bitrate bekommen die Stereokanäle jedoch asymptotisch doppelt so viele Bits wie die Monokanäle ab.

Der Effektkanal (LFE) bekommt 3,5 kBit/s zugeteilt und kann dank verbessertem Encoder nun ausschließlich im CELT-Modus von Opus verarbeitet werden. Auf Montgomerys Webseite gibt es eine ältere Demo, bei der man die Audioqualität von Opus 1.0 und 1.1 im Surround-Betrieb vergleichen kann.

Während Opus 1.0 noch weitgehend unoptimiert war, haben die Entwickler von Mozilla, Skype und Xiph.org für Opus 1.1 viele CPU-spezifische Anpassungen einfließen lassen und so das De-/Encoding auf verschiedenen Plattformen deutlich beschleunigt, vor allem auf ARM-Prozessoren mit NEON-Erweiterung. (vza)

Vodafone verschenkt Musik-Flatrate an junge Leute

Vodafone und die ProSiebenSat.1-Tochter Ampya haben Details ihrer im Sommer angekündigten Kooperation bekannt gegeben. Demnach können Kunden eines Vodafone-Red-Tarifs (ab 30 Euro monatlich) die Ampya-Musik-Flatrate für 10 Euro monatlich hinzubuchen.

Im Unterschied zum konkurrierenden Angebot von Telekom und Spotify wird die Ampya-Nutzung gegen das im jeweiligen Tarif festgelegte Datenvolumen gerechnet. Der Kunde erhält mit der Option zwar zusätzliche 500 MByte pro Monat, dieses Datenvolumen ist allerdings schon nach etwa 16-stündigem Musikhören via Ampya erschöpft. Wer mobil auf die 57 000 Musikvideos des Dienstes zugreift, hat sein Datenvolumen noch schneller ausgereizt.

Interessant dürfte das Angebot vor allem für Nutzer von Vodafones „Junge-Leute-Vorteil“ sein. Alle Kunden bis 25 Jahre sowie Schüler und Studenten bis 30 Jahre bekommen die Ampya-Option bei Vertragsverlängerung oder Neuabschluss gratis hinzu. Bestandskunden gehen leer aus. (sha)

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