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Google öffnet Cloud für alle

Google hat sein Cloud-Angebot „Compute Engine“ aus dem Beta-Status entlassen. Damit tritt der Konzern in direkten Wettbewerb zu anderen IaaS-Plattformen (Infrastructure as a Service) wie Amazons EC2 oder Microsofts Azure-Cloud. Anwender können jetzt in Googles Rechenzentren virtuelle Linux-Maschinen anmieten und zahlen für diese pro Stunde Laufzeit. Der Preis richtet sich nach der Anzahl der virtuellen CPU-Kerne, RAM, benutztem Plattenspeicher und Netzwerkanbindung.

Die Compute Engine ermöglicht Instanzen mit bis zu 16 CPU-Kernen und bis zu 104 GByte RAM, davon sollen Anwendungen mit hohem Rechenaufwand profitieren. Für die Compute Engine, aber auch für andere Cloud-Dienste wie seine App Engine und den Cloud Storage hatte Google schon im Frühjahr ein ISO-27001-Zertifikat erhalten, das ein geregeltes Management der Sicherheitsfunktionen bescheinigt. Die Preise für Standardinstanzen senkte Google im Zuge der Öffnung um 10 Prozent. Wie Amazon und Microsoft ermöglicht auch Google den Kunden, gegen Aufpreis als Server-Standort „Europa“ zu wählen. (hob)

Personalausweis kopieren verboten

Die auch heute immer noch an vielen Stellen übliche Praxis, Kopien von Personalausweisen zu Identifikationszwecken zu verlangen, verstößt gegen gesetzliche Vorgaben. Dies entschied das Verwaltungsgericht Hannover (Az.: 10 A 5342/11). Das Gericht wies die Klage eines Logistikunternehmens gegen einen Bescheid des Landesbeauftragten für den Datenschutz Niedersachsen ab. Der Dienstleister lagert auf seinem Betriebsgelände ständig mehrere tausend Kraftfahrzeuge, von denen täglich viele abgeholt und Fahrern übergeben werden. Um das zu überwachen, wurden die Personalausweise der Abholer eingescannt und auf einem eigenen Rechner gespeichert.

Das Verwaltungsgericht erklärte, nach dem Personalausweisgesetz sei der Personalausweis ein Identifizierungsmittel, das der Inhaber vorlege und vorzeige, um sich auszuweisen. Es sei untersagt, diese Daten uneingeschränkt zu erfassen – beispielsweise als Kopie oder Scan. Damit bestätigte das Gericht die Rechtsauffassung des Gesetzgebers. Auf Nachfrage von c’t hatte das Bundesinnenministerium 2012 klargestellt, dass es zwar kein rechtliches Kopierverbot gebe, eine Ausweiskopie aber ausschließlich zu Identifikationszwecken verwendet werden darf und danach unverzüglich vernichtet werden muss (siehe c’t 24/12, S. 136). (hob)

Jugendliche sind täglich drei Stunden online

Jugendliche in Deutschland verbringen an Werktagen im Durchschnitt 179 Minuten täglich im Netz – 48 Minuten mehr als im Vorjahr. Das ist eines der Ergebnisse der JIM-Studie 2013 (Jugend, Information, (Multi-) Media). Die Untersuchung fand im Auftrag der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg, der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz und dem Südwestrundfunk statt. Befragt wurde eine repräsentative Auswahl von 1200 Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren.

Im Web nutzen die Teenager außer Suchmaschinen wie Google vor allem soziale Netze wie Facebook und Videoportale wie YouTube: Elf Mal kommentierte der durchschnittliche Befragte innerhalb von zwei Wochen Videos, ebenso oft betätigte er „Mag-ich-Buttons“. Noch vor dem Zugriff auf das Internet (89 Prozent) ist das Hören von Musik (90 Prozent) die wichtigste Form der Mediennutzung. Das Handy ist für vier Fünftel wichtig oder sehr wichtig (82 Prozent). Fernsehen nannten dagegen nur 48 Prozent der Jugendlichen wichtig oder sehr wichtig. Fast alle über 14-Jährigen besitzen ein eigenes Handy, bei den 12- bis 13-Jährigen sind es 92 Prozent. Smartphones verbreiten sich rasant: 72 Prozent der Befragten besitzen ein solches Multimedia-Handy, dreimal so viele wie noch 2011. (jo)

Streit um Telekom-Flatrate

Die Telekom will ihre Drosseltarife im Festnetz künftig nicht mehr als „Flatrate“ bezeichnen. Damit reagiert der Konzern auf ein Urteil des Landgerichts Köln: Die Verbraucherzentrale NRW hatte gegen die irreführende Verwendung des Begriffs geklagt und gewonnen. Entgegen ersten Verlautbarungen will die Telekom keine Berufung einlegen.

Außerdem hebt der Konzern die Bandbreiteneinschränkungen rückwirkend komplett auf. Für die Telekom-Kunden bedeutet das, dass sie im Festnetz ohne Drosselung surfen können, selbst wenn die Leistungsbeschreibung eine solche vorsah. Erst künftige Kunden neuer Festnetz-Angebote ohne „Flatrate“ könnten davon betroffen sein.

Die Aufmerksamkeit der Verbraucherschützer richtet sich nun auf das Festnetz-Ersatzangebot im LTE-Netz. Die Telekom wurde von der Verbraucherzentrale Sachsen wegen der Drosselung in diesem Angebot abgemahnt. Anders als bei echten Festnetz-Angeboten ist die Drossel hier von vorneherein aktiv und greift je nach Vertrag beim Erreichen eines monatlichen Datenvolumens von 10, 15 oder 30 Gigabyte. Die Verbraucherzentrale sieht hierin eine unangemessene Benachteiligung des Kunden. Sie kritisiert auch die Drosselung auf nur 384 kBit/s.

Die Telekom reagierte darauf, indem sie das Wort „Flatrate“ aus der Produktbeschreibung ihres Angebots „Call&Surf Comfort via Funk“ strich. Deutschlandchef Niek van Damme und Marketing-Geschäftsführer Michael Hagspihl erklärten, die Telekom habe das Urteil des Landgerichts Köln zum Anlass genommen, einige Weichen neu zu stellen.

Offenbar möchte die Telekom ihr Drosselkom-Image schnellstens wieder loswerden. Im Festnetz wird das gelingen: Dort sind auf allen Ebenen ausreichende Kapazitäten vorhanden, um den Kunden auch ungedrosselte Tarife zu bezahlbaren Preisen anbieten zu können. Die Kunden von Mobilfunkprodukten sollten sich allerdings keine Hoffnung auf ungedrosseltes Surfvergnügen machen. In den LTE- und UMTS-Netzen sind die Ressourcen so knapp, dass eine Freigabe des Surfvolumens vielerorts zu Engpässen führen würde. (uma)

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