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Linux Mint 16 „Petra“

Die Linux-Mint-Entwickler um Clement Lefebvre („clem“) haben die Version 16 ihrer Distribution veröffentlicht. Den technischen Unterbau von Linux Mint 16 („Petra“) liefert Ubuntu 13.10: Kernel 3.11, Glibc 2.17, X.org 7.7, Gtk 3.8. Darauf setzen die Mint-Macher ihren eigenen Cinnamon-Desktop, der sich in der neuen Version 2.0 stärker von Gnome 3 emanzipiert. Alternativ steht eine Mint-Version mit dem Gnome-2-Fork Mate zur Verfügung.

Cinnamon 2.0 bleibt ein traditioneller Desktop mit einem Panel unten und einem klassischen Anwendungsmenü. War der Mint-Desktop bislang lediglich eine alternative Oberfläche für Gnome 3, haben die Entwickler mit Version 2 zentrale Gnome-Komponenten wie den Gnome-settings-daemon geforkt und Cinnamon so weitgehend unabhängig von Gnome 3 gemacht. Das soll Kompatibilitätsprobleme zwischen dem Mint-Desktop und dem Gnome-Unterbau beseitigen und die Integration von Cinnamon in andere Distributionen erleichtern. Die Funktionen zum Anordnen mehrerer Fenster auf dem Desktop wurden verbessert; ein neues Applet erleichert Account-bezogene Aktionen wie das Ändern des Passworts und den Wechsel zu einem anderen Account. Der Nautilus-Fork Nemo wurde überarbeitet und soll jetzt schneller arbeiten.

Für Administratoren bringt Linux Mint 16 ein neues Konfigurationstool für Benutzer und Gruppen mit. Der Login-Manager MDM wurde verschlankt: Er erlaubt jetzt nur noch ein lokales Login und stellt keine Netzwerkfunktionen mehr bereit. Der Update-Manager startet nach dem Anmelden verzögert, sodass der Desktop schneller benutzbar ist. Der Mint-eigene Software-Manager wurde verbessert, die Suchfunktion darin beschleunigt.

Linux Mint 16 steht auf linuxmint.com in verschiedenen Varianten zum kostenlosen Download bereit: mit Cinnamon- oder Mate-Desktop, mit oder ohne Multimedia-Codecs, als 32- und 64-Bit-Version. (lmd)

RHEL-Klon: CentOS 6.5

Die CentOS-Entwickler haben ihren RHEL-Klon auf den Stand von Red Hat Enterprise Linux 6.5 gebracht (siehe c’t 26/13, Seite 57). KVM liest in CentOS 6.5 die Image-Formate von VMware (VMDK) und Microsoft Hyper-V (VHDX) ein und unterstützt CPU-Hotplugging. Die Hyper-V- und VMware-Treiber wurden aktualisiert. OpenSSL liegt in Version 1.0.1 bei und unterstützt jetzt TLS 1.1 und 1.2. Der Kernel 2.6.32 wurde um Treiber und Funktionen neuerer Kernel-Versionen erweitert. (odi)

Valve engagiert sich für Linux

Mit dem Beitritt zur Linux Foundation unterstreicht Valve Software sein Linux-Engagement. Das Unternehmen hatte im Februar dieses Jahres einen Linux-Client für seine Online-Spieleplattform Steam veröffentlicht; mittlerweile hat Valve die eigene Linux-Distribution SteamOS und eine Spielkonsole mit SteamOS angekündigt. Mit dem Beitritt zur Linux Foundation möchte das Unternehmen laut Valve-Mitarbeiter Michael Sartain auch „Hardware-Hersteller beeinflussen, der Unterstützung von Linux mehr Priorität einzuräumen“. 2014 will der amerikanische PC-Hersteller iBuyPower eine Steam Machine mit leistungsfähiger Grafikhardware auf den Markt bringen. (lmd)

Gnuaccounting lernt SEPA

Version 0.8.4 der freien Buchhaltungssoftware Gnuaccounting kann Kundendaten SEPA-konform mit IBAN und BIC erfassen. Ein neues Tool übernimmt Barcodes und QR-Codes aus einer eingescannten Datei. Rechnungen kann die plattformübergreifende Java-Software jetzt im Format PDF/A1 zur Langzeitarchivierung ausgeben. Zum Erstellen von Rechnungen und Belegen nutzt Gnuaccounting nun auch Apache OpenOffice 4. (lmd)

Freies Qt für Android

Qt-Anbieter Digia und die KDE Free Qt Foundation sind übereingekommen, die Android-Portierung von Qt unter das KDE Free Qt Foundation Agreement zu stellen. Das Abkommen, 1998 zwischen dem KDE-Team und dem damaligen Qt-Hersteller Trolltech abgeschlossen, soll sicherstellen, dass die Grafikbibliothek unter einer Open-Source-Lizenz verfügbar bleibt. Trolltech war 2008 von Nokia übernommen worden; 2011 überließ der finnische Handyhersteller Digia erst die Qt-Vermarktung, 2012 dann auch die komplette Qt-Entwicklung. (odi)

Prozesse einfrieren

Checkpoint/Restore In Userspace, kurz Criu, ist ein Programm, mit dem sich der aktuelle Zustand vieler Prozesse einfrieren und so speichern lässt, dass der Prozess später weiterlaufen kann – theoretisch auch auf einem anderen Rechner. Das Tool lässt sich ab dem Linux-Kernel 3.11 verwenden und steht in Version 1.0 auf criu.org zum Download bereit.

Ursprünglich entwickelt zur Live-Migration von Linux-Containern, nennen die Entwickler eine Reihe weiterer mögliche Einsatzfelder. So könnten eingeforene Prozesse den Betriebssystemstart beschleunigen oder den aktuellen Zustand eines Programms speichern – etwa in Spielen, die keine Speicherung des Spielstandes erlauben. Entwickler können mit Criu Programme analysieren und debuggen, Admins rechenintensive Prozesse gleichmäßig über einen Cluster verteilen. Durch periodisches Übertragen des aktuellen Prozesszustands auf eine andere Maschine ließe sich Ausfallsicherheit herstellen. (odi)

3D-Bibliothek Mesa 10.0

Die neue Mesa-Version 10.0 implementiert das OpenGL-Level 3; allerdings stehen derzeit nur mit dem Treiber i965 für neuere Intel-Grafik alle OpenGL-3.3-Funktionen zur Verfügung. Auf älteren Radeon-Karten (HD-5000 und HD-6000) soll Mesa jetzt eine ähnliche 3D-Performance liefern wie der proprietäre AMD-Treiber. Auch Freedreno, der Mesa-Treiber für die Adreno-GPUs in Qualcomms Snapdragon-ARM-SoCs, wurde verbessert. Mesa nimmt eine zentrale Rolle im Grafikstack von Linux und freien Unix-Versionen ein: Die 3D-Bibliothek macht die 3D-Beschleunigungsfunktionen moderner Grafikhardware für Anwendungen verfügbar. (odi)

OpenMandriva ist fertig

Mit OpenMandriva Lx 2013 haben die Entwickler die erste Version ihrer Mandriva-basierten Community-Distribution veröffentlicht. OpenMandriva Lx 2013 nutzt den Kernel 3.11 und den aktuellen KDE-Desktop 4.11, startet mit Systemd und bringt unter anderem LibreOffice 4.1.3 , Thunderbird 24 und Firefox 25 mit.

Der OpenMandriva-Desktop verwendet standardmäßig den Launcher SimpleWelcome; KickOff, das Standard-Startmenü von KDE, lässt sich nachinstallieren. Zum Abspielen von Videos liegt der Rosa Media Player bei. Der Installationsassistent unterstützt die Installation auf einem USB-Stick.

OpenMandriva ist eine Weiterentwicklung von Mandriva Linux. Die rpm-basierte Distribution entsteht unter der Leitung der OpenMandriva Association, einer gemeinnützigen Organisation, die unabhängig von Mandriva S.A. arbeitet – das französische Unternehmen konzentriert sich mittlerweile ganz auf seinen Business Server für Unternehmen und Verwaltungen und die IT-Management-Lösung Pulse. Neben OpenMandriva existiert mit Mageia schon länger eine weitere Mandriva-basierte Community-Distribution; deren vierte Ausgabe ist Mitte November in einer ersten Beta-Version erschienen. (lmd)

LinuxTag 2014

Das LinuxTag-Team wird den LinuxTag 2014 ohne Unterstützung der Messe Berlin organisieren. Die größte Open-Source-Veranstaltung Deutschlands findet vom 8. bis 10. Mai 2014 gemeinsam mit der Android-Entwicklerkonferenz Droidcon und unmittelbar nach der re:publica in der „Station Berlin“ in Berlin-Kreuzberg statt. (mid)

Qemu 1.7

Der plattformübergreifende Hardware-Emulator Qemu kann in der neuen Version 1.7 ACPI-Tabellen für virtuelle x86-Maschinen unabhängig von der Firmware generieren und die 64-bittige ARM-Architektur Aarch64 emulieren. Sound- und USB-3.0-Unterstützung wurden verbessert. x86-Systeme können jetzt theoretisch mehr als 1 TByte RAM nutzen; derzeit unterstützt die Firmware das allerdings noch nicht. (mid)

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