Test & Kaufberatung | Spielekritik

Gesprengte Betonköpfe

Hipper hätte man die Hauptfigur aus Infamous: Second Son kaum zeichnen können: Delsin Rove ist ein aufmüpfiger Sprayer und Parcours-Turner, der in Seattle – der Wiege der Grunge-Musik – gegen das „Department of Unified Protection“ (DUP) kämpft. Das DUP kontrolliert und gängelt die Bevölkerung mit harter Hand. Deren Über-Soldaten legen aufmüpfige Bürger mit ihren Beton-Kräften lahm, mit denen sie deren Glieder versteifen. Das alles geschieht im Kampf gegen Bio-Terroristen, die dem DUP mit ihren magischen Feuerwerken einheizen. Als Delsin von einem solchen Bio-Terroristen infiziert wird, kann er plötzlich selbst Blitze verschießen, sich in Rauch verwandeln und durch Ventilationsschächte düsen. Unfreiwillig wird er zum Superhelden, der sich an der DUP rächen will, weil die seine indianische Familie mit ihrer Beton-Folter zu einem qualvollen Tod verurteilt hat. ...

Verdrehte Perspektive

Wunderhübsch gestaltet, lehnt sich Monument Valley an die vertrackten Zeichnungen des Mathematikers M. C. Escher an, bei denen man nie weiß, ob die Perspektive täuscht. Der Spieler muss eine kleine Prinzessin durch zehn unmöglich erscheinende Monumente zum Ausgang führen. Um den Weg frei zu machen, dreht er Gänge und betätigt komplexe Fahrstühle auf dem Touchscreen, wodurch sich mitunter ganze Abschnitte umdrehen. Anfangs ist die Prinzessin allein unterwegs, später versperren ihr Raben den Weg. Die Vögel patrouillieren stets auf den gleichen Wegen und betätigen mitunter Schalter. Mehr als den Weg versperren sie aber nicht. Selbst wenn man sich dumm anstellt, stirbt die Prinzessin keinen Bildschirmtod. Im Vergleich zu Sonys Echochrome punktet Monument Valley mit der hübscheren Grafik und der aufwendigen Architektur. Die Herausforderung ist jedoch deutlich geringer. Meist gibt es sowieso nur einen möglichen Weg, den die Prinzessin nehmen kann, sodass man das gesamte Spiel in etwa einer Stunde gelöst hat. Frei von jedwedem Zeitdruck oder harten Kopfnüssen erfreut man sich einfach am Design und den sphärischen Klängen, die Monument Valley zu einem der hübschesten Spiele auf dem iPhone und iPad machen. (hag) ...

Indie- und Freeware-Tipps
Video: Angespielt

Warum Tauschbörsen nicht mal legal nutzen? Steve „moshboy“ Cook hat eine handverlesene Sammlung aus 101 kostenlosen Indie-Spielen zum The Pirate Bay Bundle zusammengestellt und über die Torrent-Seite verteilt. Das Pack hat den offiziellen Segen der Entwickler, die viele ihrer Browser-Spiele als Offline-Versionen zur Verfügung stellen. Mit dabei sind Werke von Cactus, Increpare, Jayenkai, Klooni Games, Todd Luke, Rat King’s Lair, Jonathan Whiting und Zaratustra. Das komplette Paket ist 1,03 GByte groß.

Adam Milecki ist mit Rubicon Zone Warning ein sehr spaciges Retro-Spiel gelungen, bei dem der Spieler mit einer Sonde eine komplizierte Bombe entschärfen muss, bevor sie explodiert und alles in eine Paralleldimension reißt. Zunächst muss der Spieler mit einem Ping-Kommando die Entschärfungspunkte entdecken, bevor er sie mit dem langen Hinterteil der Drone entschärft. Dazu sind Geschick und Gehirnschmalz von Nöten. Neben der ausgefallenen Spielidee hat uns der Electronica-Soundtrack von Jesse Gregory besonders gefallen. Spieler können Level in dieser Windows-Freeware auch selbst kreieren, müssen jedes Puzzle jedoch einzeln laden.

Links zu den vorgestellten Spielen sowie einen c’t-Video-Clip finden Sie unter

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