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Facebook veröffentlicht Nachrichtensammler

Facebook hat die Seite FB Newswire eingerichtet. Der Dienst sammelt dort Nachrichten, die häufig im sozialen Netz geteilt werden. Das Portal ist als Anlaufpunkt für Journalisten gedacht. Redakteure sollen die Seite abonnieren, um dann die dort geteilten Inhalte in ihrer eigenen Timeline angezeigt zu bekommen.

Mit dem neuen Angebot will Facebook offenbar Twitter einholen, das sich bei aktuellen Ereignissen nicht nur für die Öffentlichkeit oft zur ersten Informationsquelle entwickelt hat. Bei der Sammlung der Inhalte arbeitet Facebook mit dem Dienst Storyful zusammen.

Eine weitere Neuerung von Facebook ist derzeit nur für US-amerikanische Nutzer verfügbar. Die können sich unter iOS oder Android benachrichtigen lassen, wenn sich befreundete Mitglieder in der Nähe aufhalten. Die „Nearby Friends“ genannte Funktion soll beispielsweise ermöglichen, dass sich Nutzer spontan treffen können – sie teilt sogar die exakte Entfernung mit. (jo)

Internet-Carta der Kompromisse

Vertreter von Regierungen, der technischen Community, Wissenschaftler und Bürgerrechtsaktivisten diskutierten in Brasilien über die Zukunft des Internet. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff hatte die Konferenz NetMundial in São Paulo einberufen. Ihr Anlass war der Ärger über das Spionageprogramm der NSA.

Das Abschlussdokument lag erst Stunden nach dem geplanten Ende der Konferenz vor, insgesamt 1400 Änderungsvorschläge hatten die Teilnehmer noch diskutiert. Am Ende stand keine Magna Carta fürs Netz, sondern ein in vielen Bereichen eher schwacher Kompromiss. Der elfseitige Katalog scheibt Grundrechte, Prinzipien für die Netzverwaltung und einen Fahrplan für bevorstehende institutionelle Reformen fest.

Umkämpft waren vor allem Positionen zur Netzneutralität und zur Massenüberwachung. Zur Netzneutralität konnten sich die Teilnehmer letztlich nicht einmal auf einen Minimalkonsens einigen. Der Begriff taucht nur an Stellen auf, an denen Punkte nicht abschließend behandelt werden konnten. Regierungen und Großunternehmen wie Cisco, AT&T und Microsoft hatten gegen alle Vorschläge votiert. Auch die Massenüberwachung wird im Abschlussdokument nicht rundheraus abgelehnt. „In Übereinstimmung mit international verankerten Menschenrechten“ solle sie zulässig sein, was der Aktivist Jacob Appelbaum auf einer Alternativveranstaltung zur NetMundial als Widerspruch in sich kritisierte. Die Passagen zum Urheberrechtsschutz tragen ebenfalls die Handschrift der Industrie. Für die Rechte der Urheber hatten die US-Filmindustrie und die französische Regierung getrommelt. Vertreter der Zivilgesellschaft trugen das Dokument letztlich nicht mit – die Haltung zum Grundrechtsschutz war ihnen nicht fest genug, außerdem fehlten ihnen klare Worte gegen massenhafte Überwachung.

Positiv werteten die Vertreter der Zivilgesellschaft die Anerkennung der Meinungsfreiheit und die Einigkeit darüber, dass das Netz öffentlich zu verwalten sei. Eine Veranstaltung wie die NetMundial ist nicht noch einmal geplant, die Internet-Governance-Debatte und die Fortschreibung der Carta sollen aber dennoch weitergehen.

(Monika Ermert/uma)

EU-Kommission: Maßnahmen gegen App-Missbrauch und Kostenfallen

EU-Verbraucherkommissar Neven Mimica hat Bedenken gegen die Anbieter mobiler Anwendungen und Dienste. „Wir stellen immer häufiger fest, dass App-Anbieter Verbraucher durch das sogenannte Freemium-Modell zu ködern versuchen“, erklärte Mimica in einem Interview. Häufig geschehe dies in Apps und Spielen, die bevorzugt von Kindern genutzt werden. Die jungen Nutzer hätten oft noch nicht das nötige Urteilsvermögen, um die ins Freemium-Prinzip eingebauten Fallstricke zu identifizieren.

Mimica will daher erreichen, dass Anbieter von Kinder-Apps die Eltern und Nachwuchsspieler in verständlicher Sprache über die Inhalte, mögliche Kosten, Zahlungsmethoden oder die Vertragsdauer aufklären müssen. Werbung sei klar von den eigentlichen Anwendungen zu trennen. Zudem müssten Eltern In-App-Käufe für ihre Sprösslinge freigeben. Der EU-Kommissar sorgt sich auch um den Datenschutz. Er sieht die Gefahr, dass über Apps zu viele Informationen preisgegeben werden, beispielsweise über das Adressbuch und den Kalender des Benutzers.

Konkrete gesetzgeberische Schritte will Mimica derzeit vermeiden. Die Kommission stehe gemeinsam mit nationalen Kontroll- und Verbraucherschutzbehörden im Dialog mit Industrievertretern wie Apple und Google. Ziel sei es, diese zu einem freiwilligen Verhaltenskodex zu bewegen. (anw)

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