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Der zweite Weltkrieg live

http://ww2today.com

World War II Today ist das private Projekt von Martin Cherrett. Der Brite plante, ein Buch über den Krieg zu schreiben und begann, einen Teil seiner Recherchen in einem Blog zu veröffentlichen. Das Blog entwickelte mit der Zeit ein Eigenleben. Cherrett versucht in seinen fast täglichen Postings, wann immer es geht, Ereignisse zu schildern, die sich am jeweiligen Tag vor genau 70 Jahren zugetragen haben. Falls ihm das nicht gelingt, so versucht er eine bestimmte Periode zu beschreiben.

Auch die Linksammlung ist einen Blick wert. Cherrett verweist dort auf Blogs, die in ähnlicher Weise historische Ereignisse aus der Zeit des zweiten Weltkriegs chronologisch nacherzählen. (jo)

Daten in Gefahr

www.projekt-datenschutz.de/datenschutzvorfaelle

http://datalossdb.org

Bedeutende Datenschutz-Skandale schaffen es zwar meist mühelos in die großen Tageszeitungen und Magazine, die geringe Anzahl der Berichte erweckt aber zugleich den Eindruck, dass es sich um Ausnahmen handelt. Wie es wirklich um den Schutz personenbezogener Daten in Deutschland bestellt ist, versucht das Projekt Datenschutz zu dokumentieren.

Jeder Vorfall wird mit Datum, Pressebelegen und einer Einschätzung zur Anzahl der Betroffenen festgehalten. So erfährt man, dass die Entsorgung von hochsensiblen Patientendaten in Altpapiercontainern eben nicht nur eine Ausnahme eines einzelnen Krankenhauses ist. Ähnliches gilt offensichtlich für den Versand von Kundendaten per E-Mail an falsche Empfänger sowie Hacks der Fan-Shops von Fußball-Bundesligavereinen. Sicherlich einzigartig und ohne große Wiederholungsgefahr ist hingegen der Fall des Rathauses Göttingen: Dort wurden vertrauliche Daten in der Toilette gelagert.

Datenschutz-Vorfälle weltweit sammelt die DataLossDB. Die Betreiber der Site haben allein für den April 2014 133 Vorfälle zusammengetragen. Darunter befinden sich auch solche, von denen deutsche Surfer betroffen sein könnten. Wer einen Blick in die detaillierten Listen werfen will, muss für einen kostenlosen Account seine E-Mail-Adresse hinterlegen.

DataLossDB listet die betroffenen Unternehmen, die Anzahl betroffener Accounts und weiterführende Berichte, etwa bei Online-Medien. Vollständig ist die Liste aber nicht: Nur drei Datenschutz-Vorfälle bei DataLossDB beziehen sich explizit auf den Heartbleed-Bug. Dabei sind etliche große Sites davon betroffen gewesen – und weil es sich in aller Regel nicht nachweisen ließ, wenn Heartbleed ausgenutzt wurde, wird man wohl nie herausfinden können, wie viele Daten aufgrund dieser Lücke entwendet worden sind. (Tobias Engler/jo)

Der gläserne Abgeordnete

http://apps.opendatacity.de/vds/

www.zeit.de/datenschutz/malte-spitz-vorratsdaten

Was Vorratsdaten alles über einen Menschen verraten, haben die Datenjournalisten von OpenDataCity anhand der Verbindungsdaten des Schweizer Nationalratsabgeordneten Balthasar Glättli visualisiert. Dazu haben sie die gesammelten Informationen aus sechs Monaten in verschiedene Grafiken geladen, darunter eine Karte und einen Kalender.

Damit wollen sie zeigen, was die in der Schweiz verpflichtend zu sammelnden Angaben alles über den Politiker verraten. Die sechs Monate, die die Informationen umfassen, sind der Zeitraum, für den bereits jetzt in der Schweiz Vorratsdaten erhoben werden. Die Visualisierung umfasst die Mobilfunk- und E-Mail-Daten des Abgeordneten. Glättli habe mit seinem Handy 5,2 GByte Internet-Traffic erzeugt, also rund 28,8 MByte pro Tag.

Außerdem wurde bei jedem Telefonat, jeder SMS und jeder Internetverbindung der Aufenthaltsort des Handys ermittelt, wodurch sich alle Bewegungen Glättlis verfolgen lassen. In dem halben Jahr hat er demnach mindestens 16 000 Kilometer zurückgelegt. Insgesamt habe er in dieser Zeit außerdem mehr als 14 000 E-Mails empfangen und mehr als 1600 versendet – an etwa 600 Personen. Eine ähnliche Visualisierung hatte OpenDataCity bereits anhand der Mobilfunkdaten von Malte Spitz, Mitglied im Parteirat der bundesdeutschen Grünen, vorgelegt. (mho)

Drahtlos überall

https://www.wigle.net

Seit über zwölf Jahren sammelt die Wireless Geographic Logging Engine WiGLE die Namen, Hardware-Adressen und Geopositionen drahtloser Netzwerke weltweit – und das sehr erfolgreich, denn es sind mittlerweile über 133 Millionen Einträge verzeichnet. Wigle präsentiert sie auf Kartenmaterial von Google oder OpenStreetMap. Es ist beeindruckend zu sehen, wie viele Access Points in einer einzigen Straße einer großen Stadt mittlerweile funken. Die Datenbank lässt aber auch allgemeine statistische Abfragen zu, etwa zur Verbreitung bestimmter Router-Typen. (Tobias Engler/jo)

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