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Digitale Brieftasche der Telekom

Die Deutsche Telekom hat die digitale Brieftasche MyWallet in Deutschland gestartet. Die Android-App ist kostenlos in Googles Play Store erhältlich (siehe c’t-Link). Sie dient zunächst nur zum mobilen Bezahlen. Ab Sommer soll sie digitale Coupons von Hit und Edeka verwalten und später auch Tickets, Fahrscheine, Bonuskarten und mehr. Das System wurde bereits im Herbst 2012 in Polen gestartet.

Um MyWallet nutzen zu können, muss man etliche Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehören ein Mobilfunkvertrag bei der Telekom und eine Guthabenkarte von MasterCard, die die Telekom-Tochter ClickandBuy ausgibt. Sie ist im ersten Jahr kostenlos; ab dem zweiten sollen 9 Euro Jahresgebühr fällig werden. Bis dahin sollen aber auch Karten von Maestro und Visa und andere Verfahren wie mobile Lastschrift in MyWallet nutzbar sein.

Die Bezahlung erfolgt kontaktlos über NFC. Daher muss man eines der aktuell 18 NFC-fähigen Handy-Modelle von Samsung, Sony und Nokia besitzen, die MyWallet unterstützen. Diese Geräte sind dahingehend zertifiziert, dass eine sichere Kommunikation zwischen der speziellen SIM-Karte mit Secure Element und der NFC-Hardware möglich ist. Die Telekom verhandelt nach eigenen Angaben mit anderen Herstellern über die Zertifizierung von weiteren Smartphones. Die SIM-Karte erhalten MyWallet-Nutzer kostenlos.

Für Besitzer nicht zertifizierter Handys bietet die Telekom ihre Guthabenkarte als Sticker an. Damit lässt sich aber nur die Bezahlfunktion nutzen. Die App Card Check, mit der man das Konto der Guthabenkarte verwaltet, gibt es für Android und iOS. Bezahlen kann man mit MyWallet und Sticker derzeit an rund 35 000 NFC-fähigen Kartenterminals in Deutschland.

Die Telekom bezeichnet MyWallet als Container, in dem die Händler neue Geschäftsmodelle ausprobieren können. Der Fokus liege derzeit auf Leuchtturmprojekten. Ein solches starte im Sommer mit der Raststättenkette Tank & Rast, die an rund 400 Selbstbedienungs-Kaffeemaschinen MyWallet als Zahlungsmittel akzeptieren will. Die Bezahlfunktion allein dürfte dem System allerdings kaum großen Erfolg bescheren: Die Nutzung ist von zu vielen Faktoren abhängig und kaum bequemer als mit einer kontaktlosen Bank- oder Kreditkkarte. (ad)

Telekom legt ersten Transparenzbericht vor

Nach dem Vorbild US-amerikanischer Konzerne will nun auch die Deutsche Telekom offen kommunizieren, wie viele externe Zugriffe auf ihre Kundendaten jährlich stattfinden. Erstmalig legte das Bonner Unternehmen einen Transparenz-Jahresbericht vor. Aus diesem geht beispielsweise hervor, dass Behörden im Jahr 2013 49 796 Telekom-Anschlüsse überwacht haben. Der überwiegende Teil davon sei nach Paragraf 100a der Strafprozessordnung (StPO) richterlich oder staatsanwaltschaftlich angeordnet worden, der Rest der Überwachungen sei auf das Artikel-10-Gesetz und auf Landespolizeigesetze zurückgegangen. Aus dem Transparenzbericht geht weiter hervor, dass die Telekom im Rahmen der zivilgerichtlichen Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen die Daten von fast einer Million Inhaber dynamischer IP-Adressen herausgeben musste.

Außerdem hat die Telekom 2013 ihren Angaben zufolge insgesamt 436 331 sogenannte Verkehrsdatensätze gemäß Paragraf 100g StPO herausgegeben. Dabei dürfen die Verkehrsdaten nach richterlicher oder staatsanwaltlicher Anordnung erhoben werden, ohne dass der Betroffene davon weiß, wenn dies erforderlich ist, um seinen Aufenthalt zu ermitteln oder einen Sachverhalt zu erforschen.

Weil er die Anzahl für unglaubwürdig niedrig hält, hakte der Grünen-Politiker Malte Spitz bei der Telekom nach. Der Konzern habe ihm daraufhin erläutert, dass ein Verkehrsdatensatz nicht einem Kommunikationsvorgang (Telefonat, SMS, Internet-Einwahl) entspreche: „Bei der Zählweise der Deutschen Telekom geht es um 436 331 Anfragen zu Verkehrsdaten, die beauskunftet wurden.“ Unter diese Zählung fallen auch die Funkzellenabfragen, bei denen je nach Dauer mehrere Tausend oder Millionen Verkehrsdatensätze anfallen, glaubt Spitz. Seiner Interpretation nach handle es sich bei der Zahl 436 331 nur um die Anzahl der Dateien, die der Provider an Behörden oder Strafverfolger weitergegeben hat. (hob)

Joomla-Upgrade

Neue Sicherheitsfunktionen standen offensichtlich in jüngster Zeit bei der Entwicklung von Joomla im Vordergrund. Das aktuelle Release 3.3 des quelloffenen Content-Management-Systems (CMS) hebt die Mindestanforderung für PHP auf Version 5.3.10 an, um Zwei-Faktor-Authentifizierung und ein verbessertes bcrypt-basiertes Passwort-Hashing zu ermöglichen. Steht auf dem Server nur eine ältere PHP-Version bereit, empfiehlt das Joomla-Entwicklerteam den Einsatz von Joomla 3.2.4, das als Update mit Fehlerkorrekturen gleichzeitig veröffentlicht wurde.

Administratoren können nun Benutzerkonten markieren, um den jeweiligen User beim nächsten Anmelden dazu zu zwingen, sein Passwort zu ändern. Darüber hinaus wurde der Code weiter auf Performance optimiert und der Umstieg von MooTools zu jQuery abgeschlossen. Erweiterungen können MooTools aber noch nutzen. Die neuen Joomla-Versionen stehen als Komplett- und Update-Pakete auf der Projekt-Website zum Download bereit. (lmd)

„Recht auf Vergessen“ gilt auch für Google

Google kann dazu verpflichtet werden, Verweise auf Webseiten mit sensiblen persönlichen Daten aus seiner Ergebnisliste zu streichen. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg entschieden (Rechtssache C-131/12). Ein solches Recht leite sich aus der EU-Datenschutzrichtlinie ab.

Nach Ansicht des Gerichts ist der Suchmaschinenbetreiber für die Verarbeitung der Daten verantwortlich. Ein Betroffener könne sich mit der Bitte um Änderung der Suchergebnisse an Google wenden – ebenso wie an die zuständigen Stellen, also etwa die Websites, die Google verlinkt.

„Diese Entscheidung ist nicht nur für Suchmaschinen enttäuschend, sondern auch für alle, die Inhalte online publizieren“, sagte ein Google-Sprecher in einer ersten Stellungnahme. „Wir benötigen nun Zeit, um die Auswirkungen zu analysieren.“ (jo)

Neue Firefox-Oberfläche verärgert Nutzer

In Version 29 hat Mozilla seinen Firefox-Browser mit einer neuen Bedienoberfläche ausgestattet. Die Überarbeitung mit dem Projektnamen „Australis“ ist die auffälligste Veränderung seit Langem. Bereits seit 2012 arbeiten die Entwickler und Designer an der Oberfläche, die für ein einheitliches Aussehen des Browsers auf allen Plattformen sorgt.

Viele Nutzer indes verstehen offenbar keinen Spaß, was „Australis“ betrifft: Die Reaktionen auf die Umgestaltung fielen in den ersten Tagen nach Erscheinen des Browser größtenteils negativ aus. Auf „Firefox Input“, der Support-Website von Mozilla, kommentierten unzählige Anwender die Veränderungen mit harschen Worten. „Firefox sucks“ war da zu lesen oder „Australis is shit“. „Hässlich und unbedienbar“ sei die neue Oberfläche, „schrecklich und kompliziert“. Einige finden sie aber auch „sehr schön“ und „intuitiv“ – positive Resonanz war allerdings eher selten.

Ein weiterer Vorwurf der Nutzer lautet, Firefox ähnele jetzt zu sehr Googles Chrome-Browser. So verbirgt sich das Hauptmenü rechts neben der Adressleiste hinter einem „Hamburger“-Icon und vereint alle wichtigen Funktionen des Browsers. Anders als Google setzt Mozilla bei dem Menü aber auf grafische Symbole, die der Nutzer nach eigenen Wünschen anpassen, umsortieren und erweitern kann. Die Icons lassen sich aus dem Menü in die Bedienleiste des Browsers schieben, um häufig genutzte Funktionen schneller aufrufen zu können.

Weitere kosmetische Veränderungen betreffen die Tabs, die weiter nach oben gerutscht sind, damit Webinhalten etwas mehr Platz zur Verfügung steht. Das aktive Tab hebt sich durch weiche Rundungen von den inaktiven Reitern ab. Wer sich partout nicht mit dem neuen Aussehen von Firefox anfreunden kann, lädt sich die Erweiterung „Classic Theme Restorer“ herunter – sie stellt das gewohnte Aussehen wieder her (siehe c’t-Link).

Unter der Haube bringt Firefox kleinere Änderungen mit, etwa das verbesserte „Firefox Sync“ in Verbindung mit den neuen Firefox-Accounts. Mit dem Cloud-Service können Anwender ihre Lesezeichen und Einstellungen über mehrere Browser und Geräte synchron halten. Entwickler können derweil auf den -moz–Präfix bei der CSS-Eigenschaft box-sizing verzichten. Zudem wurde das Gamepad-API fertiggestellt; es ist nun standardmäßig aktiviert. (dbe)

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