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Absurde Korrelationen

www.tylervigen.com

Vom Jahr 2000 bis heute gibt es in den USA eine auffällige Korrelation zwischen der Menge des Hähnchenfleischkonsums und des importierten Rohöls. Hätten Sie das erwartet? Ähnlich signifikant ist der Zusammenhang zwischen dem alljährlichen US-Margarineverbrauch und der Scheidungsrate im Bundesstaat Maine. Hunderte dieser absurden Zufälligkeiten zeigt Tyler Vigen grafisch aufbereitet auf seiner Website als Spurious Correlations. Ein schöner Spaß und ein großer Ressourcenpool für Verschwörungstheoretiker. (hob)

Lobby-Leaks

http://lobbyplag.eu

http://lobbycloud.eu

Mit dem Webprojekt LobbyPlag verdeutlicht OpenDataCity seit 2013, wie stark Unternehmen auf europäische Gesetzgebungsprozesse einwirken. Als konkretes Beispiel dient die EU-Datenschutzverordnung. LobbyPlag weist nach, dass wichtige Teile des Regelwerks aus der Feder von Unternehmens- oder Verbandslobbyisten über EU-Politiker im Gesetzestext landeten (siehe Web-Tipps c’t 6/13). Da dieser Copy-and-Paste-Prozess im Geheimen ablief, liegt nahe, dass er auch bei anderen Gesetzgebungsverfahren stattfindet.

Um dies herauszufinden, startete OpenDataCity zur Web-Konferenz re:publica Anfang Mai dieses Jahres das Portal LobbyCloud, das als Leak-Plattform fungieren soll. „Transparenzbefürwortende Mitmenschen“ sollen Lobby-Dokumente zu allen möglichen Themen hochladen. „Wenn wir die Echtheit der Dokumente bestätigen können, werden diese für die Online-Veröffentlichung vorbereitet, mit einer eindeutigen Adresse versehen und der Möglichkeit, diese zu verlinken, zu kommentieren und zu teilen“, schreiben die Macher. Man wolle die Lobby-Arbeit in der EU „sichtbar, durchsuchbar und teilbar für alle Bürger machen“. Derzeit finden sich insbesondere Lobby-Dokumente zum EU-Projekt „Connected Continent“ bei LobbyCloud. (hob)

Platten-Kollision

http://earthquake.usgs.gov/earthquakes/map

http://earthquake.usgs.gov/earthquakes/search

Die U.S. Geological Survey (USGS) gehört als wissenschaftliche Behörde zum US-Innenministerium. Ihre Aufgabe ist insbesondere, Daten zu Erdbeben zu sammeln und zu analysieren. Ein für jeden offenes Ergebnis dieser Arbeit zeigt die kartografische Übersicht solcher Erschütterungen. Die sind meist tektonischer Natur, können aber unter anderem auch von Vulkanausbrüchen herrühren. USGS visualisiert Beben in Echtzeit und bis zu 30 Tage in die Vergangenheit. Kleinere Ereignisse unterhalb der Stärke von 2,5 auf der Richterskala erhält man jedoch nur für die letzte Woche.

Für weiter zurückreichende oder stärker eingegrenzte Ereignisse steht die Suchfunktion zur Verfügung. Gefundene Daten dürfen auch als CSV- oder QuakeML-Datei auf den Rechner geladen werden. Die auf den ersten Blick zufällig wirkende Verteilung der Beben auf der Karte wird übrigens schnell strukturierter, wenn man die Grenzen der tektonischen Platten einblendet. (Tobias Engler/hob)

Remix-Museum

http://rechtaufremix.org

http://museum.rechtaufremix.org

Noch immer findet die Remix-Kulturtechnik keinen Platz in den Regelungen des Urheberrechts. Inwieweit entsteht etwas Neues, wenn Teile, Schnipsel oder Samples zu einem neuen Werk zusammengeführt werden? Was ist mit dem Recht der Urheber an diesen Fragmenten? Um in der Öffentlichkeit eine Lanze fürs Remixen zu brechen, hatte der Verein Digitale Gesellschaft vor rund einem Jahr die Initiative Recht auf Remix gegründet. Diese informiert zum Thema, bietet aber auch eine Unterschriftensammlung für ein liberaleres Remix-Recht.

Jüngst startete die Initiative ein spannendes Projekt, nämlich ihr Remix-Museum. Kuratoren dieses Online-Museums sind namhafte Köpfe, beispielsweise der Rechtswissenschaftler Dr. Till Kreutzer für den Bereich „Remix vor Gericht“ oder Dirk von Gehlen von der Süddeutschen Zeitung für die Kategorie „Meme“. In letzterer zeigt und untersucht der Autor auf unterhaltsame Weise virale Weiterentwicklungen, beispielsweise die Meme „Und alle so Yeah“ und den „Harlem Shake“. (hob)

Hype-Videos

An einem Nachmittag Mitte Mai in der kalifornischen Stadt Bakersfield: Der vierjährige Jeremy fährt Laufrad im Hinterhof, als ihn der Nachbarshund angreift und beißt. Sofort rast die Hauskatze Tara herbei, stürzt sich auf den Labrador und drängt ihn zurück. Dieses kleine Drama auf dem Hof der Familie Triantafilo haben acht Überwachungskameras erfasst. Vater Roger hat es zusammengeschnitten und bei Youtube hochgeladen. Millionen von Nutzern haben die Rettung unter dem Titel My Cat Saved My Son gesehen. http://youtu.be/C-Opm9b2WDk (0:56)

Bei Vimeo begeistert ein wunderbar animierter Kurzfilm. JohnnyExpress ist ein interstellarer Paketzusteller, der zum apokalyptischen Reiter für einen ganzen Planeten wird, ohne es zu merken. Eine traurig schöne Geschichte mit vielen Anspielungen aus dem Genre der Katastrophenfilme. Der Film bewegt sich zwischen Pixar und Stanislav Lem, wie es ein Kommentar treffend beschreibt. http://vimeo.com/94502406 (5:27, englisch)

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