Test & Kaufberatung | Spielekritik

Glorifizierter Bastard

Mit Wolfenstein: The New Order legt Bethesda die Mutter aller Ego-Shooter neu auf. Als Super-Soldat BJ Blazkowicz wird der Spieler nach dem etwa einstündigen Intro bei einem Sturmangriff der Alliierten auf Nazi-Deutschland von einem sadistischen Arzt gefangen genommen und landet nach seiner Flucht in einem polnischen Krankenhaus. 14 Jahre vegetiert er dort und erholt sich just von seinem Gehirnschaden, als die Nazis das Krankenhaus stürmen und die Patienten erschießen. Blazkowicz kann fliehen und erfährt, dass in der alternativen Welt von Wolfenstein die Nazis den Krieg gewonnen haben und 1960 die Welt regieren. Also macht er sich auf, die Reste des Widerstands aus einem Hochsicherheitsgefängnis zu befreien und mit seiner Crew den Nazis einzuheizen. Die trashige Handlung ist natürlich deftig übertrieben und strotzt vor Stereotypen. Sie erreicht zwar nicht das Niveau der rabenschwarzen Tarantino-Satiren, ist aber auch nicht platter als der Film Iron Sky. Die Bezüge sind eindeutig, auch wenn Bethesda hierzulande alle Hakenkreuze entfernt hat.

Glaubt man anfangs noch, Wolfenstein sei ein mittelprächtiger Call-of-Duty-Klon mit kurzatmigen linearen Leveln und nervend vielen Zwischensequenzen, so öffnet sich das Spiel nach den ersten zwei Stunden und lässt den Spieler weitläufige Areale anhand einer Karte erkunden. Man sollte sich davor hüten, den Schwierigkeitsgrad zu leicht einzustellen und wie John Rambo mit zwei Maschinengewehren im Arm durch die Nazis zu pflügen. Deutlich spannender ist es, sich auf hohem Schwierigkeitsgrad nur mit einem Messer heranzupirschen und zunächst die Kommandanten lautlos auszuschalten, sodass sie keinen Alarm schlagen und Verstärkung rufen. Action-Fans sollten jedoch keine Angst haben, denn neben den gelungenen Schleich-Einlagen wird auch kräftig geballert. ...

Indie- und Freeware-Tipps
Video: Angespielt

Offenbar von Breaking Bad wurde Basement inspiriert. In diesem Spiel muss der Spieler eine unterirdische Drogen-Küche einrichten, nach Halluzinogenen forschen und FBI-Inspektionen überleben. Entwickler xdegtyarev bieten ihren Ludum-Dare-Beitrag für Browser, Linux, Mac und Windows an.

Sehr erfolgreich bei seinen Selbstversuchen mit Halluzinogenen war offenbar der 18-jährige Entwickler Hubol, dessen kostenloses Jump & Run 2 für Java, Mac und Windows sich am ehesten als Jet Set Willy auf LSD beschreiben lässt. Zwei Jahre arbeitete Hubol an den grellen Hintergrundbildern, in denen er jede Menge Geheimtüren und Schätze versteckte.

Mit World’s Dawn hat Entwickler Wayward Prophet eine kostenlose Farm-Simulation im Stil von Nintendos Harvest Moon veröffentlicht. In dem mit dem RGP-Maker erstellten Windows-Adventure muss der Spieler eine heruntergekommene Farm aufpäppeln und sich Tipps bei den Nachbarn holen. Spielbar ist derzeit nur die Frühlings-Jahreszeit, Sommer, Herbst und Winter sollen bis zum Jahresende folgen (wie eigentlich immer).

Links zu den Freeware-Spielen sowie ein c’t-Videoclip finden Sie unter

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